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Sankt Martin-Tradition: Leckere Weckmänner

  • 10. November 2021
  • Von Regina
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Sankt Martin-Tradition: Leckere Weckmänner

Ich backe total gerne. Und viel.

Beides ist kein all zu großes Geheimnis. Was ich allerdings nicht an die große Glocke hänge, ist, dass ich kein großer Hefeteig-Fan bin. Und trotzdem stehe ich immer mal wieder in meiner Küche und knete Hefeteig. So wie heute. Sankt Martin steht an und da gehört für mich, neben dem obligatorischen Laternenumzug, süßes Hefegebäck einfach dazu. Hefegeruchabneigung hin oder her.

Vor einigen Jahren veranstalteten wir mit Freunden einen kleinen Laternenumzug für unsere, zu dem Zeitpunkt noch kleinen, daher Laternenumzug-begeisterten Kinder. Auf der Suche nach einem thematisch passenden Snack, den man den ambitionierten Laternenträgern unterwegs anbieten kann (was tut man nicht alles für die lieben Kleinen…), bin ich auf die Tradition mit dem Weckmann gestoßen. Weck-was? Neben Martinsgänsen sind Weckmänner – zu Norddeutsch Stutenkerle (ist der Begriff nicht der Knaller? 🙂 ) – eine typische Beigabe zu Sankt Martin. Die Herkunftsgeschichte des Weckmanns ist etwas diffus und daher eher spekulativ. Was man allerdings sagen kann, ist, dass Weckmänner süße Hefegebäckmännchen sind, die mit Rosinen und einer Tonpfeife geschmückt, den heiligen St. Martin und seinen Bischofsstab darstellen sollen. Aha, wieder etwas gelernt.

Weil mich bei meiner kleinen Recherche sowohl die Hintergrundstory als auch das einfache Rezept überzeugten, gab es zum besagten Laternenumzug eben diese Weckmänner. Lange Rede, kurzer Sinn, hier kommt heute das Rezept für unsere neuste Tradition. Ja, richtig, Tradition. Denn auch in den Folgejahren „musste“ ich mich mit dem (inzwischen etwas modifizierten und daher absolut geling sicheren) Hefeteig auseinandersetzen und leckere Weckmänner zu Sankt Martin backen. Aber wie sagt meine Oma so schön, die Liebe zu Hefeteig wächst mit den Lebensjahren. Los geht’s.

Für etwa 10 Weckmänner benötigt man folgende Zutaten:

  • 500 g Mehl
  • 250 ml Milch (lauwarm)
  • 1 Hefewürfel
  • 125 g Butter (flüssig)
  • 80 g Zucker
  • 1 Ei
  • Prise Salz
  • Rosinen (und Tonpfeife) zum Dekorieren
  • 1 Eigelb (mit etwas Wasser vermischt) zum Bestreichen

Und so einfach geht’s:

  1. Den Hefewürfel in der lauwarmen Milch auflösen.
  2. „Hefemilch“ mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verkneten.
  3. So lange kneten, bis der Teig nicht mehr an den Fingern klebt und ihn anschließend auf das Doppelte aufgehen lassen (dauert ca. eine Stunde).
  4. Den aufgegangenen Teig vor dem Weiterverarbeiten nochmals gut durchkneten und in 10 Portionen aufteilen.
  5. Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und nun die einzelnen Teigportionen zu Männchen formen. Dafür entweder wie ich eine Ausstechform verwenden oder aber die Teigportion zu einer Wurst rollen, platt drücken, den oberen Teil (= Kopf) abrunden und darunter mithilfe eines Messers die Arme jeweils links und rechts schräg in den Teigkörper einschneiden, für die Beine einfach unten in der Mitte einen längeren Schnitt setzen. Arme und Beine etwas vom Körper weglegen.
  6. Nun für das Gesicht Rosinen als Augen in den Teig drücken (unsere Weckmänner haben auch eine Knopfleiste) und einen Teigarm um die Tonpfeife legen.
  7. Zum Schluss alle Weckmänner mit der Eigelb-Wasser-Mischung bestreichen und bei 180°C Ober- und Unterhitze für ca. 15 Minuten goldbraun backen und anschließend auf einem Gitter abkühlen lassen. Fertig.

Ich weiß, meine Weckmänner sind jetzt optisch keine Highlights, schmecken dafür aber einfach köstlich. Und weil Weckmänner zum Glück nicht nur zu Sankt Martin, sondern auch zum Nikolaustag Saison haben, werde ich auch in diesem Jahr noch das ein oder andere Blech mit den leckeren Kerlen backen. Übrigens sind Weckmänner sogenanntes Gebildebrot. Das ist die Bezeichnung für ein Brot oder Gebäck, das zu religiösen oder traditionellen Anlässen in bestimmten Formen wie Menschen, Tiere oder Symbole hergestellt und verzehrt wird. Noch mehr Wissen, mit dem man am Lagerfeuer glänzen kann. 🙂

Viel Freude beim Nachbacken.

Regina

Ich bin Regina, 35 Jahre alt und ein waschechtes Nordlicht. Nordish by nature, könnte man sagen, da ich gebürtig aus Tallinn komme. Man findet mich oft am Strand, vielleicht ein Fischbrötchen in der Hand. Gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Kindern erkunde ich gerne die Strände in unserem schönen Bundesland und bringe nicht selten Treibgut und Muscheln von unseren Ausflügen mit. Wie praktisch, dass sich meine Sammelei gut als DIY-Material eignet. Apropos DIY – das ist meine heimliche Leidenschaft, der ich auf meinem eigenen Blog Kleine Herzensdiebe freien Lauf lasse. Beruflich mache ich übrigens irgendwas mit Büchern und Medien. Und Worten. Und hier nun auch mit Basteleien. Seid gespannt.

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