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Eine neue Wandfarbe ist wie ein kleiner Umzug

  • 29. Januar 2020
  • Von Johanna
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Eine neue Wandfarbe ist wie ein kleiner Umzug

Als ich in meine aktuelle Wohnung gezogen bin, war eine der ersten „Amtshandlungen“ meinerseits, dass ich eine Wand im Wohnzimmer Mintgrün gestrichen habe. Nach etwas über zwei Jahren wandelte sich die Farbe dann in ein Taubengrau, welches nun auch etwa zwei Jahre meine Wand zierte. Aber in diesen zwei Jahren hat sich hier so einiges getan. Aus einem dunkelgrauen Sofa – welches perfekt zur Wandfarbe passte – wurde ein selbstgebautes, helles Holzsofa. Auch das ein oder andere Möbelstück verschwand aus dem Raum, andere kamen dazu und irgendwie wirkte es so langsam unrund mit meiner taubenblauen Wand.
Grau sollte es nun werden, aber bloß nicht zu trist und kalt. Wie Loriot sagen würde „ein frisches Steingrau“.

Farbe ist nicht gleich Farbe!

Die Wahl einer Wandfarbe finde ich meist gar nicht so einfach. Von einem kleinen Farbkärtchen ausgehend entscheidet man sich in der Regel für die Farbe einer ganzen Wand, wenn nicht sogar eines ganzen Raumes. Man kann mit ihr verschiedene Stimmungen in einem Raum erzeugen. Helle Farben lassen Räume größer erscheinen, dunklere Töne lassen Räume kleiner wirken. Ein warmer Farbton spendet Gemütlichkeit – ein dynamischer Farbton hingegen wirkt anregend. Man kann einen Raum durch Farbe unruhig werden lassen oder Ruhe hineinbringen. Die richtige Farbwahl ist also maßgeblich entscheidend für das Raumgefühl.
Mein Taubenblau hat das Wohnzimmer gemütlich und etwas kleiner wirken lassen, als es tatsächlich ist – das fand ich damals gemütlich. Inzwischen sehne ich mich aber nach mehr Weite. Mit meiner neuen Wandfarbe wollte ich erreichen, dass der Raum heller, freundlicher, leichter und etwas größer erscheint, als bisher. Dafür habe ich mir Farbkarten verschiedener Grautöne zu mir nach Hause geholt und diese begutachtet. Im Baumarkt, oder Fachgeschäft, wo die Farbkarten in der Regel ausliegen, sind die Lichtverhältnisse meist andere, als in den eigenen vier Wänden. Daher sollte man Farbproben oder -Karten immer zuhause auf sich wirken lassen und nicht direkt eine Farbe kaufen. 
Wichtig bei der Farbwahl ist auch: die Farbe sollte nicht nur gefallen, sondern auch zum Rest der Einrichtung passen. Bei mir war der Ausschlaggebende Punkt, dass die Farbe zum Bezug meines Sofas passen sollte. Daher habe ich zunächst geschaut welche Farbtöne in Frage kommen.

Grau ist nicht gleich Grau. Verschiedene Farbtöne beeinflussen das Raumgefühl auf unterschiedliche Art und Weise.


Nach und nach sortiere ich dann einen Farbton nach dem anderen aus, bis nur noch zwei bis drei Farben zur Auswahl übrig sind. Diese lasse ich dann ersteinmal ein bis zwei Tage auf mich wirken und schaue, wie sie bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen wirken.

Fast identisch, aber doch ein wenig anders. Die zwei letzten Farben, die zur Auswahl stehen.


Am Ende habe ich mich dann für dieses warme Hellgrau entscheiden, welches an meine Wand wandern soll:

Alles da?

Kaum stand die Farbe fest, habe ich alles besorgt, was man zum Streichen braucht:

  • Farbe
  • Sieb zum Abrollen oder eine Farbwanne
  • Spatel zum Umrühren der Farbe
  • Farbroller für Wandfarbe (ggf. mit Teleskopgriff)
  • Pinsel
  • Leiter
  • Malerkrepp
  • etwas zum Schutz des Bodens (Malervließ, Folie, Papier – ich nehme gern alte Zeitungen)
  • Füllmasse für eventuelle Löcher
  • alte Kleidung/ Malerkittel


Also rein in die Malerklamotten und auf geht’s!

Die Vorbereitungen

Zuerst werden alle Möbel und Deko-Gegenstände so weit von der Wand abgerückt, dass man entspannt arbeiten kann, ohne anzuecken. Denkt daran, dass ihr später evtl. eine Leiter des öfteren umstellen müsst oder mit einem Teleskopgriff hantiert – dann ist nichts nerviger, als keinen Platz zu haben.

