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Klimmzüge für deine grauen Zellen

  • 8. August 2021
  • Von Imke
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Klimmzüge für deine grauen Zellen

Ich fahre jeden Tag mit dem Rad, wandere stundenlang mit unserem Hund durch die Umgebung, entdecke die Flensburger Förde im Kajak, trainiere regelmäßig auf dem Ruder-Ergometer – und lasse fast jede, auch noch so kleine Rechnung von der Taschenrechner-Funktion meines Smartphones erledigen. Passt irgendwie nicht zusammen…

Ok, Mathe war schon in der Schule nicht so meine Stärkte. Als Entschuldigung zählt das aber nicht. Immerhin geht es jetzt nicht mehr darum, beim Kopfrechen-Wettbewerb in der Mittelstufe nicht als Letzte mit rotem Kopf im Klassenzimmer zu stehen, während alle anderen sich nach erfolgreich gelöster Rechenaufgabe setzen durften.

Es geht um viel mehr: Es geht um die Fitness meiner kleinen grauen Zellen! Die, die mich jeden Tag mit guten Ideen und Aha-Effekten versorgen – und das bitte auch in Zukunft so lange und so gut wie möglich tun sollen. Und zur Beruhigung für alle anderen Mathe-Phobiker*innen: Zahlenakrobatik ist nicht die einzige Methode, um die Muskeln im Kopf spielen zu lassen.

Hiermit erkläre ich Gehirnjogging zur Trendsportart!

Ideen zu einem entsprechendes Zirkeltraining mit Klimmzügen, Sprints und Liegestützen für graue Zellen gibt es genug. Einmal „Train your Brain“, „Gehirnjogging“ oder „Memory-Spiele“ gegoogelt und schon bekommst du Knobelaufgaben aller Art frei Haus – zum Beispiel als Online-Quizz oder youtube-Anleitung. Auch in Stadtbücherei und Buchladen findest du schnell die unterschiedlichsten Trainingspläne. Kostenlose Hefte mit Knobelaufgaben gibt es übrigens oft in Apotheken. Die Apotheke bei uns um die Ecke hat mit „Sudoko“, „Kopf fit“ und „Rätsel“ gleich drei Hefte im Regal, die ich mir regelmäßig hole.

Aus den gefundenen Angeboten habe ich mir meinen individuellen kleinen Trimm-Dich-Pfad zusammengestellt und stelle euch hier mal ein paar Stationen vor:

Warm-up auf Papier

Zum Aufwärmen empfehle ich ein paar einfache Logik- und Suchaufgaben.

Unter den Logikrätseln mag ich Sudoku am liebsten. Ein Sudoko besteht meist aus 9 x 9 Kästchen. Einige sind bereits mit Ziffern von 1-9 ausgefüllt. Deine Aufgabe ist es, auch die restlichen Kästchen auszufüllen und zwar so, dass in jeder Zeile, in jeder Spalte und in jedem der neun Neunerkästchen jede Ziffer von 1-9 genau einmal vorkommt. Nach ein paar Sudokus lässt sich dein Gehirn ganz unterschiedliche Herangehensweisen einfallen, um die passende Ziffer zu finden. Es knobelt in Kästchen, in Reihen und Spalten, denkt mehrere Schritte voraus, wenn es mehrere Möglichkeiten für eine Ziffer gibt und kann sich so gut warmlaufen. Wer nicht so auf Zahlen steht, kann das Ganze beim Mojidokuauch mit Buchstaben von A-I machen.

Um die kleinen grauen Zellen erst einmal aufzuwecken, eignen sich auch einfache Suchaufgaben ganz gut. Ein Klassiker: Streiche in einer langen Reihe von i und j alle i durch. Funktioniert auch mit d/b, m/n, q/p – eben mit allen Buchstabenpaaren, die sich nur wenig voneinander unterscheiden. So ein Suchrätsel kannst du dir am Computer auch einfach selbst schreiben und ausdrucken. Los geht´s:

dbdbbbdbbdbdbbdbbdbdbdbdbbdbdbdbdbbdbbbdbdbbbdddddbbdbbdbbdbbdbbdbdddbb dbdbbbdbbdbdbbdbbdbdbdbdbbdbdbdbdbbdbbbdbdbbbdddddbbdbbdbbdbbdbbdbdddbbdbdbbbdbbdbdbbdbbdbdbdbdbbdbdbdbdbbdbbbdbdbbbdddddbbdbbdbbdbbdbbdbdddbbdbdbbbdbbdbdbbdbbdbdbdbdbbdbdbdbdbbdbbbdbdbbbdddddbbdbbdbbdbbdbbdbdddbb

Die Aufmerksamkeit deiner grauen Zellen bekommst du auch mit Lückenfüllern. Das sind zum Beispiel Worte, in denen einzelne Buchstaben oder gleich alle Vokale fehlen, Rechenaufgaben, in denen eine Zahl fehlt oder Worte, bei denen nur eine Silbe vorgegeben ist. Probiere es aus!

