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Selbstgebaute Popcornsiebe für das Lagerfeuer

  • 25. Juli 2020
  • Von Deichdeern
  • 0 Kommentare

Moin!

In den Sommerferien lange draußen sitzen und ein wenig Midsommar-Lagerfeuer-Romantik genießen? Oh ja! Am liebsten aber mit etwas zu knabbern. Wer Marshmallows nicht mehr sehen kann und für Stockbrot keine Muße, für den habe ich eine Alternative: Popcorn! Diese Anleitung möchte ich mit euch teilen, damit auch ihr Freude am Lagerfeuer-Popcorn haben könnt. Die Kosten belaufen sich – je nach Chichi und Qualität der Siebe – auf unter 10 Euro. Weiter unten im Artikel gehe ich auch noch darauf ein, wo offenes Feuer erlaubt ist und wo nicht.

Material

Für die Lagerfeuer-Popcorn-Siebe benötigst du:

  • zwei gleichgroße Siebe (Ich habe meine bei 1€-Laden für 2,50€/Stück erworben.)
  • zwei Schlauchschellen (Das Edelstahlpendant zu Kabelbinder. Ich empfehle 13-26mm, dann wird es nicht so ein Friemelkram. Gibts im Baumarkt, Kosten ca. 1,50€/Stk.)
  • ein Stück Holz, idealerweise ohne Splitter (Alter Besenstil z.B.; ich hab Treibholz verwendet.)
  • optional: Schubladengriff, ca. 7 € von Ib Laursen (hatte ich noch liegen)

Werkzeuge

  • Kreuz-Schlitz-Schraubenzieher für die Schellen
  • Fuchsschwanz für die Einkerbung
  • Zange
  • optional: Bohrmaschine für den Griff

Anleitung

Und los geht es! Such dir einen Stock aus. Meine Empfehlung: ca. 50 cm lang sollte er schon sein, damit er weit genug vom Feuer gehalten werden kann. An das Stockende hab ich eine zirka 1cm-tiefe-Kerbe gesägt. Dort sind nachher beide Siebe eingeklemmt, sodass der Luftraum zwischen den Sieben gering ausfällt und nichts vom feinen Mais in die Glut fällt.

Siebe mittels Schelle oben zusammenbinden. Kabelbinder geht nicht, weil es feuerfest sein muss. Ihr könnt alternativ auch Draht nehmen. Dann das untere Sieb mittels der zweiten Schelle am Stock befestigen. Der untere Teil des Siebes sollte dabei in die Kerbe schon eingeklemmt sein. Erst dann festziehen. Das zweite, obere Sieb klemmt ihr ebenfalls in die Kerbe nachdem der Mais drinnen ist. So entsteht keine Lücke und das wertvolle Popcorn bleibt im „Körbchen“. Meine Schelle war zu klein, deshalb hab ich nur eine Seite des Siebes befestigt. Idealerweise nehmt ihr eine größere und festigt beide mit dem Stock.

Nun kommen wir zum optionalen Griff. Den hab ich einfach durchgebohrt und festgeschraubt. Die Schrauben waren beim Griff dabei. Das schöne am Griff: Jetzt kann ich das ganze Ding aufhängen im Gartenhaus und muss keine Angst haben, auf die Siebe zu stolpern.

Und dann ist alles fertig und es darf Popcorn produziert werden. Yeah! Popcornmais gibt es nicht in jedem Supermarkt. Ich habe meinen bei Famila gekauft. Bon appetit!

Doch was ist, wenn ich keinen eigenen Garten mit Lagerfeuerstelle habe?

Dazu sei vorweg gesagt: Jede Flamme, die sich außerhalb eines geschlossenen Brennraums befindet, ist – per Definition – ein offenes Feuer. Die Größe ist unerheblich: Ein Lagerfeuer und ein Grill sind ebenso offene Feuer wie eine Fackel, ein Gaskocher und sogar eine Kerze.

Deshalb gilt die Faustregel: Wo ein Lagerfeuer nicht erlaubt ist, da ist es verboten.

Campingplätze, Parks, Flussufer und Wälder – jeder Fleck Land in Deutschland gehört irgendwem. Das können Länder, Gemeinden oder Privatpersonen sein. In jedem Fall gilt: Wenn du auf fremdem Land ein offenes Feuer machst, brauchst du dafür die Erlaubnis des Eigentümers. Zum Glück gibt es zahlreiche Orte, an denen Lagerfeuer erlaubt sind. Du musst aber überall diese wichtigen Regeln einhalten.

Das Entzünden eines offenen Feuers ist grundsätzlich streng verboten in

  • Naturschutzgebieten
  • Nationalparks
  • Wasserschutzgebieten
  • Naturdenkmälern
  • Wildschutzgebieten

Und das kann auch richtig teuer werden. Dann lieber bei jemanden im Garten oder an ausgewiesenen Stellen. Übrigens: Offenes Feuer im Garten ist in vielen Gemeinden erlaubt! Aber auch hier gibt es einen Paragrafen-Dschungel aus unterschiedlichen Bundes-, Landes- und Gemeinderegelungen.

In deinem eigenen Garten darfst du grundsätzlich ein kleines Lagerfeuer oder den Grill anschüren. Ein Feuer ist klein, wenn sein Durchmesser kleiner als ein Meter ist. Das Holz sollte trocken sein, damit nicht zu viel Rauch entsteht, der Nachbarn stören könnte. Das Grillgut darf mit Gas und auch mit Holzkohle zubereitet werden.

Wer es sich einfach machen möchte und auf Nummer sicher gehen mag, der googelt einfach Grillplatz. Dort werden viele öffentliche Plätze angezeigt, an denen ein Lagerfeuer erlaubt ist.

In Kleingartensiedlungen hängt es übrigens von der jeweiligen Kleingartenverordung des jeweiligen Ortes ab. In Kiel darf man zum Beispiel nur im Herbst ein Lagerfeuerchen machen. Wieder was gelernt. Solltet ihr also bei euch im Schrebergarten eins anstecken wollen, vorher einen Blick in die Ordnung werfen.

Schöne Zeit am Lagerfeuer!
Eure Deichdeern

Deichdeern

Moin, ich bin Julia! Ich lebe mit meiner Familie im Herzen Nordfrieslands und schreibe seit 2015 als Deichdeern auf meinem gleichnamingen Blog über alles, was mein Landherz höher schlagen lässt. Ich mag den Blick über den eignen Tellerrand - pardon Deich - und nehme euch deshalb gern mit auf einen Entdeckungstörn durchs heimische Gewässer, unserem schönen Schleswig-Holstein. Mein Schreibstil und mein Charakter sind sich sehr ähnlich: Authentisch. Ehrlich. Norddeutsch geradeaus. Ohne viel Schnickschnack. Also, Leinen los!

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