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Homeoffice – und jetzt? Eine kleine Netiquette

  • 24. März 2020
  • Von Johanna
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Homeoffice – und jetzt? Eine kleine Netiquette

Für mich ist das mit dem Homeoffice nichts neues. Seit knapp drei Jahren bin ich nun selbständig und nach ein paar kurzen Ausflügen in Coworking-Spaces bin ich doch immer wieder in mein geliebtes Homeoffice zurückgekehrt. Über die Jahre haben sich hier meine Routinen eingeschliffen und ich mag es von hier aus in Ruhe, in meinem Tempo und ohne Ablenkung von außen zu arbeiten. Jetzt hat sich aber schlagartig etwas verändert: wir sitzen hier nun zu zweit, weil mein Mann nun auch aus dem Homeoffice arbeiten soll. Sein Arbeitgeber hat sich dazu entschieden ihn und einige andere Kollegen in die Heimarbeit zu schicken, um das Infektionsrisiko mit dem Corona-Virus am Arbeitsplatz zu verringern.

Plötzlich bin ich alte Homeoffice-Hase, der dem Neuling erstmal beibringen muss, wie der Laden hier so läuft – muss mich gleichzeitig aber auch mit ihm absprechen, wie wir Konferenzen, Telefonate und Termine handhaben. Wer wo sitzt, wann wir was essen und wann wir gemeinsam Pausen einplanen. Eine kleine Herausforderung in vier Wänden – auch weil zwei verschiedene Arbeitskonzepte und Routinen aufeianderprallen (achso, und hier gerade auch noch ein Umzug, haha). Als Selbständige habe ich den Luxus mir vieles frei einteilen zu können, als Arbeitnehmer ist er wiederum den Austausch mit den Kollegen und feste Strukturen am Arbeitsplatz gewöhnt. Wie bekommt man das also am besten gewuppt?

Ein Homeoffice-Tipp vorab: so verlockend es auch ist: Couch- und Bettoffice sind nicht die gesündesten Varianten des Homeoffice (auch wenn ich an manchen Tagen selbst ein großer Fan bin). Daher solltet ihr in eurer Wohnung nach einem Arbeitsplatz Ausschau halten, an dem ihr aufrecht am Tisch sitzen könnt. Die beste Sitzposition dabei ist, wenn Beine und Arme im 90° Winkel ausgerichtet sind. So einen Platz findet ihr entweder am Schreibtisch oder am Ess- bzw. Küchentisch.

Ansonsten sollten im Homeoffice mit der Familie, dem Partner oder den Mitbewohnern klare Regeln gelten, wie der Tag abläuft und es sollte von allen Seiten her darauf Rücksicht genommen werden, dass die Bedürfnisse des anderen akzeptiert und respektiert werden.

Aus aktuellem Anlass – eine kleine Homeoffice „Netiquette“

Arbeitsplätze finden – und einrichten

Der Ideale Ort für die Homeoffice-Ecke innerhalb der Wohnung ist ein Ort, der möglichst vom Trubel des Haushaltes abgeschieden ist, bestenfalls aber nicht im Schlafzimmer liegt – das ist nämlich nicht gut für den Schlaf.

Innerhalb einer Wohnung ist das nicht unbedingt immer einfach – sofern man kein Arbeitszimmer hat – sollte aber in die Überlegung einbezogen werden. Gerade wenn zwei Leute im Haushalt plötzlich im Homeoffice sitzen – und vielleicht sogar auch die Kinder dabei sind – ist Kreativität gefragt. Bei uns sind nun Arbeitszimmer und Küchentisch die beiden Arbeitsplätze – damit bleiben Wohn- und Schlafzimmer „Freizeitzone“. Denkbar wäre auch gewesen, dass wir gemeinsam an einem Schreibtisch den leisen Teil unsrer Arbeit verrichten und – beispielsweise die Küche – zum Telefon- und Konferenzraum erklärt wird.Die praktikabelste Aufteilung hängt hierbei natürlich komplett davon ab, was für ein Job gerade im Homeoffice ausgeübt werden soll.

Alte Strukturen beibehalten – neue Strukturen schaffen

Auch wenn nun alles an einem Ort stattfindet: man sollte Arbeit und Freizeit weiterhin sorgsam trennen. Aus dem Grund sollte man wie gewohnt in den Tag starten. Wecker stellen, aufstehen, raus aus den Schlafklamotten, Kaffee machen, Frühstücken, (kurz den Hund rausbringen) und dann ab an den Arbeitsplatz.

Arbeitet man zu zweit im Homeoffice sollte man sich zu Beginn jeder Woche einen Plan machen, was die Woche über anliegt und sich schonmal überlegen, was die Tage zu essen auf den Tisch kommen soll und wie die Aufgaben im Haushalt verteilt werden können. So kann alles auf einmal besorgt werden und der tägliche Aufwand während der Arbeitszeit wird auf ein Minimum reduziert.

