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in Familie, Gesundheit

Geburtsvorbereitung: Kliniktasche und Must-Haves für das Wochenbett

  • 26. September 2021
  • Von Laura
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Geburtsvorbereitung: Kliniktasche und Must-Haves für das Wochenbett

Ich schaue auf meinen Kalender. 24 Tage noch, dann ist der Tag, an dem unser zweites kleines Wunder das Licht der Welt erblicken soll. 24 Tage nur noch. Es waren mal 267. Wo ist die Zeit geblieben? Als wir von der Schwangerschaft erfuhren, war unser Sonnenschein gerade mal ein Jahr alt. Nun fängt er an zu sprechen und hat mit seinen Eindreiviertel Jahren seinen ganz eigenen Willen. Bald wird er ein großer Bruder sein und er macht das alles jetzt schon unheimlich toll mit.

Also, 24 Tage nur noch. Natürlich wird hier daher das Nest ordentlich auf den Kopf gestellt und alle bereiten sich auf den Nachwuchs vor. Das Familienbett wird nun verändert, der Kleine hat auf einmal ein Kleinkindbett bekommen. Es stehen nun zwei Kinderstühle am Familientisch – einer ohne Kindersicherung, einer mit Neugeborenenaufsatz. Wahnsinn. Unsere Vorfreude steigt ins Unermessliche! Wir haben bald wieder ein kleines Baby bei uns.

Natürlich steht auch die Kliniktasche bereits gepackt im Flur. Es könnte immerhin jederzeit losgehen. Beim ersten Mal war ich gut vorbereitet, hatte aber einige Hacks noch nicht so auf dem Schirm oder viel zu viel von den Dingen dabei, die ich im Endeffekt im Krankenhaus nicht brauchte. Daher teile ich heute mit euch meine Musst Haves für die Kliniktasche und als kleines Extra meine Liste mit den wichtigsten Dingen für das Wochenbett.

Ich packe meine Kliniktasche und nehme mit …

Für den Kreißsaal:

  • Mutterpass
  • Krankenversicherungskarte
  • Personalausweis
  • Familienstammbuch oder falls ihr nicht verheiratet seid Geburtsurkunde, Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung
  • falls vorhanden: Einweisungsschein von dem*der Frauenarzt*ärztin
  • falls vorhanden: Allergiepass / wichtige medizinische Unterlagen
  • falls gewünscht: Geburtsplan (hier kannst du all deine Wünsche und No-Gos für die Geburt aufschreiben, die du dann der Hebamme zeigst. So weiß sie direkt bescheid, ob du z.B. gern Schmerzmittel oder direkt nach der Geburt Stillen möchtest)

  • zwei bequeme lange T-Shirts / Nachthemden oder Basic-Kleider für die Zeit der Wehen
  • zwei Paar dicke, warme Socken (Das erste könnte vom Fruchtwasser nass werden)
  • eine bequeme Hose
  • ein bequemes Oberteil plus Strickjacke (Sollte sich die Geburt ziehen, kannst du die Sachen tragen, bis es richtig losgeht)
  • Haus- oder Badeschuhe (Ich bevorzuge die guten alten Adiletten)
  • Haargummis
  • Lippenpflege (durch die Atmung und trockene Luft im Kreißsaal, werden die Lippen sehr schnell rissig und spröde. Brustwarzencreme (Lanolin) tut’s aber auch und ist auch nach der Geburt noch hilfreich)
  • unbedingt eine Brille und alles für deine Kontaktlinsen (unter der Geburt solltest du keine Linsen tragen)
  • Musik, falls du gern unter Wehen Musik hören magst
  • Saft, Traubenzucker, kleine Snacks wie Obst, Nüsse, Müsliriegel, etc. (auch für den werdenden Papi)
  • ein Strohhalm mit Knick oder eine Sporttrinkflasche (damit du in allen Positionen trinken kannst und dir dein Partner das Trinken reichen kann)
  • Massageöl falls dein Partner dich während der Wehen massieren soll

Für die Station:

