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Homeschooling-Hacks

  • 10. Januar 2021
  • Von Regina
  • 0 Kommentare
Homeschooling-Hacks

Das Leben mit kleinen Kindern ist schön, aber auch herausfordernd. Lockdown mit kleinen Kindern ist noch immer schön, aber um ein Vielfaches herausfordernder. Sport und Freizeitaktivitäten liegen auf Eis, Freunde treffen ist auch eher schwierig und dann gibt es ja noch das Thema Homeschooling…

Zu Letzterem habe ich euch einige Punkte zusammengetragen, die meiner Tochter bereits im ersten Lockdown geholfen haben, Homeschooling als etwas Positives anzunehmen. Dazu muss ich vorwegschicken, dass meine siebenjährige Tochter erst in der zweiten Klasse und darüber hinaus recht gewissenhaft ist. Der Lernstoff ist noch sehr easy, auch wenn die Masse manchmal überhand nimmt. Ich behaupte dennoch, dass sie auch ohne meine Homeschooling-Hacks eher wenig Schwierigkeiten hätte, mit Homeschooling klarzukommen. Bei meinem quirligen Sohn sähe die Sache bestimmt anders aus. Glücklicherweise ist er noch ein Kindergartenkind…

Was ich sagen möchte: Die Tipps, die ich hier aufliste, passten und passen super zu uns und zu meinem Grundschulkind. Ich behaupte nicht, dass sie zu jedem Kind passen (das wäre auch zu anmaßend), aber vielleicht bieten sie eine Ergänzung, eine neue Herangehensweise oder einfach eine Inspiration, um eine angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Damit das Thema Homeschooling kein Nervthema ist. Los geht’s.

Das Wichtigste zuerst: Druck rausnehmen.

Es mag sein, dass das banal klingt, aber ich finde es wirklich wichtig, sich selbst und seinem Schulkind möglichst keinen Druck zu machen. Es ist wie es ist und Perfektionismus ist aktuell fehl am Platz. Nichts ist schlimmer, als seinem Kind überhöhte Erwartungen überzustülpen. Beispiel: Meine Tochter hatte im ersten Lockdown gerade erst mit dem Schreiben begonnen. Ihre Buchstaben waren Lichtjahre von einer Schönschrift entfernt. Ich wollte ihr aber den anfänglichen Stolz über ihre ersten geschriebenen Texte nicht zerstören, indem ich ihre Schrift kritisiere. Ich lobte also ihren Fleiß und die Kreativität ihrer Texte. Und siehe da, das Kind hat noch immer Freude am Schreiben und die Schrift ist mit der Zeit wie von selbst nicht nur leserlich, sondern auch Elternaugenfreundlich geworden. 🙂 Daher: Keep it easy.

Hack 1: Arbeitsplatz

Ich weiß nicht, wie ihr das regelt, aber bei uns werden Hausaufgaben am Schreibtisch im Kinderzimmer erledigt. Normalerweise. Jetzt ist aber nicht normalerweise. Meine Tochter erledigt im Lockdown nicht bloß Hausaufgaben, sondern lernt teilweise ganz neuen Stoff. Sie hat also Unterricht, auch wenn der nicht in der Schule stattfindet. Ich finde, dass hier ein symbolischer Ortswechsel im Haus, in der Wohnung nicht verkehrt ist, damit das Kinderzimmer frei von Frust ist. Meine Tochter sitzt daher am großen Esstisch, an dem auch ich gerade sitze, um diesem Text zu tippen, während der Kleine ebenfalls bei uns ist und Rätsel löst, Bücher anschaut oder puzzelt. Unser Esstisch gleicht einem Coworking-Space und wie in einer echten Bürogemeinschaft, darf auch bei uns geredet und geblödelt werden, um kurze Zeit später wieder konzentriert zu arbeiten.

Hack 2: Eltern sind zu Hause Eltern

Ich weiß, ich hab gut Reden, weil ich mich nur mit Zweitklässleraufgaben herumschlagen muss, aber auch ich rolle innerlich öfter als mir lieb ist mit den Augen, wenn die für mich simple Matheaufgabe von meiner Tochter noch immer nicht verstanden wurde… Wenn ich merke, dass ich in einen Oberlehrerton verfalle und meine Geduld droht, sich zu verabschieden, dann mahne ich mich dazu, wieder Mutter zu sein. Sprich, Verständnis zu zeigen, zu helfen, da zu sein. Eigentlich ist das klar, aber manchmal… Meine Tochter meinte im ersten Lockdown zu mir, dass ich nicht so lehrermäßig streng sein soll. Sie ist ja erst dabei die Aufgaben zu lernen, während ich sie doch längst kann, da ich ja bereits hundert Jahre alt sei. Autsch, das saß (und damit meine ich nicht das wenig schmeichelhaft geschätzte Alter…). Eltern sind zu Hause Eltern und keine Lehrer, auch wenn sie im echten Leben vielleicht wirklich Lehrer sind.

Hack 3: Pausensnack = Unterrichtssnack

Jaaaaa, hier darf während des Unterrichts genascht werden. Aber bitte nur Kram, der nicht schmiert. Nüsse, Trockenobst, Salzbrezeln und ok, kleine Schokohäppchen sind auch erlaubt (ich bin schließlich nicht päpstlicher als der Papst). In der Schule wird schließlich auch gefuttert, in den Pausen zwar, aber immerhin. Und irgendeinen Vorteil muss das ganze Homeschooling-Ding doch haben, oder nicht?

