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Fotoschule für zuhause

  • 19. April 2020
  • Von Franzi
  • 0 Kommentare

Ihr Lieben,

Habt ihr eine digitale Kamera daheim und wisst eigentlich gar nicht so richtig, was ihr damit anstellen sollt und kommt ihr über den automatischen Modus nicht hinaus? Wunderbar, dann seid ihr heute und hier richtig!

Ich möchte euch heut ein paar kleine Tipps mit an die Hand geben, mit denen ihr eure Fotos aufwerten und eure Kamera besser und effektiver nutzen könnt.

Tipp Nr. 1 – Licht ist alles 

Licht ist alles bedeutet nicht, dass all eure Bilder in der prallen Sonne fotografiert werden sollten. Im Gegenteil, die pralle Sonne ist ein sehr schwieriges Licht, mit dem es umzugehen gilt. Gerade für den Anfang empfehle ich daher gern „hellen Schatten“. Aber was ist denn nun schon wieder „heller Schatten“ fragt ihr euch jetzt sicher?

Ein heller Schatten ist ein Ort, der nicht in der prallen Sonne liegt, dennoch schattig daher kommt, ohne die dunkelste Ecke eurer Umgebung darzustellen.

Anhand der Beispielbilder zeige ich euch, was genau ich meine.

Kleine Fotoschule für zuhause

links: pralle Sonne – harte Schatten und Kontraste mitte: heller Schatten – ausgeglichenes Licht, sanfte Konturen rechts: dunkler Schatten – unausgeglichenes Licht, Umgebung viel zu dunkel

Der Vorteil des hellen Schattens ist erstmal, dass ihr eine gute und ausgeglichene Ausleuchtung eures Motivs habt. Es gibt keine harten Konturen, keine Lichtspiele und eine gleichmäßige Belichtung. Es ist manchmal das langweiligste Licht, welches man haben kann, aber es funktioniert. 😉

Tipp Nr. 2 – Schaut euch den manuellen Modus eurer Kamera an

Ja, ja ich weiß – das ist Arbeit und man muss sich ein wenig in das Thema hinein knien, aber es lohnt sich zu lernen wie die Blende, die Zeit und die Iso miteinander harmonieren können und wie man damit wirklich tolle Bilder erschaffen kann.

Die grundsätzliche Definition der Begriffe: 

Blende – Die Blende regelt die Öffnung des Objektivs und wie viel Licht auf den Sensor eurer Kamera fällt.

Je höher die Zahl eurer Blende ist (z.B.11), desto kleiner ist die Öffnung eurer Blende, desto weniger Licht fällt ein und desto schärfer ist euer Motiv in der Tiefe.

Je kleiner die Zahl eurer Blende ist (z.B 1,8), desto größer ist die Öffnung eurer Blende, desto mehr Licht fällt ein und desto unschärfer ist euer Motiv in der Tiefe.

Kleine Fotoschule für zuhause - die Blende

links: sehr offene Blende 1,8 f – der Hintergrund ist verschwommen bzw. freigestellt | rechts: geschlossene Blende 11 f – Hintergrund ist scharf

Mit der Öffnung der Blende könnt ihr also steuern, wie scharf oder unscharf euer Foto in der Tiefe sein soll.

Sicher kennt ihr die Bilder, die einen eher verschwommenen Hintergrund haben und die von vielen Betrachter*innen sehr gemocht werden?
Das sind Bilder, die mit einer kleinen Blendenöffnung entstanden sind und diesen „weichen Charme“ mit sich bringen.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit bestimmt die Länge des Lichteinfalls auf den Sensor und mit ihr könnt ihr z.B. bestimmen, ob ihr Bewegungen einfrieren lasst, oder ihnen Dynamik verleiht und diese sichtbar macht.

Je länger die Belichtungszeit eingestellt ist – alles unter 1/250 –  um so bewegungsunschärfer wird euer Bild. Das kann man natürlich nutzen, oder aber daran verzweifeln, weil alle Bilder nur noch unscharf daher kommen.

Denn: Eine lange Belichtungszeit muss man erst einmal ruhig halten können. Solltet ihr also für kreative und dynamische Bilder öfter mit einer Belichtungszeit unter 1/125 arbeiten, dann empfehle ich euch auf jeden Fall erst einmal ein Stativ.

Je länger ihr belichtet, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und je nach Licht müsst ihr dann, zur richtigen Belichtung des Bildes, eine eher kleinere, als größere Blendenöffnung wählen, damit das Bild gut belichtet wird.