  • Bequeme Kleidung mit Stillfunktion. Dafür eignen sich vor allem lockere Hosen und Hemden / Shirts mit Knopfleiste oder natürlich Stillkleidung
  • Zwei Nachthemden / bequeme Schlafanzüge mit Stillfunktion
  • Still-BH (ca. ein Cup größer als im letzten Schwangerschaftsdrittel)
  • locker sitzende Baumwollschlüppis
  • Stilleinlagen (ich verwende die aus Wolle/Seide. Sie haben eine reinigende, pflegende Wirkung)
  • Brustwarzencreme (Lanolin)
  • Socken und Hausschuhe
  • Bademantel und Badelatschen
  • falls das KH nichts stellt: Handtücher sowie Waschlappen nach Bedarf
  • Kulturbeutel und Pflegeutensilien
  • weiches Toilettenpapier (im KH gibt es oft nur einlagiges, raues, das nach der Geburt sehr unangenehm sein kann)
  • ein kleines Nachtlicht
  • persönliche Dinge zum Wohlfühlen (Bücher, Zeitschriften, Kopfhörer, Stillkissen, etc.)
  • Ladekabel
  • Snacks etc. kann der Partner beim nächsten Besuch mitbringen
  • ein Outfit für den Nachhauseweg (Jogger, bequemes Oberteil, Socken, Schuhe, Unterwäsche)

Für die Babytasche:

Im KH bekommst du für die Zeit des Aufenthalts alles an Kleidung, die dein Sonnenschein braucht. Ich empfehle dir, diese auch erstmal anzunehmen, wenngleich sie nicht immer den qualitativen oder ästhetischen Vorstellungen entspricht. Nimmst du deine eigenen Sachen mit, kann es sein, dass sie aus Versehen in der Klinikwäsche landen und nie wieder den Weg zu dir finden. Für den Weg nach Hause nimmst du für den Schatz folgendes mit:

  • Stumpfhose
  • Langarmbody
  • Oberteil und Hose / oder Strampler
  • Wolljacke / Strickjacke / Overall
  • Socken
  • Mütze
  • Spucktücher
  • Autositz

Je nach Jahreszeit musst du dein Kind natürlich entsprechend ankleiden. Eine leichte Mütze und Söckchen braucht ein Neugeborenes allerdings immer. Im Winter benötigt es eine warme Mütze. Zudem solltest du dein Baby für die Fahrt nicht zu dick z.B. im Walkanzug einpacken, da so das Fahren im Maxi-Cosi nicht sicher ist. Nimm lieber zusätzlich eine Decke oder eine entsprechende Einschlagdecke für Babyschalen mit. Zudem weiß man vorher nie genau, wie groß/ speckig das Kind sein wird. Nimm daher einfach mehrere Größen mit. Sollte dein Partner euch abholen, dann kann er die Babysachen auch erst für den Heimweg mitbringen. Pack sie aber vorher und stelle sie bereit.

Must-Haves für das Wochenbett

Das Wochenbett umfasst eine sehr intensive, intime Zeit sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Der Name „Wochenbett“ sollte wirklich Programm sein. Schone dich und bleibe möglichst viel im Bett. In dieser Zeit lernen du und dein Baby sich kennen und lieben. Das „Bonding“ ist in der Zeit sehr sehr wichtig. Du solltest euch ausreichend Zeit und Ruhe geben, um eure Stillbeziehung (falls du stillst) aufzubauen und zu pflegen. Außerdem muss dein Körper sich nach so einer Meisterleistung regenerieren und zurückbilden. Auch die Hormone können deutlich verrückt spielen. Sei darauf gefasst! Papa ist beim Kuscheln immer gern erwünscht, denn auch die Beziehung zwischen ihm und dem Baby baut sich stark in den ersten Tagen auf!

