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Typisch Norden: Norddeutsche Winterküche

  • 24. Februar 2019
  • Von Deichdeern
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Typisch Norden: Norddeutsche Winterküche

Der schleswig-holsteinische Winter ist nicht wie der klassische Bilderbuchwinter mit Schnee und Eis. Charakteristisch für unseren Winter im Land zwischen den Meeren sind Temperaturen um den Gefrierpunkt und Wind. Viel Wind. Wenn er nicht grad frontal von vorne kommt, dann von der Seite. Gerne in Gesellschaft mit seinem besten Freund, dem Sprühregen. Eine Symbiose, die uns besser bekannt ist als die norddeutsche Kriechkälte. Ich sehne mich schon nach meiner langen Elli, wenn ich nur daran denke…brrrrr….

Wärme von innen und außen

Was macht man also, wenn das Wetter sich mal wieder von seiner besten Seite zeigt? Richtig, wärmen – und zwar von innen und außen. Der Zwiebellook, der aus mehreren Schichten Unterhemd, T-Shirt, Pullover, Fleecejacke, Wind-/Winterjacke) besteht sorgt dafür, dass unsere äußere Schale geschützt ist. Von innen wärmen wir uns mit deftigen, kulinarischen Köstlichkeiten. Die norddeutsche Winterküche besteht nahezu immer aus einer tüchtigen Portion regionalem Gemüse und einer Fleischkomponente. Ich stelle euch heute mal drei  meiner Lieblingsgerichte im Winter vor. Den Anfang macht der Klassiker: Grünkohl mit Kartoffeln, Kochwurst, Kassler und/oder Bauchfleisch.

Grünkohl mit Kassler, Bauchfleisch und Kochwurst

Von Oktober bis März ist Grünkohlzeit. Früher musste der Kohl zunächst den ersten Frost erhalten, um richtig lecker zu schmeckt. Das hing damit zusammen, dass der im Grünkohl enthaltene Zucker dann nur langsam abgebaut wird, und die Bildung von Bitterstoffen verlangsamt wurde. Der Grünkohl wurde damit süßer. Die Pflanzenzüchtung ist heute schon erheblich weiter, so dass die Sorten, die heute angebaut werden von Haus aus mehr Zucker und weniger Bitterstoffe enthalten und daher früher geerntet werden können.

Das grüne Gold: Einst noch auf den ersten Frost angewiesen. Heute ist Grünkohl dank moderner Pflanzenzüchtung auch ohne Frost genießbar.

Grünkohl ist eine wahre Vitaminbombe: Er enthält neben viel Vitamin C auch viele wertvolle Mineralstoffe. Zudem ist er auch sehr kalorienarm, aber nur solange er so verzehrt wird. Durch seine Zubereitung wird er schnell zur leckeren Kalorienbombe. Genau das richtige, wenn man zum Beispiel mehrere Stunden draußen war zum Holz machen, spazieren oder den Garten winterfit machen.

Hier das Rezept, das in meiner Familie weitergegben wurde (für 4 Personen bzw. für 3 starke Männer):

Zutaten

  • 4 Kochwürste (Mettenden)
  • 4 Kasslerscheiben
  • 4 Scheiben Bauchspeck
  • 1,5 kg Grünkohl
  • 2 EL Butterschmalz
  • 2 Zwiebeln
  • Mittelscharfer Senf
  • Gemüsebrühe
  • drei gute Hand voll Kartoffeln (ca. 700 g) (für Salzkartoffeln)
  • Butter
  • Salz, Pfeffer und Muskat

Der Klassiker der norddeutschen Winterküche: Grünkohl.

Dithmarscher Kohlpfanne

Wer Kohl gerne mag, für den lege ich gleich noch mein Lieblingsrezept nach. Es ist eine freie Interpretation der Dithmarscher Kohlpfanne.

