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Einmal quer durch’s Land – den Nord-Ostsee-Kanal entdecken

  • 15. September 2021
  • Von Johanna
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Einmal quer durch’s Land – den Nord-Ostsee-Kanal entdecken

Die ersten Jahre meines Lebens habe ich mit meinen Eltern in einem kleinen Dorf, unweit vom Nord-Ostsee-Kanal entfernt verbracht. Ich erinnre mich noch Dunkel daran, dass ich damals in meinem Kindersitz auf dem Rad saß und wir den Kanal entlang gefahren sind. Ein weiteres, kleines Abenteuer war immer wieder die Fähre in Landwehr, mit der Autos, Fußgänger und Radfahrer den Kanal überqueren können.

Vor einigen Wochen hatte ich die fixe Idee doch mal mit Mann und Hund hier spazieren zu gehen – und damit habe ich vielleicht etwas losgetreten – aber dazu später mehr. Wir fuhren also nach Neuwittenbek und schlenderten dort erstmal ganz gemütlich durch’s Dorf, bevor wir einen kleinen Feldweg hinunter zum Kanal nahmen. Und plötzlich sah ich etwas zwischen den Bäumen, was mein Auge verwirrte: fährt da gerade ein riesiges Schiff durch die Baumkronen?

Natürlich fuhr es das. Also – genau genommen – fuhr es auf dem Nord-Ostsee-Kanal, der sich aber auf seinem rund 100 Kilometer langen Weg durch Schleswig-Holstein durch Wald- und Wiesenlandschaften schlängelt. Gebaut wurde die – damals Noch als Kaiser-Wilhelm-Kanal bezeichnete – Wasserstraße von 1887–1895. Und die Chance, dass man einen von den großen Pötten beim Spaziergang zu Gesicht zu bekommt, ist gar nicht mal gering. Pro Jahr sind es nämlich an die 30.000 Schiffe, die den Kanal passieren – das entspricht in etwa 80 Schiffen am Tag.

Angekommen am Kanal hat man als Spaziergänger*in die Qual der Wahl – links oder rechts. Wir entscheiden uns für den Weg nach rechts, denn mein Ziel ist die Kanalfähre Landwehr. Begegnen tut man hier – auch am Wochenende – nicht allzu vielen Menschen. Die meisten sind Spaziergänger*innen, wie wir. Aber auch bei Radfahrer*innen ist die Strecke sehr beliebt.

Etwas oberhalb vom Kanal thront ein kleines Zelt mit wehender Flagge – unten am Eingang stehen einige Fahrräder. Es ist der Weg zum Obstcafé des Gut Warleberg. Hier gibt es Kaffee und Kuchen inmitten der Kirschplantage des Gutshofes. Im Frühsommer kann man hier auch selber Erdbeeren pflücken – oder einfach nur bei Kaffee und Kuchen den Ausblick genießen. Wir haben (noch) keinen Hunger und gehen erst einmal weiter den Kanal entlang.

Noch ein kleines Stückchen weiter schippert dann meine Kindheitserinnerung über den Kanal: die Kanalfähre Landwehr – eine von 15 Fähren, die den Nord-Ostsee-Kanal queren. Weitere Möglichkeiten, um den Kanal zu über- oder unterqueren sind die insgesamt 8 Hochbrücken, die über den Kanal führen, sowie der Kanaltunnel in Rendsburg. Die alten Kanalfähren sollen übrigens ab diesem Jahr Stück für Stück durch Neubauten mit einem Hybridantrieb ersetzt werden. Da habe ich also einen guten Sommer abgepasst, um noch einmal in alten Fähr-Erinnerungen zu schwelgen.

Wie passend daher, dass direkt an der Fähre in Landwehr, die Shuzpe am Wochenende halt macht und wir einen Grund zum Verweilen haben. Aus einem kleinen Foodtruck werden Suppen, süße und herzhafte Snacks, sowie Getränke verkauft, die man in erster Reihe zum Kanal verputzen kann. Nach ein paar Kilometern am Kanal entlang genau das Richtige für hungrige Spaziergänger*innen wie uns. Für mich gibt es einen Hot-Dog mit Wels-Bratwurst – dazu ein erfrischendes Kaltgetränk.

Und während wir dort so sitzen hat mein Mann eine Idee: „Eigentlich könnten wir doch mal von Kiel bis nach Brunsbüttel wandern.“ sagt er. Schließlich gibt es rund um den Kanal so einiges zu sehen und der Weg ist – fast den gesamten Kanal entlang – ebenerdig und gerade. Dazu gibt es ein breites Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten. Zum Beispiel Campingplätze, aber auch Ferienwohnungen und Hotels. Eigentlich keine schlechte Idee also.

Auf dem Weg zurück nach Neuwittenbek spinnen wir den Plan noch etwas weiter. Bei 100 Kilometern Wegstrecke und – grob geschätzt – 15-20 Kilometern pro Tag würde man knapp eine Woche brauchen, um von Kiel bis nach Brunsbüttel zu wandern. Eigentlich machbar.

Und neben Fähren und Hochbrücken erwarten einen den Kanal entlang noch andere spannende Stationen. Zum Beispiel Freibäder in den Seitenarmen des Kanals, in denen man sich erfrischen kann oder aber ein kleiner Abstecher zur Nord-Art in Büdelsdorf. Schiffs-Interessierte kommen im Café und Restaurant Brückenterassen auf ihre Kosten. In der Schiffsbegrüßungsanlage unter der Rader Hochbrücke wird jedes Schiff, dass den Kanal entlang schippert gegrüßt.

Hier steht auf jeden Fall fest: nächsten Sommer geht’s von Kiel nach Brunsbüttel – und das zu Fuß. Also Inspiration habe ich mir schonmal ein Buch gekauft, das Lust macht den Kanal zu erkunden.

 

Johanna

Ich bin Johanna, bin 30 Jahre alt und lebe im schönen Kiel. Ich bin ein gebürtiges Nordlicht und finde, dass es kaum einen schöneren Ort zum Leben gibt, als unser Bundesland zwischen den zwei Meeren. Ich liebe es mir an der See den Wind um die Nase pusten zu lassen – und das bei jedem Wetter. Ansonsten schlägt mein Herz für schönes Wohnen. Ich liebe gutes Design und baue auch gern mal das ein oder andere Möbelstück selbst.

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