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Upcycling DIY-Ideen

  • 15. August 2021
  • Von Regina
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Upcycling DIY-Ideen

Heute möchte ich über Umweltschutz schreiben.

Genauer gesagt, möchte ich zeigen, wie einfach man sogar beim Basteln ressoucenschonend handeln kann. Dabei möchte ich nicht moralisch werden. Denn jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung ist…genau…ein Schritt in die richtige Richtung.

Los geht’s.

Stellt euch folgendes Szenario vor:

„Mamaaaa, der Kleber ist alle!“ Es ist Sonntagabend und die große Tochter versucht sich gerade an einer selbstgemachten Karte, die sie ihrer besten Freundin am nächsten Morgen zum Geburtstag schenken möchte. Tja nun, der Klebestift ist alle. Worst case also in Kinderaugen. Und blöd, dass ich zwar letztens erst für die Schule genügend Klebestifte gekauft habe, diese allerdings alle unerreichbar im Bastelfach der Tochter im Klassenraum liegen. Düdümm. Meine alternativen Gestaltungsideen zum Aufhübschen der Karte werden von einem verzweifeltem Blick abgeschmettert. Es muss geklebt werden. Doch womit? Gut, dass das Internet 24/7 verfügbar ist, anders als der Schreibwarenladen. Nach kurzer Recherche werde ich fündig: Mehlkleber, der letzte Schrei in Sachen plastikfreies Basteln. Hm, klingt irgendwie…interessant. Und auf jeden Fall einen Versuch wert. Und was soll ich sagen? Ein skeptisches „Mama, das hält doch nie!“ verwandelt sich innerhalb von 15 Minuten in ein „Mama, du bist die Beste!“ Das geht doch runter wie Öl. 🙂 Kind glücklich, Mission erfüllt.

Dieses Szenario ist mittlerweile 1,5 Jahre her und seither nutze ich für die Bastelaktionen meiner Kinder tatsächlich nur noch diesen selbstgemachten Mehlkleber. Ich finde ihn einfach genial. Er ist superschnell gemacht, ist plastikfrei und reicht für die Bastelorgien meiner Kinder völlig aus. Dazu kann er mit einem Pinsel (oder viiiiel besser!) mit dem Finger aufgetragen werden – more goes not. 🙂 Für meine Kinder, aber auch für mich ist der Mehlkleber eine wunderbare Alternative zum gekauften Kleber. Das spart Ressourcen und wir vermeiden zusätzlichen Müll. Top.

Zutaten für den Kleber:

  • 200 ml Wasser
  • 1 gehäufter Esslöffel Mehl
  • 1 Teelöffel Zucker

Außerdem werden benötigt:

  • sauberes Schraubglas
  • kleiner Topf
  • Schneebesen

Und so geht’s:

  1. Alle Zutaten mit dem Schneebesen im Topf vermengen und unter ständigem Rühren erhitzen (nicht kochen). Tipp: Wer Mehlklümpchen im Wasser vermeiden möchte, kann das Mehl in den Topf sieben.
  2. Sobald die Mischung Bläschen entwickelt, wird die Stärke aus dem Mehl freigesetzt und bildet die Basis des Klebers. Solange weiterrühren, bis sich eine dickflüssige Masse gebildet hat.
  3. Die Masse in das Schraubglas umfüllen und ein wenig erkalten lassen. Der Kleber kann direkt verwendet werden oder ist – gut verschlossen – einige Tage im Kühlschrank haltbar. Beginnt er säuerlich zu riechen, sollte der Kleber nicht mehr verwendet werden.

Bisher haben wir den Kleber zum Kleben auf Papier, Glas und Konservendosen verwendet. Und ich gebe zu, ich bin immer wieder überrascht, wie gut das hält. Oder aber auch, wie gut und rückstandslos sich der Kleber (z.B. auf Glas) wieder entfernen lässt. Im Übrigen ist der Kleber für alle Eltern mit kleineren Kindern eine echte Alternative, weil er zwar eklig schmeckt, aber trotzdem ungiftig ist.

