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Experimente für Kids

  • 29. März 2022
  • Von Regina
  • 0 Kommentare
Experimente für Kids

Hand auf’s Herz: Mögt ihr Naturwissenschaften? Ich muss gestehen, dass ich zu Schulzeiten eher zur Fraktion der brotlosen Geisteswissenschaftler zählte (Latein und Deutsch wurden dann auch meine Abifächer). 🙂

Je älter ich aber werde – oder besser gesagt, je älter meine Kinder werden – desto mehr entdecke ich Physik und Chemie wieder neu für mich. Das liegt vielleicht nicht zuletzt daran, dass es so supercoole Kindersachbücher zu naturwissenschaftlichen Themen gibt (ihr erinnert euch, ich habe eine Schwäche für gute Sachbücher und habe hier einige unserer Lieblinge vorgestellt) und Lesen wiederum voll mein Ding ist. Wie dem auch sei, meine Kids profitieren seit geraumer Zeit sehr von meinem neuerworbenen, überraschend spannenden Wissen über Naturwissenschaften. Kleine, einfache Experimente sind sogar bereits fester Bestandteil in unserem Anti-Langeweile-Repertoire und sorgen für strahlende Augen sowohl bei meinen Kids, als auch bei zufällig anwesenden Besucherkindern. Der beste Nährboden für ein neugieriges, im besten Fall wissenshungriges Schüler-Naturwissenschaften-Verhältnis, oder? 🙂

Drei Experimente, die bei uns allen besonders beliebt sind, zeige ich euch heute. Das Beste daran: Sie sind wirklich kinderleicht umzusetzen und kommen ohne viel Aufwand und Vorbereitung aus. Eine super Voraussetzung, um auch in den anstehenden Osterferien das ein oder andere Stimmungstief spontan zu überbrücken (soll wohl schon mal vorkommen…) oder als besondere Aktion, um auf einem Kindergeburtstag zu glänzen.

Bevor es losgeht: Ich empfehle als Unterlage ein abwischbares und bruchsicheres Tablett, damit sich das eventuelle Chaos lokal in Grenzen hält. Alle Experimente sind so aufgebaut, dass Kinder sie selbständig durchführen können. Einzige Herausforderung ist das Umdrehen der gefüllten Gläser. Wenn’s ganz blöd läuft, geht vielleicht etwas zu Bruch. Daher nicht die schönsten Sonntagsgläser verwenden.

Experiment Nr. 1: Gegensätze ziehen sich an. Oder???

Das wird benötigt:

  • zwei gleiche Gläser
  • ein Stück feste Pappe (z.B. Verpackung einer TK-Pizza), die etwas größer als die Öffnung der Gläser ist
  • zwei verschiedene Lebensmittelfarben (Farbe aus dem Tuschkasten geht auch)
  • heißes und kaltes Wasser
  • Handtuch, falls etwas daneben geht

Und so geht’s:

  1. Das erste Glas bis zum Rand mit kaltem Wasser füllen und Farbe 1 einrühren.
  2. Das zweite Glas mit heißem Wasser (aus dem Wasserhahn! Bitte kein kochendes Wasser verwenden!) füllen und Farbe 2 einrühren.
  3. Nun das Stück Pappe auf die Öffnung des Glases mit dem heißen Wasser legen, das Glas anschließend vorsichtig, aber schnell umdrehen, so dass die Öffnung plus Pappe nach unten zeigen und auf das zweite Glas (mit dem kalten Wasser) setzen. Darauf achten, dass die Ränder der Gläser genau übereinander liegen.
  4. Jetzt wird’s etwas tricky: Das Stück Pappe langsam herausziehen und et voilà, es passiert – NICHTS! Die Wassermassen und somit die beiden Farben vermischen sich nicht.
  5. Wer mag, wiederholt alle Schritte noch einmal, aber dieses Mal kommt das Glas mit dem kalten Wasser nach oben und siehe da – die Wassermassen vermischen sich.

Die Erklärung:

Die meisten Stoffe sind am dichtesten, wenn sie gefroren sind. Wasser dagegen ist eine Ausnahme. Es hat die größte Dichte bei 4°C. Wenn es gefriert, wird es wieder weniger dicht. Deshalb schwimmt Eis auch auf dem Wasser. Das Experiment zeigt, dass Flüssigkeiten mit einer niedrigen Dichte auf solchen mit höherer Dichte schwimmen. Heißes Wasser hat also eine weniger große Dichte als kaltes. Warum? Durch die Hitze bewegen sich die Moleküle, wodurch zwischen ihnen größere Abstände entstehen als in kaltem Wasser. Das verringert die Dichte. Ist doch logisch. 🙂

Experiment Nr. 2: Wie funktioniert das Tote Meer?

