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Ehrenamt „to go“

  • 4. März 2020
  • Von Imke
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Ehrenamt „to go“

Im Februar 2019 hat es angefangen: mein Ehrenamtsprojekt #ImkeengagiertinFlensburg. Seitdem bin ich jeden Monat in einer anderen Organisation oder bei einem anderen Projekt freiwillig engagiert. Meine Regeln: Einsatzort ist Flensburg, ich mache nichts ehrenamtlich, womit ich als Selbständige mein Geld verdiene, und ich investiere maximal zwölf Stunden im Monat.

Spülen, Kaffee kochen, Kuchen verkaufen – beim Spendenlauf „Lauf ins Leben“ war auch hinter dem Tresen voller Einsatz gefragt.

Ein bisschen wie Ehrenamt „to go“, denn nach einem Monat bin ich immer schon wieder im nächsten Einsatz.

Das Projekt habe ich mir selbst ausgedacht und organisiert. Die ehrenamtlich engagierte Zeit ist – sonst wäre es ja geschummelt – ehrenamtlich. Bezahlt ist ein Blog, den ich über mein Projekt schreibe.

Auch mehrere Stunden den Verkehr zu regeln kann Spaß machen!

Warum ich das Projekt angestoßen habe?

Weil ich meinem manchmal etwas einsamen Selbständigendasein am heimischen Schreibtisch etwas Geselliges an die Seite stellen wollte. Ein bisschen war es auch der Wunsch, etwas gesellschaftlich Bedeutenderes zu tun. Und dann wollte ich unbedingt rausfinden, was das eigentlich ist, dieses „Ehren-Amt“ oder – der Begriff passt für mich viel besser – dieses „freiwillige Engagement“.

Das ist mein Element! Im Sozialkaufhaus durfte ich die Buchregale sortieren.

Also habe ich bei der Lebensmittelausgabe der Flensburger Tafel geholfen, im Sozialkaufhaus Mehrwert Buchfreunde beraten und die Medienecke sortiert, auf der folkBALTICA Konzertkarten kontrolliert und CDs verkauft, beim 3. Flensburg liebt Dich-Marathon den Verkehr geregelt, bei der Villekulla Unkraut gezupft und Karotten gepflanzt, beim Spendenlauf „Lauf ins Leben“ Kaffee und Kuchen verkauft, bei der Flensburger Flüchtlingshilfe Amtsschreiben erklärt, auf dem 40. Apfelfahrt Bratwurst verhökert, im Kulturhof ein Frühstück aus geretteten Lebensmitteln von den Foodsharern vorbereitet, UNICEF-Karten verkauft, mich als Müllsammlerin betätigt und – meine jüngste und für mich aufregendste Station – im Holländerhof einen Kreativworkshop für Menschen mit geistigen Behinderungen geleitet.

Vier Stationen stehen noch auf meinem Zettel. Dann ist das zwischenzeitlich schon einmal verlängerte Projekt für mich erst einmal beendet.

Eines der Ergebnisse meines Kreativ-Workshops im Holländerhof. Der Künstler hat auch gleich das Foto gemacht.

In meinen engagierten Monaten war ich an Orten, die ich vorher nie besucht habe, die Tafel zum Beispiel. Ich habe viele Menschen kennengelernt, denen ich in meinem vorher etwas eingefahrenen Freizeitverhalten wahrscheinlich nie begegnet wäre. Und ich verstehe gut, warum Menschen sich freiwillig engagieren: Es ist schön, gebraucht zu werden und gemeinsam mit anderen Engagierten etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen.

Ich habe aber auch Kritik am Ehrenamt: So sollten einige Ehrenamtsstellen meiner Ansicht nach unbedingt in bezahlte Arbeitsplätze umgewandelt werden. Einfach, weil die Leistungen, die hier ehrenamtlich erbracht werden, gesellschaftlich absolut notwendig sind.

Auf der Apfelfahrt im Flensburger Museumshafen habe ich Bratwurst verhökert – und natürlich ganz engagiert Äpfel getestet.

Wie es nach Abschluss meines Projektes für mich persönlich „engagiert“ weitergeht, weiß ich noch nicht. Aber in meinem Schrank liegen zwei T-Shirts, die mich immer mal wieder daran erinnern, dass ich einmal Teil eines engagierten „Teams“ war – eines vom Flensburg-Marathon und eines vom Musikfestival folkBALTICA. Bedruckte Shirts sind ja eigentlich nicht so mein Ding, aber die beiden werde ich behalten. Das folkBALTICA-Outfit kommt im Mai auf jeden Fall wieder zum Einsatz …

Wenn ihr Lust habt, nachzulesen, was für Erfahrungen ich bisher gemacht habe: Meinen Blog findet ihr auf den Engagementseiten der Stadt Flensburg.

Imke

Ich bin Imke, studierte Germanistin, gebürtige Nordrhein-Westfälin und überzeugte Wahl-Schleswig-Holsteinerin. Ich habe im Norden mein Zeitungsvolontariat gemacht und weiß seither, dass ich „ans Wasser“ gehöre. Nach Zwischenstationen in Köln, Bamberg, Bayreuth und Oldenburg in Niedersachsen lebe ich seit 2014 mit Mann und Hund (wieder) im nördlichsten Norden – in Flensburg. Ich liebe es, direkt vor der Haustür zu Fuß auf Entdeckungstouren zu gehen und zähle seit 2018 zur Spezies der Camper. Wo unser erster Mini-Wohnwagen steht? Natürlich in Schleswig-Holstein!

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