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Mein Winterrezepttipp: Bratapfel

  • 12. Dezember 2021
  • Von Imke
  • 1 Kommentare
Mein Winterrezepttipp: Bratapfel

Am 10. November hat meine Mutter Geburtstag. In unserer Familie fällt an diesem Tag auch der offizielle Startschuss für die alljährliche Bratapfelsaison. Dann kramen wir den Apfelausstecher hinten aus der Schublade, wo er sich in den warmen Monaten erholt, und irgendjemand holt das Bratapfel-Gedicht heraus:

Kinder, kommt und ratet, I was im Ofen bratet! I Hört, wie’s knallt und zischt. I Bald wird er aufgetischt, I der Zipfel, der Zapfel, I der Kipfel, der Kapfel, I der gelbrote Apfel…

Autor*in unbekannt

Viele meiner Freund*innen kannten diese Leckerei gar nicht. Die meisten freuen sich inzwischen so sehr wie ich auf die Bratapfelsaison. Immer mal wieder probieren wir auch neue Füllungen aus. Denn eigentlich passt fast alles zu warmem Apfel. Sogar Herzhaftes. Aber dazu später. Erst einmal die Basics und ein paar süße Varianten.

Die Füllung

Bevor es an die Füllung geht, ein Blick auf den Apfel, denn nicht jeder leckerer Apfel ist auch ein leckerer Bratapfel. Die höchsten Punkte beim Eignungstest für Bratäpfel räumen die Sorten ab, die etwas saurer sind und sich lange lagern lassen (damit die Bratapfelsaison möglichst lange anhält J). Boskop sind hier für mich die klaren Sieger! Offensichtlich nicht nur für mich: Einige Lebensmittel verkaufen Äpfel dieser Sorte gleich als „Bratäpfel“. Außerdem sollten die Äpfel groß und möglichst standfest sein, damit sie nachher im Ofen nicht umkippen. Ist der perfekte Apfel gefunden, kann es weitergehen:

Das Werkzeug

Schritt 1: Gehäuse ausstechen. Wer häufiger Bratäpfel macht, für den lohnt es sich, einen Apfelausstecher anzuschaffen. Das Gehäuse lässt sich alternativ aber auch ganz gut mit einem langen, eher schmalen Messer entfernen.

Schritt 2: Apfelboden verschließen, damit die Füllung im Ofen nicht gleich wieder rausläuft. Unser Familienklassiker ist der Stöpsel aus Würfelzucker. Es geht aber auch prima mit Marzipan. Eine Marzipankartoffel hat zum Beispiel schon die passende Größe.

Bevor es an die Füllung geht, stellt ihr den vorbereiteten Apfel in eine Auflaufform.

Schritt 3: Apfel füllen. Jetzt habt ihr die Wahl. Ganz klassisch sind (Rum-)Rosinen und dunkle Beerenmarmelade. Aber eigentlich könnt ihr eure Äpfel mit allem füllen, was ihr eben gern mögt und sich gut erwärmen lässt: Schokolade, Nüsse und Erdnussbutter, Schokolinsen, entsteinte Kirschen und Marzipan, Bananen mit Zimt und Honig … Gummibärchen habe ich auch mal probiert. War jetzt nicht so mein Fall – auch ästhetisch eher nicht – und bringt auch nicht so viel für den Apfel, denn der Geschmack zieht kaum in die Frucht. Eine Freundin steckt auch Pralinen in die Äpfel und überrascht so jedes Mal mit neuen Kreationen…

Nach der Füllung kommt der „Anstrich“ mit zerlassener Butter oder Margarine. Ich nehme meist Alsan. Damit geht es prima. Das Fett dient sozusagen als Feuchtigkeitscreme: Sie macht die Schale geschmeidig und verhindert, dass der Apfel zu sehr schrumpelt. Außerdem ergibt die Butter zusammen mit meist doch etwas auslaufender Füllung in der Auflaufform noch eine zusätzliche leckere Soße. Als Topping auf dem gebutterten Apfel nehme ich dann gern noch ein paar Mandelplättchen. Das passt gut zum Apfel und ist auch noch dekorativ.

Jetzt geht es in den Ofen – 30 bis 45 Minuten bei 160 Grad (Umluft). Da es auch von der Größe der Äpfel abhängt, wann sie fertig sind, guckt am besten ab und zu mal nach ihnen. Das steigert ja auch die Vorfreude 😉

Sobald die Schale zu platzen beginnt, sind sie genau richtig. Dann kann der Schmaus beginnen. Als Soße passen Vanillesoße oder eine Kugel Eis sehr gut zum Bratapfel. Ein Rezept für eine vegane Vanille soße habe ich auch noch für euch rausgesucht – und getestet.

Die Zutaten für die Soße

Das braucht ihr

  • 1 Vanilleschote
  • 400 ml Sojamilch (oder eine andere Pflanzenmilch)
  • 4 Tl Speisestärke
  • 2 Messerspitzen Kurkumapulver
  • Bei Bedarf: 2 El Zucker/Ahornsirup o. ä.

Und so geht es

  1. Vanilleschote auskratzen. Vanille + Schale + Pflanzenmilch aufkochen
  2. Speisestärke mit 6 Tl kaltem Wasser separat an- und dann in die kochende Vanillemilch einrühren
  3. 1-2 Minuten weiterköcheln, dabei rühren.
  4. Kurkuma unterrühren
  5. bei Bedarf mit Zucker, Ahornsirup o. ä. süßen

Guten Appetit

Ach ja. Dann waren da ja noch die herzhaften Bratäpfel. Für diese Varianten schließt ihr die Äpfel entweder mit Apfelresten oder mit einer Nuss, lasst die süße Soße weg und tobt euch bei der Füllung aus. Getestet und für gut befunden: Blauschimmelkäse und Preisselbeermarelade oder eine Mischung aus getrockneten Tomaten, Öl, Fetakäse, zerhackten Oliven und Petersilie als Deko auf dem heißen Apfel.

Imke

Moin, mit Jahrgang 1972 bin ich die „Seniorin“ in der Neuen Etage und fühle mich in dieser besonderen WG pudelwohl. Geboren in Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) habe ich mich schon während meines Zeitungsvolontariats in den Norden verliebt. Nach ein paar Umwegen über Köln, Bamberg, Bayreuth und Oldenburg (Nds.) bin ich 2014 samt Mann und Hund (wieder) in Schleswig-Holstein angekommen. Inzwischen leben wir in Harrislee, einer Gemeinde direkt an der dänischen Grenze und nur einen Katzensprung von Flensburg entfernt. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, gehe ich am liebsten direkt vor der Haustür zu Fuß auf Entdeckungstouren oder powere mich im Kajak auf der Förde aus.

1 Comment
  • Anja
    13. Dezember 2021

    mhm, das klingt sehr lecker, Imke.
    Die klassische, süße Variante gab es bei uns auch schon öfter, und -neugierig geworden- probiere ich das nächste Mal eine herzhafte Abwechslung mit Gorgonzola, Walnüssen und Honig aus. Vielen Dank für den Tipp.
    Eine schöne Weihnachtszeit mit vielen Leckereien wünsche ich allen Lesern.

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