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Blumen bauen Brücken

  • 12. August 2021
  • Von Imke
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Blumen bauen Brücken

Ein breiter Holzsteg in U-Form, über 20 Meter auf die Förde hinaus – direkt an der Flensburger Hafenspitze. Eine SUP-Fahrerin hat daran angelegt und sonnt sich auf dem Holz. Am Wochenende hat hier ein junger Typ Gitarre gespielt und vor ein paar Tagen haben ein paar Yogafrauen auf den Holzbohlen ihre Beine verknotet. An der Seite des Stegs treiben riesige schwimmende Kübel, die mich an überdimensionierte Seerosenblätter erinnern, bepflanzt mit bunten Blumen…

Ein wenig erinnern sie mich an überdimensionierte Seerosenblätter.

Was ist das?

Diese schwimmenden Gärten sind wohl das sichtbarste Zeichen des EU-Projektes Blumen bauen Brücken – Blomster Bygger Broen (BBB), das mit Corona-Verspätung erst in diesem Frühjahr so richtig gestartet ist. Ein weiteres Zeichen steht nur ein paar Meter weiter – gegenüber dem Schifffahrtsmuseum. Es ist eine treppen- und podestartige Sitzkonstruktion mit kleiner Sandkiste. Das Ganze sieht ein bisschen wie ein Amphitheater aus Holzpaletten aus – die perfekte Aufenthaltsfläche für alle, die auf ihr Ergebnis aus dem Corona-Testbus warten, der ein paar Meter weiter Station bezogen hat. Und für alle anderen auch. Sitzalternativen zur Kaikante, um abends gemütlich am Hafen ein Bier ploppen zu lassen.

Wenn die Menschen kommen, kommen auch die Fischbrötchen…

„Erzählgärten“ heißen diese neuen Aufenthaltsflächen in der Projektsprache. Hier sollen Brücken gebaut werden zwischen den Menschen. Hier soll man sich treffen, schnacken, sonnen. Klappt! Und nicht nur hier. Neben Flensburg gehören unter anderem die Städte Åbenrå und Sønderborg zu den Projektpartnern. Auch Glücksburg ist mit eingebunden. Ein Pendant zu den Erzählgärten in Flensburg gibt es bereits in Gråsten.

Und so sehen die „Formidlingshave“ auf der dänischen Seite aus. Foto: Iris Uellendahl/Blumen bauen Brücken

Bei der Aufzählung der Orte wird schnell klar: Hier geht es darum, die Region als gemeinsame Region mit einer gemeinsamen Geschichte wahrzunehmen, diesseits und jenseits der deutsch-dänischen Grenze. Noch mehr Brücken – nicht nur zwischen Menschen, sondern zwischen Ländernachbarn. Das Ziel: nachhaltiger, aktiver und grenzüberschreitender Tourismus.

„Vilde Planter“ – Wildblumen in Gråsten. Foto: Iris Uellendahl/Blumen bauen Brücken

Das Ganze hat, wie der Titel schon sagt, auch noch was mit Blumen zu tun. Im Projektbüro erfahre ich, dass es sich ein bisschen an die Idee der deutschen Landesgartenschauen anlehnt – ein Konzept, das es bei den dänischen Nachbarn so nicht gibt. Blühende Kulturvermittlung sozusagen. Und bis wann geht die Blühsaison? In Gråsten soll der Erzählgarten erhalten bleiben, in Flensburg auf jeden Fall bis Dezember 2022. Danach wird dann neu geguckt, wie stabil die Brücken sind.

Imke

Moin, mit Jahrgang 1972 bin ich die „Seniorin“ in der Neuen Etage und fühle mich in dieser besonderen WG pudelwohl. Geboren in Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) habe ich mich schon während meines Zeitungsvolontariats in den Norden verliebt. Nach ein paar Umwegen über Köln, Bamberg, Bayreuth und Oldenburg (Nds.) bin ich 2014 samt Mann und Hund (wieder) in Schleswig-Holstein angekommen. Inzwischen leben wir in Harrislee, einer Gemeinde direkt an der dänischen Grenze und nur einen Katzensprung von Flensburg entfernt. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, gehe ich am liebsten direkt vor der Haustür zu Fuß auf Entdeckungstouren oder powere mich im Kajak auf der Förde aus.

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