Je kürzer die Belichtungszeit eingestellt ist – alles ab 1/250 um so mehr kann man Bewegungen „einfrieren“.  Das ist sehr hilfreich bei bewegten Motiven, aber auch um unnötige Verwacklungen zu vermeiden.

Tipp: Anhand des Belichtungsmessers eurer Kamera (meist eine kleine Skala, die ihr seht, wenn ihr durch den Sucher schaut) könnt ihr gut mit der Zeit und der Blende spielen und schauen was es brauch um auf „0“ zu kommen) 

Kleine Fotoschule für zuhause - die Belichtungszeit

links: lange Belichtungszeit, starke Bewegungsunschärfe rechts: kurze Belichtungszeit, wenig Bewegungsunschärfe

ISO 

Die ISO beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors (oder in der analogen Fotografie des Films) und je niedriger die ISO eingestellt ist (z.B. 200) umso weniger empfindlich ist der Sensor für das einfallende Licht und – gerade bei dunkleren Lichtsituationen – desto länger musst die Belichtungszeit einstellt werden.

Nun kann man die ISO natürlich auch einfach höher stellen und den Sensor damit mit mehr Licht füttern, aaaaber je höher die ISO, desto rauschiger und körniger wird das Bild. Versuchet also, gerade am Anfang eurer Übungen, lieber die ISO Empfindlichkeit etwas niedriger zu halten.

Tipp 3 – Üben ist alles!

Von nix kommt nix und mein Mentor sagte einmal „Die Fotografie und die Kreativität ist ein Muskel, den man immer wieder trainieren muss.“

Deswegen ist der wichtigste Tipp von meiner Seite: Übt wann immer ihr könnt. Setzt euch selbst Aufgaben (z.B. eine Woche lang nur mit einer bestimmten Blendenöffnung fotografieren und alles drumherum einstellen, oder eine Woche lang nur eine bestimmte Brennweite nutzen ooooder eine Woche lang nur mit langer Belichtungszeit fotografieren.)

Ihr lernt indem ihr aktiv eure Kamera nutzt und auch manchmal einfach ausprobiert!

Tipp 4 – Wie bearbeitet man die fertigen Fotos und muss man das überhaupt?

Ich benutze und schwöre auf das (kostenpflichtige) Adobe Programm „Lightroom“, dort entwickle ich meine digitalen Fotos mit Hilfe von so genannten „Presets“, die ich als meinen Look über die Fotos lege. Anhand eines Beispiels könnt ihr hier sehen, wie sich meine Bilder im Vorher : Nachher Vergleich verändern.

Kleine Fotoschule für zuhause

links: ohne Preset | rechts: mit Preset

Natürlich ist ein Preset und ein Look kein Muss, Fotos können auch unbearbeitet sehr toll aussehen, für mich ist diese Form der Nachbearbeitung künstlerisch einfach wunderbar und verleiht den Fotos genau den Look, den ich mag.

Leider habe ich selbst keine Erfahrung mit kostenlosen Bildbearbeitungsprogrammen, aber auch hier gilt: Schaut euch gern selbst mal um und schaut, was ggf. zu euch passen könnte. Oder fragt mal im Freundes und Bekanntenkreis, ob jemand Erfahrung hat.

Solltet ihr eure Bilder nicht bearbeiten wollen, so empfehle ich euch, dass ihr weiterhin im JPG Format fotografiert, das nimmt weniger Platz auf der Karte und dem Rechner weg und hat von Haus aus ein wenig Farbverstärkung und Kontrast inklusive.

Übrigens, ich fotografiere nur im sogenannte  RAW (roh) Format, welches  – im Gegensatz zum jpg. – alle wichtigen Bildinformationen ganz roh behält und eine gezieltere und bessere Bearbeitung des Bildes erlaubt.

Kein Hexenwerk – aber Übung

Ja, vielleicht klingt das jetzt erstmal alles wie ein wildes Hexenwerk, aber ich verspreche euch  – je genauer ihr euch all diese Einstellungen anschaut und selbst ausprobiert, umso schneller versteht ihr den Zusammenhang! Ein bisschen Training braucht es, aber die Erfolge werdet ihr schnell sehen!

Franzi

Ich bin Franzi, 33 Jahre alt und selbstständige Fotografin, sowie Autorin und Bloggerin. Seit über 10 Jahren lebe ich im Norden des Landes und könnte mir keinen schöneren Ort mehr vorstellen. Ich liebe Themen rund um Nachhaltigkeit, grünes Leben, faires Reisen und bin ganz mächtig verliebt in Eichhörnchen.

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