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Tagebuch: mein täglicher Gedankensammelplatz

  • 6. Januar 2021
  • Von Imke
  • 0 Kommentare
Tagebuch: mein täglicher Gedankensammelplatz

Was für ein Jahr! Es fühlt sich an, als hätte das Leben plötzlich einen Kopfstand gemacht. 2020 war so voll mit unbekannten Herausforderungen und herausfordernden Fragen, dass es mir vorkommt, als wäre es einfach vorbeigesaust. In meinem persönlichen Glücksglas stecken Erinnerungen an viele schönen Augenblicke – Momentaufnahmen. Aber was habe ich eigentlich gedacht, als der erste Lockdown anstand? Wie habe ich es geschafft, meine Ängste in den Griff zu bekommen? Welche Strategien habe ich entwickelt? Wie habe ich mich im vergangenen Jahr verändert?

Ganz bestimmt hatte ich auch jede Menge grandioser Ideen zur Weltrettung – oder einfach für einen schönen Nachmittag. Und nur, weil ich sie nicht gleich an ihrem großen Tag aufgeschrieben oder umgesetzt habe, sind sie vom täglichen Alltagsgedankenstrom aus Erledigungslisten, Jobaufträgen und Einkaufszetteln einfach weggespült worden.

Eine alte Kladde – mit neuem Leben. Mein erstes Tagebuch.

Deswegen habe ich auch schon im vergangenen Dezember angefangen, meinen guten Vorsatz für 2021 umzusetzen: Ich schreibe Tagebuch.

Zugegeben: Bisher habe ich noch keine weltverändernde Idee notiert, die mir zu entwischen drohte. Dafür habe ich ein paar Gedanken zwischen den Seiten festgehalten, die mir wichtig sind. Zum Beispiel, was für ein gutes Gefühl es ist, Dinge einfach gleich zu erledigen, statt sie auf eine To-Do-Liste zu schreiben. Ok, das ist jetzt keine neue Erkenntnis. Ich höre schon den Spruch „Was du heute kannst besorgen, …“ Aber irgendwie funktioniert es besser, wenn ich etwas für mich selbst aufschreibe. Aus eigener Erfahrung. So ein Tagebuch ist dann ein bisschen wie ein Brief an mich selbst. Wesentlich wirkungsvoller als eine Liste altbekannter Weisheiten – auch wenn am Ende inhaltlich dasselbe dasteht.

Ich bin zum Beispiel auch ganz groß darin, negative Zeiten zu verdrängen. Jedes Mal, wenn ich in eine Grübelfalle tappe, kommt es mir vor, als müsste ich einen völlig neuen – und natürlich heillos verhedderten – Knoten lösen. Zum Beispiel, wenn ich wieder einmal daran zweifle, ob ich die richtigen Schritte für meine Selbständigkeit in die Wege geleitet habe. Dabei dürfte mir diese besondere Grübelfalle laut meiner Freunde längst bestens vertraut sein – genau genommen, seit ich mich vor über vier Jahren selbständig gemacht habe.

Tagebuch als Erfolgsbarometer

„Ein Tagebuch kann dich kreativer machen, Ideen und Gedanken anregen. Es kann dir helfen, dein Leben zu ordnen, Prioritäten zu setzen oder sogar heilende Kräfte für dich haben. Es hilft dir, dich und deine Stärken und Schwächen zu entdecken, stärkt deine Persönlichkeit und kann dein Selbstbewusstsein stärken“, lese ich im Rahmen meiner kurzen Recherche für diesen Blogbeitrag. Mein Tagebuch ist also eine Art Selbstentwicklungsprojekt? Das klingt zu sehr nach Optimierungswahn und Arbeit.

Ich möchte einfach mehr über mich wissen und mehr von mir lernen. Ich möchte, dass ein Jahr nicht nur vorbeisaust, sondern ich es bewusst erlebe. Ich möchte schöne Gedanken auch im Nachhinein noch einmal in Ruhe betrachten und mich über sie freuen können. Nur für mich.

Wie so ein Tagebuch aussieht und wie man es schreibt? Die Antworten darauf sind so unterschiedlich wie die Tagebuchschreiber*innen. Ein paar Möglichkeiten möchte ich aber euch vorstellen:

Tagebuch als Organiser

Es gibt vorstrukturierte Tagebücher, in denen du an jedem Tag bestimmte „Rubriken“ füllst oder Fragen beantwortest. Ein Beispiel dafür ist das 6-Minuten-Tagebuch. Die Idee: Die Tagebuchschreiber*innen befassen sich morgens und abends jeweils drei Minuten mit vorgegebenen Gedanken, zum Beispiel „Ich bin dankbar für…“ oder „Was ich morgen besser mache…“.

Es gibt Erinnerungsalben, die man verschenkt, um sie eines Tages ausgefüllt zurückzubekommen, zum Beispiel von den eigenen Großeltern. Auch sie sind vorstrukturiert. Darin sollen zum Beispiel eintragen werden, welche Traditionen in der Familie besonders gepflegt wurden.

Gut sortiert: Ideen für ein Bullet Journal

Eine zeichenbegabte Freundin von mir hat sich ein Bullet Journal angelegt – eine Art erweiterter und gestalteter Organiser mit Platz für Erinnerungen, Aufgabenlisten, Brainstorming, Entwicklungsgrafiken und so weiter. Wer ein Bullet Journal anlegen möchte und ein bisschen Starthilfe braucht, kann sich in Bastelläden ein Bullet-Journal-Set kaufen: Notizbuch inklusive Gestaltungselementen wie Aufkleber, Stempel und Schablonen.

Einige Menschen nutzen auch ihren Kalender als Tagebuch. Zusätzlich zu den Terminen schreiben sie immer ein paar Stichworte oder kurze Texte zum jeweiligen Tag.

Und dann gibt es natürlich noch Online-Tagebücher – Blogs. Die kennt ihr ja schon 😉

Wie mein Tagebuch aussieht? Im Moment ist es eine alte Kladde, die ich noch rumliegen hatte. Ein paar Seiten waren schon rausgerissen, aber das war mir egal, denn als ich die Idee hatte, ein Tagebuch zu schreiben, musste es schnell gehen – sonst hätte ich auch diesen guten Gedanken womöglich wieder vergessen.

Altpapierrecycling: Mein neues Tagebuch – schnell selbstgebastelt.

Mein neues Tagebuch habe ich mir selbst gebastelt – aus Altpapier, das bei mir im Job immer wieder anfällt, denn ich lese meine Texte immer am Blatt Korrektur. Das Gute an dieser Form des Altpapierrecyclings: Die bedruckten Rückseiten sind auch gleich ein kleines „Tagebuch“, denn darauf sind Texte von abgeschlossenen Arbeitsaufträge zu lesen.

Imke

Ich bin Imke, studierte Germanistin, gebürtige Nordrhein-Westfälin und überzeugte Wahl-Schleswig-Holsteinerin. Ich habe im Norden mein Zeitungsvolontariat gemacht und weiß seither, dass ich „ans Wasser“ gehöre. Nach Zwischenstationen in Köln, Bamberg, Bayreuth und Oldenburg in Niedersachsen lebe ich seit 2014 mit Mann und Hund (wieder) im nördlichsten Norden – in Flensburg. Ich liebe es, direkt vor der Haustür zu Fuß auf Entdeckungstouren zu gehen und zähle seit 2018 zur Spezies der Camper. Wo unser erster Mini-Wohnwagen steht? Natürlich in Schleswig-Holstein!

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