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Mut zur Farbe!

  • 28. Oktober 2020
  • Von Johanna
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Mut zur Farbe!

Wenn ich mit Farben mal so richtig ausflippen will, dann streiche ich bestenfalls eine Wand in einem gedeckten Farbton und lege vielleicht noch ein buntes Kissen auf mein Sofa. Was ich damit sagen will? Ich bin definitiv die falsche Ansprechpartnerin für einen Artikel zum Thema „Mut zur Farbe!„.

Deswegen habe ich mir jemanden gesucht, der ein besseres Händchen dafür hat. Gefunden habe ich Susanne Keppler, die nach 20 Jahren Erfahrung in der Welt der Einrichtung und Raumausstattung vor 5 Jahren ihr eigenes Ladengeschäft „Kepplers“ im Kieler Jungfernstieg eröffnet hat. Vom kleinen Deko-Accessoire bis hin zur kompletten Wohnberatung – mit einem Gespür für Farben, Muster und Beleuchtung lässt sie Wohnträume wahr werden.

Und genau deswegen habe ich mich mit ihr getroffen, um mit ihr über die Farbwahl für das eigene Zuhause zu sprechen.

Zu allererst muss man natürlich zu wissen, welche Farbe zu einem selbst und dem eigenen Zuhause passt. „Am wichtigsten ist es, dass man erstmal die eigene Wohnsituation analysiert.“ erklärt sie mir. „Wie viel Sonne habe ich in meiner Wohnung, schaue ich aus dem Fenster auf eine Häuserfront oder ins Grüne? Darüber hinaus sollte man auch die bestehenden Möbel in die Planung integrieren – vielleicht kann man Veränderung auch durch Umgestaltung von bestehenden Gegenständen erreichen. Genauso ist die Farbwahl natürlich auch eine Typfrage.

Welcher Farbtyp man ist kann man, zum Beispiel, darüber hinausfinden, dass man mal einen Blick in den eigenen Kleiderschrank wirft. „Anhand der Farben, mit denen man sich gern umgibt, kann man gut herausfinden, was einem auch im Wohnraum gefallen könnte. Was du gerade trägst, könnte also farblich passen.„, erklärt Susanne mir – und sie liegt damit goldrichtig. Ich trage zu unserem Termin einen rostroten Pullover und ein T-Shirt in Rosa – mein aktuelle Lieblings-Kombination. Vor einigen Wochen habe ich mein Bad in exakt diesen Farben gestrichen und es gefällt mir sehr.

Grundsätzlich gilt für Susanne: Perfektion ist langweilig. „Wenn man Spannungen erzeugt, dann macht das eine Umgebung erst besonders. Da kann auch mal etwas knapp daneben sein und es ist trotzdem gut.“ No-Gos gibt es für die Raumausstatterin nicht. „Am wichtigsten ist, dass man sich selber am Ende wohlfühlt!“ sagt sie.

Hat man sich für eine grobe Farbe entschieden, geht es darum, den richtigen Farbton zu finden. „Dafür kann man sich gut diese kleinen Farbkarten, zum Beispiel aus dem Baumarkt, mitnehmen und sie zuhause auf sich wirken lassen. Wichtig ist, dass man schaut, dass die Farbe zu den bestehenden Möbeln passt und das man sie sowohl bei natürlichem Licht zu verschiedenen Tageszeiten, als auch bei Kunstlicht auf sich wirken lässt.„, erklärt die Expertin. „Falls ein großflächiger Anstrich geplant ist, kann es darüber hinaus hilfreich sein, wenn man erstmal nur eine kleine Fläche mit einem Probeanstrich versieht, bevor man direkt eine große Menge der Farbe kauft.“, fährt sie fort.

Gerade bei kleinen Räumen, findet Susanne, kann man auch mal etwas mutiger sein, was den Einsatz von Farben angeht. „Ein kleiner Flur oder ein kleines Bad können ruhig der Brüller sein. Da kann man auch mal einen Boden in Orange mit einer Wand in Petrol kombinieren.“ Auch Tapeten oder farblich unterteilte Wände können kleine Räume im Nu zum Hingucker werden lassen.

Zum Abschluss möchte ich noch wissen, welche Farben sich gut für Räume eignen, in denen man zur Ruhe kommen möchte, wie zum Beispiel dem Schlafzimmer. „Im Schlafzimmer bin ich für ‚weniger ist mehr‘. Je weniger hier passiert, desto ruhiger wirkt der Raum. Leichte Wasserfarben, wie helles Blau oder Grün in Kombination mit einer passenden Bettwäsche können diesen Effekt haben. Es kann aber auch gern ‚zart und duftig‘ sein mit hellen Puder- oder Sand- und Saharatönen.

Abschließend lässt sich jedoch sagen: Farbwahl ist immer typsache und individuell. „Ich hatte mal einen Kunden mit petrolfarbener Wand und einer Mustertapete im Schlafzimmer. Das sah auch klasse aus – und ihm hat es sehr gefallen.“ erklärt Susanne. Und damit sind wir wieder beim Ausgangsmotto: Erlaubt ist, was gefällt! Und wenn man doch mal unsicher ist? „Ausprobieren schadet nicht – im Zweifelsfall kann man ja nochmal drüberstreichen.“ findet Susanne. 

Was lernen wir daraus? Nur Mut zur Farbe!

 

 

 

Johanna

Ich bin Johanna, bin 27 Jahre alt und lebe im schönen Kiel. Ich bin ein gebürtiges Nordlicht und finde, dass es kaum einen schöneren Ort zum Leben gibt, als unser Bundesland zwischen den zwei Meeren. Ich liebe es mir an der See den Wind um die Nase pusten zu lassen – und das bei jedem Wetter. Ansonsten schlägt mein Herz für schönes Wohnen. Ich liebe gutes Design und baue auch gern mal das ein oder andere Möbelstück selbst.

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