Kommen wir zum nächsten Szenario, das meiner Lieblings-DIY-Kategorie angehört: Upcycling – aus Alt mach Neu.

„Das will ich auf jeden Fall behalten!“ Mein 5-Jähriger schaut mich ernst und entschlossen an. Es ist ein regnerischer Samstagvormittag im Herbst und ich arbeite etwas unmotiviert daran, ein imaginäres Häkchen hinter ein lästiges ToDo zu setzen – Kinderklamotten aussortieren. Ich mag das nicht, die Kinder mögen es noch weniger. Aber was muss, das muss. „Es ist aber mein Lieblings-T-Shirt, daher behalte ich es!“ Mein nicht mehr ganz so kleiner Sohn schaut an sich und an dem definitiv zu kleinem Shirt herunter, den mit Pailletten besetzten Dinobauch hoch und runter streichelnd. Er hat von seinem Klamotten-Aussortier-Vetorecht Gebrauch gemacht (ja, sowas gibt es bei uns), ich bin also in der Zwickmühle. Doch wie gut, dass Stoff so ein tolles Material ist und sich viele neue Dinge daraus herstellen lassen. Das Shirt darf also bleiben und wird nicht weiterverschenkt, denn keine 5 Minuten später ist aus dem heiß geliebten Dino-Shirt ein mittlerweile ebenso heiß geliebter Einkaufsbeutel entstanden. Upcycling vom Feinsten. 🙂

Für den Beutel wird Folgendes benötigt:

  • T-Shirt
  • Schere

Und so einfach geht’s:

  1. T-Shirt flach ausbreiten und beide Ärmel sowie den Saum am Halsausschnitt direkt an der Naht abschneiden.
  2. Den unteren Saum ebenfalls abschneiden und das T-Shirt auf links drehen.
  3. Nun beide Lagen der größeren Öffnung (der unteren T-Shirt-Seite) in viele übereinander liegende etwa 1,5 cm breite und 4cm lange Streifen schneiden.
  4. Anschließend immer zwei übereinander liegende Stoffstreifen fest verknoten, bis alle Streifen verknotet sind. Der Taschenboden ist fertig.
  5. T-Shirt-Tasche wieder auf rechts drehen, fertig. Tipp: Wer den Fransenlook lieber mag, dreht das Shirt vor dem Verknoten nicht auf links.

Das waren hier nur zwei einfache Beispiele, wie man auch beim Basteln an die Umwelt denken kann. Step by step hat sich mein bzw. unser Bastelverhalten zum – wie ich finde – Positiven verändert. Verbasteln statt Wegwerfen z.B. ist das Lieblingsthema meiner Kinder. Egal ob Klopapierrollen, Korken, Schraubdeckel – das beste Bastelmaterial ist eh das, was man bereits zu Hause hat. Wer sich zu unsicher ist, was sich alles als Bastelmaterial eignet, fragt einfach mal seine Kinder. Die haben in der Regel einen ganz eigenen, oft guten Blick für sowas. 🙂

 

Weitere Bastelideen zum Thema habe ich bereits hier gezeigt:

Kaltporzellan selber machen

Insektenhotel aus Konservendose

Kressehasen aus Klopapierrolle

Magnete aus Deckeln

Vogelfutterstation aus Konserve

 

Viel Freude beim Basteln.

 

Regina

Ich bin Regina, 35 Jahre alt und ein waschechtes Nordlicht. Nordish by nature, könnte man sagen, da ich gebürtig aus Tallinn komme. Man findet mich oft am Strand, vielleicht ein Fischbrötchen in der Hand. Gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Kindern erkunde ich gerne die Strände in unserem schönen Bundesland und bringe nicht selten Treibgut und Muscheln von unseren Ausflügen mit. Wie praktisch, dass sich meine Sammelei gut als DIY-Material eignet. Apropos DIY – das ist meine heimliche Leidenschaft, der ich auf meinem eigenen Blog Kleine Herzensdiebe freien Lauf lasse. Beruflich mache ich übrigens irgendwas mit Büchern und Medien. Und Worten. Und hier nun auch mit Basteleien. Seid gespannt.

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