Zutaten

  • 1/2 Weißkohl
  • 2 Handvoll Kartoffeln
  • 500 g gemischtes Hack
  • 1 Porreestange
  • 300 g durchwachsenen Speck
  • 1 Becher Schmand
  • 6 Wurzeln
  • Öl
  • Salz & Pfeffer

Regional, deftig und lecker: Die Dithmarscher Kohlpfanne.

Zubereitung

 

  1. In einem großen Kochtopf 2 EL Butterschmalz erhitzen, 2 gewürfelte Zwiebeln und den Speck hinzufügen und anbraten. Grünkohl hinzufügen und etwas mit anbraten. 2 EL Senf, Salz, Pfeffer und Muskat hinzugeben und mit Gemüsebrühe ablöschen. Knapp über ne Stunde mit geschlossenen Deckel köcheln lassen.
  2. Kartoffeln waschen, kochen und dann schälen. Im Salzwasser kochen bis sie gar sind.
  3. Eine 1/4 Stunde vor Kochende die Kochwürste und den Kasseler hineingeben und mit köcheln lassen.
  4. Vor dem Servieren den Grünkohl noch einmal nachwürzen. Servieren mit den Salzkartoffen.

 

Schmeckt Groß und Klein! Guten Appetit!

Birnen, Bohnen und Speck

Zutaten

  • 1 kg grüne Bohnen
  • 500 g geräucherter Speck
  • 500 g Kassler (als Stück)
  • 1 TL Salz
  • 8 Birnen, die sich zum Kochen eignen
  • 3 Hand voll Kartoffeln
  • 3 EL Maizena Maisstärke
  • Petersilie

Beim Kauf darauf achten, dass es Kochbirnen sind. Die sind wesentlicher fester. Normale Birnen, die wir vom Obstkorb kennen, würden zu matschig beim Kochen werden.

Zubereitung

  1. Fleisch und Bohnen werden zusammen für eine Stunde im großen Topf im Salzwasser gegart.
  2. Nach 45 Min (der 60 Minuten Garzeit) ganze Birnen hinzufügen und mitgaren.
  3. Kartoffeln schälen und kochen.
  4. Fleisch rausnehmen und in Scheiben schneiden.
  5. Birnen herausheben mit der Schöpfkelle und halbieren. Das Kerngehäuse bleibt noch drinnen.
  6. Etwas Kochwasser (ca.100 ml) abschöpfen und mit Maizena verrühren. Dann die Bohnen abschöpfen und sie damit andicken. Petersilie hacken und dazugeben.
  7. Servieren

Anstelle eines Serviertellers habe ich zur Abwechslung für euch mal ein Video heraugesucht. Ich mag die Theresa Baumgärtner sehr. Sowohl ihre Rezepte, als auch ihren Blog und ihre Wertschätzung für das Landleben und die Erzeugung der Lebensmittel.

So ihr Lieben, ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen, feinen Einblick in meine drei deftigen Lieblingsrezepte aus dem Norden geben. Wer danach immer noch Hunger verspührt, dem empfehle ich einen leckeren Bratapfel oder Futjes als gehaltvolles Dessert.

Verratet mir, was es bei euch im Winter auf jeden Fall auf den Tisch kommt!

Jetzt muss ich erstmal kochen…bei all den Rezepten bekomme ich richtig Hunger. Haha!

Leeve Gröte
eure Deichdeern Julia

Deichdeern

Moin, ich bin Julia! Ich lebe mit meiner Familie im Herzen Nordfrieslands und schreibe seit 2015 als Deichdeern auf meinem gleichnamingen Blog über alles, was mein Landherz höher schlagen lässt. Ich mag den Blick über den eignen Tellerrand - pardon Deich - und nehme euch deshalb gern mit auf einen Entdeckungstörn durchs heimische Gewässer, unserem schönen Schleswig-Holstein. Mein Schreibstil und mein Charakter sind sich sehr ähnlich: Authentisch. Ehrlich. Norddeutsch geradeaus. Ohne viel Schnickschnack. Also, Leinen los!

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