Back to home
in Allgemein

Unser Baum im Hochzeitswald

  • 1. August 2020
  • Von Imke
  • 0 Kommentare
Unser Baum im Hochzeitswald

Mitte Juli waren wir seit 16 Jahren verheiratet. Vor sechs Jahren haben wir beschlossen, in Flensburg Wurzeln zu schlagen und fühlen uns hier seitdem pudelwohl. Und wie war das noch? Man soll in seinem Leben ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen? Ganz so eng nehmen wir es mit den alten Traditionen nicht, aber das mit dem Baum – das gefällt uns gut!

Da kam es genau richtig, dass mir neulich ein Faltblatt von Villekula in die Hände gefallen ist. Villekula ist ein gemeinnütziger Flensburger Verein, der sich seit 2013 der Natur- und Gesundheitsbildung für Kinder und Jugendliche verschreibt. Auf einem großen Stück Land am Stadtrand wird gegärtnert, geerntet und die Ernte verarbeitet. Und Villekula betreut gemeinsam mit dem Naturschutzbund (NABU) den Flensburger Hochzeitswald. Die Fläche selbst gehört der Stadt.

Willkommen im Flensburger Hochzeitswald!

Hochzeitswälder gibt es in mehreren deutschen Gemeinden und Städten. Der Flensburger Hochzeitswald ist eine Obstbaumwiese an der Marienau, in direkter Nachbarschaft zum Villekula-Land. 1995 vom NABU ins Leben gerufen, können Hochzeitspaare hier einen heimischen Obstbaum pflanzen, ein Symbol für den Wunsch nach einer dauerhaften Ehe. Die symbolträchtige Wiese ist zudem längst auch Zuhause für Wildblumen, Vögel und Insekten – ein Stück Natur- und Artenschutz. Und damit ein weiteres gutes Argument für uns, das Projekt mit einem eigenen Baum zu unterstützen.

Seit 2019 hat Villekula die Baumpflanzung im Programm: als einfache Pflanzung, mit und ohne Namensschild oder als Event mit Gästen und Kuchen vor Ort. Rund 150 Obstbäume stehen inzwischen auf der Wiese, einige sind 20 Jahre und älter.

Bester gesiebter Kompost für unser Quittenbäumchen

Wir haben uns eine Quitte ausgesucht. Ich mag Quitten, und ich finde, sie werden oft unterschätzt. Ein Grund mehr, sie zu fördern. Wir haben zwar kein Event gebucht, aber für die Neue Etage darf ich trotzdem dabei sein, als „unsere“ Quitte auf die Hochzeitswiese zieht.

Noch ist unsere Quitte allerdings eher ein Quittchen. Das kaum einen Meter hohe Bäumchen passt gut auf eine der Schubkarren, die Hans Reisener und ich mitsamt durchgesiebtem Kompost und einer Gießkanne Wasser als Starthilfe von Villekula aus zum benachbarten Hochzeitswald schieben.

„Umzugs-Karren“ für den kurzen Weg bis zum Hochzeitswald.

Dort sucht der Villekula-Gärtner an einem traumhaften Sommertag einen geeigneten Platz aus, hebt ein Loch aus, füllt es mit dem guten Kompost, befreit unser Bäumchen aus dem Pflanztopf, lockert die Wurzeln ein bisschen und setzt es ein.

Raus aus dem Topf, rein in die Wiesenerde.

Noch steht es etwas wackelig – vielleicht ist das ja auch bei jungen Ehen manchmal so. Beide müssen halt erst wurzeln und wachsen.

Ich darf mithelfen!

Wichtig: eine Schutzvorrichtung gegen allzu knabberfreudige Rehe und Schafe.

Damit das ohne Schaden durch neugierige Rehe, knabberfreudige Schafe und stürmisches Küstenwetter auch klappt, bekommt unsere Quitte eine Standhilfe und ein Drahtkleid als Verbisschutz. Wenn aus dem Bäumchen ein Baum geworden ist, kommt zumindest die Standhilfe weg.

Jetzt noch ein bisschen Stützhilfe…

… und einen Begrüßungstrunk für den Neuling auf der Obstbaumwiese.

Gepflegt und beerntet wird die Streuobstwiese vom NABU und von Villekula – im Rahmen von umweltpädagogischen Aktionen. Sind keine Schafe auf der Fläche, ist die Wiese öffentlich zugänglich. Als Baumspender haben wir ohnehin „Besuchsrecht“ und dürfen für uns ein paar Früchte mitnehmen.

Beste Aussichten!

Klar, dass wir „unseren“ Baum bald zusammen besuchen!

Informationen zum Hochzeitswalt: www.villekula.de

Imke

Ich bin Imke, studierte Germanistin, gebürtige Nordrhein-Westfälin und überzeugte Wahl-Schleswig-Holsteinerin. Ich habe im Norden mein Zeitungsvolontariat gemacht und weiß seither, dass ich „ans Wasser“ gehöre. Nach Zwischenstationen in Köln, Bamberg, Bayreuth und Oldenburg in Niedersachsen lebe ich seit 2014 mit Mann und Hund (wieder) im nördlichsten Norden – in Flensburg. Ich liebe es, direkt vor der Haustür zu Fuß auf Entdeckungstouren zu gehen und zähle seit 2018 zur Spezies der Camper. Wo unser erster Mini-Wohnwagen steht? Natürlich in Schleswig-Holstein!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Please check your instagram details.