Jeden morgen sollte man sich kurz über den Tagesablauf des jeweils anderen austauschen. Wer hat wann einen Telefontermin, eine Videokonferenz oder andere Verpflichtungen? Und wann gibt es einen Zeitraum, in dem man gemeinsam eine Mittagspause einlegen kann, um etwas zu essen? Macht man gemeinsam Feierabend oder muss einer von euch länger ran?

Hat man all das geklärt, arbeitet es sich weitaus entspannter. Man schlittert nicht aus Versehen in die Videokonferenz des jeweils anderen rein und kann sich während der Arbeit besser konzentrieren.

Fokus. Fokus. Fokus.

Im Homeoffice ist es so wunderbar leicht sich ablenken zu lassen. Hier mal kurz die Blumen gießen (die sahen wirklich schlapp aus), mal eben die Wäsche aufhängen (wat mut, dat mut) und kurz die Sozialen Medien (aha, die Kollegin arbeitet also vom Balkon aus) checken, zack ist eine Stunde Arbeit futsch. Daher sollte man private Dinge möglichst außerhalb der Arbeitszeit machen, das Handy weglegen und sich während der Arbeit klare Ziele definieren. Sowohl für den ganzen Tag, als auch für einzelne Etappen. Zu Belohnung gibt’s eine Tasse Kaffee oder ein Stückchen Schokolade und den wohlverdienten Feierabend zur vorher festgelegten Uhrzeit.

Pausen machen!

Wer im Homeoffice sitzt, vergisst allzu oft sich auch Zeit für Pausen zu gönnen und beim Mittagessen einfach weiter zu arbeiten. Mein Tipp: Lasst das sein. Nehmt euch bewusst Zeit für Pausen raus und genießt diese. Esst etwas, trinkt in Ruhe einen Kaffee und geht einmal kurz um den Häuserblock. Danach kann man umso besser weiterarbeiten!

Das Homeoffice-Outfit

Outfit-technisch scheiden sich die Homeoffice-Geister. Einige sagen, man solle für die Arbeitsmoral die gleiche Kleidung tragen, wie sonst im Büro. Ich persönlich halte es etwas liberaler: Unten gemütlich, oben vorzeigbar. So fühlt man sich irgendwie angezogen, hat es aber trotzdem etwas gemütlich. Und man ist auch im Falle einer spontanen Videokonferenz mit Kollegen und Chef vorzeigbar und wirkt nicht so, als wäre man gerade beim Gammeln auf der Couch gestört worden.

Telefon- und Videokonferenzen

Arbeitet man zu zweit aus dem Homeoffice sollte man schauen, dass man Telefon- und (insbesondere) Videokonferenzen möglichst nicht zeitgleich legt – und wenn doch unterschiedliche Räume der Wohnung belegt. Darüber hinaus ist es ratsam der Konferenz mit Kopfhörern zu folgen, damit nicht alle anderen Beschallt werden.

Während der Konferenz mit den Kollegen gilt: den Gegenüber immer ausreden lassen. Und wer gerade nichts zu sagen hat, macht sein Mikrofon einfach aus. So hat man keine Huster, Schniefer, Kau- oder Kindergeräusche in der Leitung, die – ehrlich gesagt – nerven. Bei Videokonferenzen solltet ihr darauf achten, dass ihr gut im Bild sichtbar seid und vielleicht auch mal schauen, dass euer Hintergrund sauber und ordentlich ist. Wer will denn schon, dass der Chef während der Konferenz den vollen Wäscheständer im Hintergrund begutachten kann?!

Bewegung & frische Luft trotz Homeoffice

Wenn der Arbeitsweg plötzlich wegfällt, sollte man anderweitig für Bewegung sorgen – zum Beispiel mit kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Ebenso ans Herz legen kann ich euch die Bürogymnastik, die ich euch letzten Sommer vorgestellt habe. Hier gibt’s ein paar Übungen, die ihr im Homeoffice fix einschieben könnt, um beweglich und wir zu bleiben.

Des weiteren gilt: Regelmäßig lüften und für ausreichend Wasser (und Kaffee!) am Arbeitsplatz sorgen.

… ansonsten:

Stresst euch nicht, wenn es im Homeoffice nicht gleich so läuft, wie ihr es euch vorstellt. Die Situation ist für viele von euch komplett neu und es wird seine Zeit brauchen, bis es sich normal anfühlt und Prozesse so laufen, wie gewohnt.

Wie läuft’s bei euch bisher so im Homeoffice? Was sind eure Tipps?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johanna

Ich bin Johanna, bin 27 Jahre alt und lebe im schönen Kiel. Ich bin ein gebürtiges Nordlicht und finde, dass es kaum einen schöneren Ort zum Leben gibt, als unser Bundesland zwischen den zwei Meeren. Ich liebe es mir an der See den Wind um die Nase pusten zu lassen – und das bei jedem Wetter. Ansonsten schlägt mein Herz für schönes Wohnen. Ich liebe gutes Design und baue auch gern mal das ein oder andere Möbelstück selbst.

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