Finde für jede Silbe mindestens vier verschiedene Hauptwörter: La-, Le-, Li-. Natürlich, ohne dazu ins Wörterbuch zu gucken!

Setze die fehlenden Vokale ein:

n dsm Stz fhlen ltr ll Vkl, br ch bn mr schr, dss d hn trtzdm lsn knnst. 

Zu den Wortspielereien gehören auch zerhackte Wörter. Dazu werden lange Wörter in Teilen präsentiert und müssen dann sinnvoll wieder vereint werden. Versuch doch mal, aus diesen Bruchstücken drei Wörter zu bilden:

ELE IRNJ REIEN IKR GEH ÄTSEL LOG OGGI WOR NG TSPI

Viel Spaß!

Der Klassiker: Kreuzworträtsel

Training im Alltag

So. Die Aufmerksamkeit deines Gehirns solltest du haben. Wie wäre es jetzt mit ein paar Erinnerungsübungen? Mein Ehrgeiz, was diesen Bereich angeht, ist sehr groß. Ich setze nämlich darauf, dass sich bald ein Trainingseffekt einstellt und ich nicht mehr jeden Morgen erst meine normale, dann meine Arbeitsbrille suche – was für mich ohne Brille kurz nach dem Aufstehen und vor dem ersten Kaffee eine echte Herausforderung ist.

Eine Übung, die sich da gut in den Alltag einbauen lässt, ist der Einkaufstriathlon. Erste Disziplin: Einkaufszettel merken. Ich schreibe zuhause an unsere Tafel, was ich einkaufen will, präge es mir ein und gehe los – ganz absichtlich ohne Einkaufszettel!

Zweite Disziplin: Graue Zellen ablenken. Damit ich nicht den ganzen Weg über gedanklich meine Einkaufsliste aufsage, nehme ich zum Beispiel jeden zweiten Buchstaben vom Alphabet und zähle alle Menschen auf, die ich kenne und deren Vornamen mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Tipp für Fortgeschrittene: Der ausgewählte Buchstabe soll nicht der Anfangs- sondern der zweite Buchstabe im Vornamen sein.

Beispielnamen für A: Sandra, Sabine, Nadine

Ein gutes Ablenkungsmanöver sind auch Zahlsprachtrainings. Dazu übersetze ich jede Zahl, die ich auf dem Weg sehe – zum Beispiel auf Autonummernschildern – in alle Fremdsprachen, die ich einigermaßen beherrsche. In meinem Fall sind das Englisch, Französisch und Dänisch. Da stehe ich zwar schon mal ein bisschen länger vor einem Auto, dafür verbessere ich aber ganz nebenbei noch meine Fremdsprachenkenntnisse.

Alternativ lenke ich mein Hirn ab, indem ich mir eine Farbe aussuche und es alles suchen lasse, was diese Farbe hat. Ihr glaubt gar nicht, wie viele rote Dinge sich plötzlich auf dem Weg von eurer Haustür bis zum Supermarkt befinden. Und das nur, weil ihr darauf achtet.

Im Laden angekommen, stellt sich dann raus, wie gut ich mich an meine Einkaufsliste zuhause erinnern kann. Je nachdem, wie das Ergebnis ausfällt, fällt auch der Umfang der dritten Disziplin meines Einkaufstriathlons aus, bei der in erster Linie meine Beinmuskeln gefordert sind: Nochmal losgehen. Denn alles, von dem ich zuhause feststelle, dass ich es vergessen habe, brauche ich ja trotzdem 😉

Hochleistungssport – zumindest für mich

Wenn ich mein Hirn so richtig ins Schwitzen bringen möchte, suche ich mir Rätselrechengeschichten, zum Beispiel: Eine Familie hat drei Söhne. Fiete ist doppelt so alt, wie Hannes sein wird, wenn Ben so alt ist, wie Fiete jetzt ist. Wer von den dreien ist der Jüngste, wer der Älteste?

Während meines Studiums hatte ich beim Um-die-Ecke-Denken die Nase vorn – eine Disziplin, die ich gut trainiert habe, weil ich damals ein Abo der Wochenzeitung Die Zeit hatte. Das hieß für mich: Wöchentlich ein neues Um die Ecke gedacht-Rätsel im ZEITmagazin. Meine persönliche Challenge: Erst wenn ich das Rätsel gelöst hatte, durfte ich meine Lieblingsrubrik Wissen lesen. Ich habe mir allerdings je nach Tagesform ein paar Joker gegönnt und Freund*innen miträtseln lassen. Wer die ZEIT nicht hat, kann sich entweder online ein Spiele-Abo abschließen oder sich die Eckstein-Klassiker als Buch kaufen.