Anschließend werden alle Nägel, Schrauben oder Klebereste von der Wand entfernt und vorhandene Löcher mit Spachtel- oder Fugenmasse masse gefüllt.
Während die Spachtelmasse aushärtet, geht es ans Putzen. Mit einem Staubwedel oder feuchten Tuch sollten alle Spinnweben oder Staubablagerungen von der Wand entfernt werden. Alles, was noch an Dreck herumfliegt, wird sonst später mit der Wandfarbe vermischt und lässt das Endergebnis weniger schön aussehen. Noch einmal kurz staubsaugen und weiter geht’s!

Kommen wir nun zu dem Teil, den ich am nervigsten finde, der einem aber am Ende die meist Arbeit spart: das Abkleben.
Am Ende möchte jeder Maler ein schönes Erdergebnis haben. Und das zeichnet sich durch gerade Farbkanten aus und dadurch, dass Farbe am Ende auch nur dort ist, wo sie sein soll – nämlich an der Wand. Eventuell vorhandener Stuck, Fußleisten, Steckdosen und Lichtschalter und natürlich der Boden und die anliegenden Wände sollen keine Farbe abbekommen. Daher sollte man diese mit einem guten Malerkrepp abkleben und darauf achten, dass dieses gut platziert ist alle Linien gerade angeklebt wurden.
Nichts, aber auch wirklich nichts kostet beim Steichen mehr Nerven, als ungerade Farbkanten und Farbkleckse, die später nochmals übergestrichen werden müssen.

Für den Schutz des Bodens verwende ich – sofern ich nur eine Wand streiche – einfach alte Zeitungen, die ich doppellagig auslege und mit etwas Kreppband befestige (so verrutschen sie nicht, wenn man darüber läuft). Für den Schutz der Fußleisten finde ich Kombi-Produkte aus einer Papiermanschette mit Klebeband sehr praktisch.

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen geht es – endlich – ans Steichen. Ich finde den Moment, in dem man die gewählte Farbe zum ersten Mal an der Wand sieht, jedes Mal auf’s neue Aufregend. War das die richtige Wahl? Zu Hell? Zu Dunkel? Gerade richtig?
Bevor es allerdings an das großflächige Auftragen der Farbe geht, wird die Farbe erstmal ordentlich umgerührt, damit sich alle Farbpigmente gleichmäßig verteilen. Dann sind zuerst die Ecken und Feinheiten an der Reihe. Mit dem Pinsel werden alle Umrisse umzeichnet, sodass man später mit dem Farbroller nicht in die Ecken muss.
Erst danach wird mit dem Farbroller die ganze Wand gestrichen. Hierfür wird die Farbrolle zunächst mit Farbe benetzt und dann in einer Farbwanne oder über einem Gitter gleichmäßig in die Rolle eingearbeitet. Die Rolle sollte nicht vor Farbe triefen, sonder gleichmäßig mit Farbe benetzt sein.
Anschließend kommt die Farbe an die Wand. Am besten arbeitet man sich mit System von einer Wandseite zur anderen. Ich arbeite immer grob Meter für Meter ab und starte von oben nach unten. Damit die Farbe sich gut auf der Wand verteilt, bewege ich die Rolle immer 2-3 Mal horizontal und anschließend nochmals 2-3 mal vertikal an einer Stelle. So kann sich die Farbe gut auf der ganzen Wand verteilen. Beim nächsten Abschnitt streiche ich dann leicht überlappend, damit das Endergebnis schön einheitlich wird.
Je nach Qualität der Wandfarbe und der Farbintensität des vorherigen Anstriches sollte man einen oder mehrere Anstriche kalkulieren. Ich gehe meist auf Nummer Sicher und streiche meine Wände zwei Mal.

Ist die Wand fertig gestrichen werden zunächst alle offenen Farbeimer weggeräumt. Sollen die Farbrolle und der Pinsel in naher Zukunft erneut mit dieser Farbe benutzt werden, kann man sie einfach luftdicht verschlossen – z.B. in einem Müllbeutel – für wenige Tage aufbewahren und erneut verwenden. Ist das Projekt komplett abgeschlossen, können Pinsel und Farbrolle einfach in der Dusche gereinigt werden. Hierzu einfach mit dem Duschkopf so lange die Rolle oder den Pinsel spülen, bis das Wasser klar bleibt. Anschließend trocknen lassen. So kann man Farbrollen und Pinsel für kommende Projekte aufbewahren.

Ich bin übrigens sehr zufrieden mit meiner Farbwahl. In welchen Farben habt ihr eure Wohnungen gestrichen?

Johanna

Ich bin Johanna, bin 27 Jahre alt und lebe im schönen Kiel. Ich bin ein gebürtiges Nordlicht und finde, dass es kaum einen schöneren Ort zum Leben gibt, als unser Bundesland zwischen den zwei Meeren. Ich liebe es mir an der See den Wind um die Nase pusten zu lassen – und das bei jedem Wetter. Ansonsten schlägt mein Herz für schönes Wohnen. Ich liebe gutes Design und baue auch gern mal das ein oder andere Möbelstück selbst.

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