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Schnitzen mit Kindern

  • 21. Oktober 2020
  • Von Regina
  • 0 Kommentare
Schnitzen mit Kindern

Neulich im Wald:

Kind 1: „Mama, können wir uns einen Wanderstock suchen?“

Ich (ahnungslos): „Natürlich.“

Kind 2: „Ich habe schon zwei entdeckt!“

Immer.

Ein Waldspaziergang mit einem Kind, das keinen Stock in der Hand hält? Undenkbar! Das wäre ja wie Dänemark ohne Softeis, wie der VW-Bulli ohne Surfer oder wie der Cheese ohne Cake. Nicht nur undenkbar, sondern auch untrennbar. Ein Stock in der Hand eines Kindes kann alles sein: Stift, Schwert, Ruder, Stockmann, Hochsprungstab und vieles mehr. Alles, ohne eine äußere Veränderung. Bemerkenswert. 🙂

Wir sind wirklich gerne und oft im Wald unterwegs und neuerdings sind zwei Dinge fester Bestandteil meiner Jackentasche: Schnitzmesser. Für jedes Kind ein eigenes. Denn wir haben vor Kurzem das nächste Level von ‚Kind mit Stock‘ erreicht: Schnitzen bzw. wie mit wenig Aufwand und mit den eigenen Händen etwas Tolles aus einem Ast entstehen kann. Die Kinder lernen beim Schnitzen nicht nur die feinen Unterschiede verschiedener Holzarten kennen, der geübte und sichere Umgang mit dem Schnitzmesser fördert neben der Kreativität auch die Fingerfertigkeit und vor allem die Konzentration. Ganz nebenbei macht es einfach Spaß zu sehen, wie sich der Ast in den eigenen Händen mit jeder Schnitzbewegung mehr und mehr verändert. Der Stolz, nachdem das „Werk“ vollendet ist, darf natürlich auch nicht unterschätzt werden. 🙂

Da die Schnitzkünstlerkarriere meiner Kinder noch sehr am Anfang steht, sehen ihre Werke aktuell mehr oder weniger gleich aus, nämlich wie dicke Holzstifte.

Das macht aber nichts, denn auch diese Holzstifte lassen sich mit wenig Aufwand noch weiter verändern. Etwas (wasserfeste) Farbe später schmücken kleine Wichtel unseren Gartentisch. Sie gehen übrigens schon prima als Geschenk für die Großeltern durch.

Weil das Schnitzen nicht nur eine coole Waldspaziergangsbeschäftigung ist, sondern eben auch das Arbeiten mit einem scharfen Werkzeug, kommen hier noch einige wichtige Infos zum richtigen Umgang mit Holz und Schnitzmesser.

Safety first

Schnitzen ist zwar eine tolle Beschäftigung für Kinder, doch sie sollten damit dennoch niemals alleine gelassen werden. Die Verletzungsgefahr, die von den scharfen Messern ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Kleinere Kinder sollten daher besser einen speziellen Schnitzhandschuh tragen, der die Hand, die das Holz hält, vor Schnitten schützt. Schnitzhandschuhe sind feste und robuste Arbeits- und Schutzhandschuhe, die – DIN-Norm geregelt – dank ihrer besonderen Materialbeschaffenheit schnitt- und stichfest sind.

Das richtige Schnitzmesser

Schnitzmesser ist nicht gleich Schnitzmesser. Kinder sollten lieber mit für ihre kleinen Hände geeigneten Messern schnitzen. Diese haben abgerundete Spitzen, die Kanten sind aber nicht weniger scharf! Bei Klappmessern sollte darauf geachtet werden , dass sich die Klinge arretieren, also feststellen lässt, damit sie beim Arbeiten nicht versehentlich wieder einklappt und so Verletzungen verursacht.

Welches Holz eignet sich zum Schnitzen?

Am besten eignet sich frisches Holz, in der Fachsprache Grünholz genannt. Es hat einen hohen Saftgehalt, wodurch es weicher und daher leichter zu bearbeiten ist. Allerdings können beim Trocknen kleine Risse entstehen. Getrocknetes Holz ist schwerer zu bearbeiten und ist nicht unbedingt Anfängerfreundlich. Linden-,Hasel-, Ahorn-, Eschen- und Birkenzweige sind perfekte Holzarten zum Schnitzen. Am besten verwendet man Reste von frischem Baumschnitt. Bitte nicht einfach Äste und Zweige von Bäumen in fremden Gärten, Parks und Wäldern entfernen, das ist nämlich nicht erlaubt!

Dos und Don’ts beim Schnitzen

  • Immer im Sitzen, auf einem festen Sitzplatz schnitzen.
  • Geschnitzt wird immer vom Körper und der haltenden Hand weg.
  • Ausreichend Platz zu anderen Personen halten.
  • Nur mit einem gut geschliffenem Messer schnitzen, sonst erhöht sich die Verletzungsgefahr.
  • Die Klinge muss arretiert sein.
  • Geschnitzt wird nur am eigenen Ast, nicht an Bäumen oder anderen Gegenständen.

Eine arretierte Klinge schützt vor Verletzungen.

So ist es richtig: Schnitzhandschuh, stabiler Sitzplatz, vom Körper weg schnitzen.

 

Ich wünsche euch nun viel Freude beim nächsten Waldspaziergang.

Regina

 

Regina

Ich bin Regina, 33 Jahre alt und ein waschechtes Nordlicht. Nordish by nature, könnte man sagen, da ich gebürtig aus Tallinn komme. Man findet mich oft am Strand, vielleicht ein Fischbrötchen in der Hand. Gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Kindern erkunde ich gerne die Strände in unserem schönen Bundesland und bringe nicht selten Treibgut und Muscheln von unseren Ausflügen mit. Wie praktisch, dass sich meine Sammelei gut als DIY-Material eignet. Apropos DIY – das ist meine heimliche Leidenschaft, der ich auf meinem eigenen Blog Kleine Herzensdiebe freien Lauf lasse. Beruflich mache ich übrigens irgendwas mit Medien. Und Worten. Und hier nun auch mit Basteleien. Seid gespannt.

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