Das wird benötigt:

  • zwei gleiche Gläser wie in Experiment 1
  • erneut ein Stück feste Pappe
  • etwas Lebensmittelfarbe (oder eben Tusche)
  • 1 TL Salz
  • Wasser
  • Handtuch (für alle Fälle)

Und so geht’s:

  1. Beide Gläser bis zum Rand mit Wasser füllen.
  2. In eins der Gläser die Farbe und das Salz einrühren.
  3. Das Stück Pappe auf das Glas mit dem klaren Wasser legen, das Ganze wie im ersten Experiment umdrehen und auf das Glas mit dem gefärbten Wasser setzen.
  4. Wenn die Ränder beider Gläser übereinander liegen, das Stück Pappe wieder vorsichtig herausziehen und überrascht sehen, dass sich die Flüssigkeiten nicht vermischen. Cool, oder?

Die Erklärung:

Auch in diesem Experiment geht es um Dichte. Das gefärbte Salzwasser hat eine höhere Dichte als das reine Wasser, darum bleibt es unten und vermischt sich nicht mit dem reinen Wasser. Reines Wasser hat eine Dichte von 1 kg/Liter, während Salzwasser eine Dichte von 1,025 kg/Liter hat. Was so eine kleine Veränderung nach dem Komma bewirken kann. 🙂 Wer Lust hat, wiederholt das Experiment, dann aber mit dem gefärbten Salzwasser oben. Spoiler: Handtuch bereithalten, es wird nass.

Experiment Nr. 3: Vulkanausbruch (Der Hit auf der nächsten Dinoparty!)

Das wird benötigt:

  • ein Glas
  • Löffel oder Schaschlikspieß zum Umrühren
  • 2 TL Backpulver
  • Lebensmittelfarbe (oder Tusche)
  • etwas Brandweinessig
  • Spüli
  • ganz wichtig sind offenbar auch kleine Dinofiguren etc. 🙂
  • Handtuch (man weiß ja nie…)

Und so geht’s:

  1. Das Glas zu ungefähr einem Viertel mit Wasser füllen und mit Lebensmittelfarbe einfärben.
  2. Das Backpulver hinzugeben.
  3. Etwas Essig dazu kippen und beobachten: Die Mischung blubbert bedrohlich, brodelt und steigt auf. Der Vulkan im Glas spukt Lava.
  4. Wer mag, gibt einige Tropfen Spüli dazu, das sorgt zusätzlich für farbigen Schaum.

Die Erklärung:

Dass Essig und Backpulver eine super Kombi sind, weiß man spätestens, nachdem man in der WG mit einem verstopften Abfluss zu kämpfen hatte. 🙂 Doch warum ist das so? Essig ist eine verdünnte Lösung von Essigsäure. Backpulver (oder auch Natriumhydrogencarbonat) ist eine Lauge. Wenn nun die beiden Stoffe zusammenkommen, findet eine Neutralisation statt, wodurch Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird. Kohlenstoffdioxid nun braucht ebenfalls Platz im Glas, noch mehr als das Backpulver und der Essig, daher fängt die Mischung an zu blubbern. Sie dehnt sich aus. Und wer es noch wissenschaftlicher mag: Essig = ca. 5% von Essigsäure (CH3CooH); Backpulver = Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3); Kohlenstoffdioxid (CO2). Willkommen im Chemieunterricht. 🙂

Viel Freude beim Nachmachen und fachsimpeln.

 

 

Regina

Ich bin Regina, 35 Jahre alt und ein waschechtes Nordlicht. Nordish by nature, könnte man sagen, da ich gebürtig aus Tallinn komme. Man findet mich oft am Strand, vielleicht ein Fischbrötchen in der Hand. Gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Kindern erkunde ich gerne die Strände in unserem schönen Bundesland und bringe nicht selten Treibgut und Muscheln von unseren Ausflügen mit. Wie praktisch, dass sich meine Sammelei gut als DIY-Material eignet. Apropos DIY – das ist meine heimliche Leidenschaft, der ich auf meinem eigenen Blog Kleine Herzensdiebe freien Lauf lasse. Beruflich mache ich übrigens irgendwas mit Büchern und Medien. Und Worten. Und hier nun auch mit Basteleien. Seid gespannt.

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