Online-Rätselei

Wer am Rechner arbeitet und einfach zwischendurch immer mal wieder sein Hirn auf andere Gedanken bringen möchte, ohne es allzu sehr runterzufahren, findet online etliche Möglichkeiten dazu. Brainfit bietet dir in den Kategorien Basistrainig, Gedächtnistraining, Denkrätsel und Bilderrätsel eine gute Auswahl an. Wenn ich gerade an längeren Texten sitze, sind die Bilderrätsel genau das Richtige für mich: Verfremdete oder zerstückelte Bilder, die mit jedem Klick deutlicher werden. Ziel ist es, möglichst früh herauszufinden, was am Ende rauskommt. Dalli klick-Fans werden begeistert sein!

Auf der Seite von Doppelherz gibt es Aufgaben fürs Kurzzeitgedächtnis (Remember-Suite), Merkspiele und Wissens-Quizspiele. Als Memory-Spielerin versuche ich meist, bei den Merkspielen meine Ratezeiten zu verkürzen.

KAMI 2: nicht nur ästhetisch sondern auch echt knifflig…

Natürlich kannst du dir dein persönliches Trainingsprogramm auch per App zusammenstellen. Unter den kostenlosen Apps gehören NeuroNation, Lumosity, Peak und die Puzzle-App KAMI 2 zu den Klassikern. Peak und KAMI 2 habe ich jetzt seit einigen Tagen auf dem Smartphone. Ok, bei der kostenlosen Version von Peak nervt die Werbung, aber die Aufgaben sind echt klasse: Mal kreuze ich lächelnde Gesichter an (sehr motivierend), mal bilde ich Worte, mal sortiere ich Objekte. Mehr Abwechslung geht kaum! Die Aufgaben von KAMI 2 funktionieren immer nach demselben Prinzip: Durch Einfärben von Flächen per Klick soll ich aus einem Bild aus unterschiedlich farbige Flächen eine einzige Farbfläche machen. Trotzdem: Der Kniffelfaktor ist hoch – und hübsch aussehen tut es auch noch.

Wasser und Nüsse – echtes Brainfood!Übrigens: Genau wie Arm-, Bein-, Bauchmuskeln & Co kannst du auch deine grauen Zellen beim Muskelaufbau mit der passenden Ernährung unterstützen. Jede Menge Tipps findest du diesmal unter dem Stichwort „Brainfood“. Hier sind die wichtigsten zusammengefasst:

  • Viel Wasser sorgt dafür, dass Sauerstoff und Nährstoffe in deinem Gehirn ankommen.
  • Nüsse haben Vitamin B und Mineralstoffe und – genauso wie hochwertige Öle – Omega-3-Fettsäuren im Gepäck.
  • Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und Kartoffeln liefern u. a. die erforderlichen komplexen Kohlehydrate.

Kombiniert mit einem regelmäßigen Bewegungsprogramm schaffst du die besten Rahmenbedingungen dafür, dass du die Taschenrechner-App auf deinem Smartphone getrost deinstallieren und den Einkaufszettel „vergessen“ kannst.

Grüße vom Ruder-Ergometer – mit Nüssen in Zugriffnähe und einem Sudoku vor der Nase,

Imke

Zum Glück gibt es die Lösungsseiten.

Lösungen

  • Fehlende Vokale: In diesem Satz fehlen alle Vokale, aber ich bin mir sicher, dass du ihn trotzdem lesen kannst.
  • Beispiellösungen Lückenfüller: Lametta/Latrine/Lamellen/Laterne, Lesebuch/Lebertran/Legoland/Leben,
  • Litanei, Libelei, Libelle, Literatur
  • Zerhackte Wörter: Wortspielereien, Logikrätsel, Gehirnjogging
  • Rätselrechengeschichte: Fiete ist der Älteste, Hannes der Jüngste.

Imke

Moin, mit Jahrgang 1972 bin ich die „Seniorin“ in der Neuen Etage und fühle mich in dieser besonderen WG pudelwohl. Geboren in Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) habe ich mich schon während meines Zeitungsvolontariats in den Norden verliebt. Nach ein paar Umwegen über Köln, Bamberg, Bayreuth und Oldenburg (Nds.) bin ich 2014 samt Mann und Hund (wieder) in Schleswig-Holstein angekommen. Inzwischen leben wir in Harrislee, einer Gemeinde direkt an der dänischen Grenze und nur einen Katzensprung von Flensburg entfernt. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, gehe ich am liebsten direkt vor der Haustür zu Fuß auf Entdeckungstouren oder powere mich im Kajak auf der Förde aus.

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