Ansonsten sind das meine -teils sehr intimen- Must-Haves für dich:

  • Snacks wie Nüsse, Riegel, Obst. Stillen macht hungrig und Snacks für Zwischendurch sind Goldwert.
  • Eine saubere, leere Flasche wiedergefüllt mit Wasser. Stelle diese am WC bereit. Mit dem Wasser verdünnst du in den ersten Tagen dein Urin, indem du das Wasser einfach von oben drüber laufen lässt. So brennt es weniger beim Wasserlassen. Für den Po eignet sich der Wasserstrahl in der Dusche 😉 Für viele sind dies Tabu-Themen. Für mich nicht. Eine Geburt ist das natürlichste der Welt. Alles danach ebenfalls. Mach es dir so leicht es geht.
  • Binden / Wochenbetteinlagen. Du wirst noch eine lange Zeit nachbluten. Die Blutung ist sehr wichtig, damit sich deine Gebärmutter vollständig leert. Wenn du dich täglich einige Minuten auf den Bauch legst, „kippst“ du deine Gebärmutter nach vorn und förderst das Bluten und damit die Regeneration und Rückbildung.
  • Atmungsaktive Unterwäsche. Um den Wundheilungsprozess zu fördern, ist atmungsaktive Unterwäsche ein Muss.
  • Still-BH und Stilleinlagen
  • Stillkompressen / Brustwarzencreme. Ich verwende die von Multi-Mam. Schneide die Kompressen mittig einmal durch. So groß wie die Dinger sind, braucht sie eigentlich kaum jemand. So sparst du Müll und Geld. Bei Milchstau helfen Retterspitz und Kühlwickel z.B. aus Quark oder Kohlblättern.
  • Taschentücher. Im Wochenbett gilt: Es darf alles laufen. Auch die Tränen. Eine Schwangerschaft und die Geburt sind hormonelle Leistungssporteinheiten. Wenn dir nach Weinen ist, weine. Das ist vollkommen normal!
  • Falls du stillen möchtest: Stilltee, Malzbier, etc. Sie fördern die Milchbildung.
  • Kleines Nachtlicht
  • Stillkissen

So, wem raucht nun auch der Kopf nach so viel Text? Geh‘ alles Schritt für Schritt durch und schau, was für dich am besten passt. Achte immer auf deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Planst du z.B. eine Wassergeburt musst du natürlich auch dafür ggf. etwas mitnehmen. Richte dein Zimmer auf Station so ein, dass du dich vollends wohl fühlst. Das ist das A und O. Und noch ein Tipp von mir an dich und den Papa: Lasst nur Besuch zu, der euch unter die Arme greifen kann. Ob Wohnung sauber machen, Essen kochen oder einkaufen. Lasst den Besuch arbeiten. Alle anderen können warten! Ruhe ist unendlich wichtig, vor allem für das Baby und dich. Und den nächsten Tipp muss ich mir für das zweite Mal selbst zu Herzen nehmen: Lass den Haushalt Haushalt sein. Konzentriere dich auf dich und das Baby. Wir hatten im Wohnzimmer wochenlang eine Kuscheloase aus Kissen und Decken. Ignoriere das Chaos! (Sei immer vor Ort, wenn das Kind mit einer Decke zugedeckt ist! Ansonsten gilt NUR Schlafsack. Nichts anderes!)

Verrate mir gern in den Kommentaren, was in deiner Kliniktasche oder im Wochenbett nicht fehlen darf.

Und nun an alle Schwangeren: Alles Gute für euch und eure kleine Familie! Auf eine wunderschöne, unvergessliche Geburt. Ich für meinen Teil freue mich bereits darauf, denn dann kann ich mein kleines Wunder endlich in den Armen halten.

Laura

 

Laura

Ich bin Laura, ein echtes Kieler Nordlicht mit einer Leidenschaft zum Schreiben, Reisen, schönen Wohnen und zur Natur. Süchtig bin ich nach gutem Kaffee, leckerem Essen und meinen vier kleinen Neffen. An Sonntagen stöbere ich gern auf Flohmärkten, während ich unter der Woche in einer Rösterei als Barista Latte Art serviere und neben meiner Arbeit an der Uni an meinem Abschluss in Umweltgeographie und -management tüftle.

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