Hack 4: Zeit

Dieser Punkt hat uns im Frühling sehr geholfen. Meine Tochter ließ sich zu Beginn noch schnell von ihren Aufgaben ablenken und das Unterbrechen der Konzentration kostete einfach Zeit. Ich habe den Unterrichtsstoff daher anfangs in kleine Einheiten von 20 Minuten unterteilt. Dem Erfinder der Eieruhr sei Dank! Der Blick auf die Eieruhr half meiner Tochter, ein Gefühl für den Zeitrahmen zu haben und sich währenddessen wirklich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren. Schaffte sie die Einheit in den vorgegebenen 20 Minuten nicht, war das dennoch kein Weltuntergang (kein Druck!), aber mit jeder weiteren Einheit, lernte sie das Verhältnis von Zeit und Lernstoff besser einzuschätzen und arbeitete so irgendwann ganz eigenverantwortlich den gesamten Lernstoff durch. Mittlerweile benötigt sie keine Eieruhr mehr (abgesehen davon, dass die Uhr nun auch selbst lesen kann), aber das fokussierte Arbeiten funktioniert super, auch deeeeeutlich länger als nur 20 Minuten.

Hack 5: Pausen

Für Kinder gilt: Aktive Pausen sind superwichtig! Nach dem Lernen sollte daher Bewegung auf dem imaginären Stundenplan stehen. Egal ob Seilspringen, Indoorparcour oder Ticker spielen – erlaubt ist, was Spaß macht und Bewegung beinhaltet. Noch nie haben wir unseren Garten so sehr zu schätzen gewusst, wie im Frühling. Aber auch jetzt, bei Schneerieselwetter tut es gut, sich draußen zu bewegen und den rauchenden Kopf frei zu machen. Übrigens haben wir im ersten Lockdown auch Sportangebote für Kinder auf Youtube entdeckt und fleißig genutzt. Zirkeltraining, Kinderyoga oder Tanzaerobic – das Angebot ist riesig, macht nicht nur Kindern Spaß und funktioniert prima in der Wohnung. 🙂

Hack 6: Deutsch, Mathe & Co

Die Kernfächer sind wichtig, keine Frage, aber die anderen Fächer auch, finde ich. Nur gib es für sie deutlich weniger (oder keine) Aufgaben, die im Homeschooling erledigt werden müssen. Sachunterricht, Kunst, Musik und Religion (in der zweiten Klasse wars das an Fächern neben Sport) lassen sich aber sehr gut auch in den Alltag integrieren und spielerisch lernen. Hier mal einige Beispiele: Gemeinsam simple Experimente durchführen, Straßenverkehrsregeln festigen, ein Sachthema wie Weltraum oder Umwelt kennenlernen; kreative Projekte umsetzen (z.B. eine Vogelfutter-Station bauen), mit unterschiedlichen Materialien basteln; klassische Hörbücher wie Peter und der Wolf hören und die einzelnen Instrumente benennen, eigene kleine Musikstücke komponieren lassen, ein leichtes Theaterstück einüben und aufführen; religiöse Feste besprechen, kindgerechte ethische Fragen erörtern (z.B. „Was ist gerecht?“), Unterschiede und Gemeinsamkeiten der große Weltreligionen recherchieren; und tausend andere Ideen mehr. Ein Hoch auf Pinterest und Co.

Was sonst noch wichtig ist

  1. Homeschooling sieht in jeder Familie anders aus. Bei uns gilt: je eher daran, desto eher davon. Das heißt, vormittags/mittags ist unsere Zeit für Homeschooling. Das klappt ganz gut soweit und gibt den Kindern eine halbwegs verlässliche Tagesstruktur. Andere Kinder benötigen das vielleicht weniger oder sind erst am Nachmittag richtig aufnahmefähig und fokussiert. Ein Vorteil des Homeschoolings ist definitiv das Eingehen auf individuelles Lernen.
  2. Glück (Glück?) für euch, wenn ihr zwei Schulkinder habt, die ihre Aufgaben parallel erledigen. Herausfordernder, wenn man neben einem Schulkind noch ein Kitakind daheim hat, das eigentlich nur spielen möchte. Ich habe kein Patentrezept für euch. Während das Schulkind lernt und ich einen Homeoffice-Tag habe, muss der Kleine sich mehr oder weniger für einen gewissen Zeitraum selbst beschäftigen. Er ist immer in meiner Nähe und ich bin auch für ihn da, wenn er mich bracht, aber er weiß, dass dann eher ruhigere Beschäftigungen angesagt sind und weniger actiongeladene. Die werden später nachgeholt. Auch das klappt bisher gut.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema Homeschooling gemacht?

Ich wünsche uns allen starke Nerven, motivierte Kinder und eine erfolgreiche Homeschoolingzeit, die hoffentlich bald wieder endet.

Eure Regina

Regina

Ich bin Regina, 35 Jahre alt und ein waschechtes Nordlicht. Nordish by nature, könnte man sagen, da ich gebürtig aus Tallinn komme. Man findet mich oft am Strand, vielleicht ein Fischbrötchen in der Hand. Gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Kindern erkunde ich gerne die Strände in unserem schönen Bundesland und bringe nicht selten Treibgut und Muscheln von unseren Ausflügen mit. Wie praktisch, dass sich meine Sammelei gut als DIY-Material eignet. Apropos DIY – das ist meine heimliche Leidenschaft, der ich auf meinem eigenen Blog Kleine Herzensdiebe freien Lauf lasse. Beruflich mache ich übrigens irgendwas mit Büchern und Medien. Und Worten. Und hier nun auch mit Basteleien. Seid gespannt.

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