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Der Mais ist heiß!

  • 27. Juni 2020
  • Von Deichdeern
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Der Mais ist heiß!
Moin!

Grillen neu gedacht! Den Grillkohlemarkt revolutionieren – so lautet die Mission der Berliner Gründer Valentin Schnoor und Johannes Musiol. Ihre Maiskohle, die den klangvollen Namen „Maister“ trägt, besteht aus getrockneten Spindeln der beliebten Nutzpflanze. Also der Kolben ohne die Maiskörner, wenn man so will. Das verspricht ein unkompliziertes, sauberes und vor allem nachhaltiges Grillvergnügen.

Die Maisspindeln lassen sich mit ein wenig Grillanzünder ganz einfach anzünden, Funkenflug entsteht keiner und macht man sich die Hände nicht schmutzig. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen. Was ich aber besonders stark fand, war das binnen 20 Minuten die Kohle auf den Punkt war und das Grillgut auf den Grill konnte. Doch warum ist die Kohle so schnell fertig? „Weil die feste Haut der Spindeln wie ein natürlicher Brandbeschleuniger funktioniert, entwickeln sich schnell die nötige Glut und eine hohe Hitze“, so Valentin Schnoor, Mitgründer von Maister.

Wie kam es zu dem Business?

Die Berliner Gründer treibt das Thema Nachhaltigkeit so sehr um. Beide haben einige Jahre in Afrika gearbeitet und konnten mit eigenen Augen sehen, welche gravierenden Folgen die dortige Nutzung von Holzkohle für den Baumbestand. Sie suchten nach einem Substitut, also einem Produkt was das andere ersetzt und entdeckten den Mais, bzw. genauer gesagt die Maisspindel als perfekten Kohleersatz. Wenn alle Maiskörner vom Kolben entfernt sind, bleibt die Maisspindel übrig. Bei der Körnermaisproduktion – nicht zu verwechseln mit Silomais, da wird die ganze Pflanze samt Kolben gehäckselt -bleibt die Spindel als Abfallprodukt übrig. Die Maisspindeln stammen aus Deutschland, genauer gesagt aus Baden-Württemberg. „Weil wir unsere Ware so regional wie möglich beziehen wollen, sind wir gerade verstärkt im Gespräch mit deutschen Maisbauern und beziehen schon größere Mengen von diesen“, sagt Johannes Musiol.

Maisspindeln aus Baden-Württemberg

„Viele Menschen machen sich gar keine Gedanken darüber, woher ihre Holzkohle eigentlich stammt“, sagt Johannes Musiol. Dabei sei die globale Holzkohleproduktion doch mitverantwortlich für die Abholzung von Regenwäldern und damit das Aussterben seltener Tropenhölzer und Tierarten. Mehr als 90 Prozent der Holzkohle werde hierzulande importiert, und etwa 60 Prozent der in Deutschland verkauften Produkte enthalte Tropenholz – oftmals aus Südamerika und Afrika. Mit ihrer Maister GmbH, die sie im April 2017 gegründeten, tragen sie einen Teil dazu bei, dass die Deutschen auch bei der Lieblingsbeschäftigung dem Grillen auch Nachhaltigkeit nicht verzichten müssen.

Und was ist der Plan für die Zukunft?

Die Antwort ist einfach, denn die beiden Gründer möchten den gesamten Grillkohlemarkt umkrempeln. Rein rechnerisch wäre das auch möglich, denn pro Hektar werden ca. 1 Tonne Maisspindeln gewonnen. Der Deutsche Holzkohlemarkt ist 250.000 Tonnen groß. Man bräuchte also 250.000 ha. In Deutschland werden laut Deutschem Maiskommitee rund 400.000 ha Körnermais angebaut – der komplette Holzkohlemarkt könnte somit ersetzt werden. Bei uns ist die Kohle mittlerweile im gut sortieren Lebensmitteleinzelhandel (Edeka) erhältlich – selbst auf dem Dorf.

Na denn, mal frohes, nachhaltiges Grillen!
Eure Deichdeern Julia

Deichdeern

Moin, ich bin Julia! Ich lebe mit meiner Familie im Herzen Nordfrieslands und schreibe seit 2015 als Deichdeern auf meinem gleichnamingen Blog über alles, was mein Landherz höher schlagen lässt. Ich mag den Blick über den eignen Tellerrand - pardon Deich - und nehme euch deshalb gern mit auf einen Entdeckungstörn durchs heimische Gewässer, unserem schönen Schleswig-Holstein. Mein Schreibstil und mein Charakter sind sich sehr ähnlich: Authentisch. Ehrlich. Norddeutsch geradeaus. Ohne viel Schnickschnack. Also, Leinen los!

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