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Ausflugstipp: Langballigau

  • 7. November 2021
  • Von Imke
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Ausflugstipp: Langballigau

Wer sagt eigentlich, dass Ausflüge nur bei blauem Himmel schön sind? Als ich mich in den Bus setze, gibt das Wetter alles: Sturm, Regen, Kälte. Egal, ich fahre trotzdem. Mein Ziel ist Langballigau – für coole Kenner nur LA. Ich gebe zu: Der kleine Fischerort am Südufer der Flensburger Förde hat nicht wirklich Gemeinsamkeiten mit der kalifornischen Großstadt. Mir gefällt`s trotzdem – oder gerade deswegen…

Bei diesem Wetter sind Ölzeug und Südwesten wirklich unbezahlbar! Das Aussehen erkläre ich zur Nebensache.

Gummistiefel, Regenhose und Regenjacke sind schon gesetzt, als ich den Wetterbericht höre. Beim Blick nach draußen kommt noch der Südwester auf den Kopf und ein Handtuch für Struppi in den Rucksack. Die Schmuddelwetter-Expedition kann starten. Von Harrislee aus ist es mit dem Bus rund eine dreiviertel Stunde, und ich muss nur einmal umsteigen. Langballigau Hafen steigen wir aus – und werden zur Begrüßung gleich mal von einer Windböe fast umgepustet.

Im kleinen Hafen schaukeln heute nur noch ein paar Fischerboote mit den typischen roten Markierungsfahnen zwischen den Freizeitseglern. Seine Bedeutung als Fischereihafen ist stark zurückgegangen. Ein Schild am Hafen ist aber Beweis dafür, dass nicht alle Fischer aufgehört haben. Die, die noch da sind, versorgen sicher auch die Restaurants im kleinen Hafenzentrum.

Ob wohl eher die Fische oder die Fischer bei schlechtem Wetter lieber im Trockenen bleiben…?

Fischbrötchen, Hotdogstand, Eisbude, der Hafenkiosk, ein Laden mit maritimer Deko … die meisten Läden haben die Rolläden schon unten. Die Saison ist hier spätestens mit Ende der Herbstferien beendet. Bis Dezember hat zumindest das Fährhaus LA noch an den Wochenenden geöffnet. Hier werde ich mich nach dem Spaziergang aufwärmen. Bei den anderen gilt: Einfach gucken und vorsichtshalber selbst eine Thermoskanne Tee mitbringen.

Den Strand haben Struppi und ich die ersten zehn Minuten ganz für uns. Bei dem Schietwetter hat hier wohl niemand so recht Lust. In der Saison tummeln sich die Besucher hier aber offensichtlich in großen Mengen und auf den unterschiedlichsten Gefährten. Zumindest legen das die Schilder nahe, die ich auf unserem Spaziergang entdecke.

Ich freue mich über die Ruhe – mal von dem Wind abgesehen, der mir um die Ohren und Struppi durchs Fell fegt. Auch der große Spielplatz und der Bewegungspark für Erwachsene ist verwaist.

Am Strand sehe ich ein paar interessante „Bauwerke“. Überbleibsel der letzten Sommertage der Saison? Oder Ergebnis kreativer Beschäftigung der hartgesottenen Dauercamper, die hier und da noch in ihren Wohnwägen auf den zahlreichen kleinen Campingplätzen entlang der Strandstraße sitzen? Auch noch entlang des Zauns der Stellplätze entdecke ich ein paar offensichtlich handgefertigte „Schmuckstücke“.

Ein anderes Kaliber ist das große Ziegeldreieck am Wegesrand. Auf einer dazugehörigen Infotafel gibt es sich als „Ziegelsegel“ zu erkennen, ein Werk der schwedischen Künstlerin Ulla Viotti. Und ein Denkmal. Es erinnert an die Stelle, an der viele Jahre lang Ziegel aus der Steensenschen Ziegelei über eine Brücke auf Segelschiffe verladen wurden. Bis zu 70 Ziegeleien säumten bis in die 1960er Jahre das Ufer der Flensburger Förde.

Auf dem Weg zurück – und hin zu meinem heißen Tee im Restaurant – kommt mir eine Familie mit Kindern entgegen. Die Mutter hat eine Schnur in der Hand, an der ein bunter Drachen tanzt. Wie schön!

Zurück im Hafenzentrum steuere ich gezielt das Fährhaus an, lege ein Handtuch für Struppi auf den Boden, bestelle einen heißen Tee und genieße das Aufwärmkribbeln in meinem Gesicht. Ein schöner Ausflug!

Grau in Grau – einfach wunderschön!

Und ist einmal alles „Grau in Grau“ erinnere ich mich ab sofort daran, wie wunderschön die unterschiedlichen Grautöne an einem Schietwettertag am Meer sein können.

Imke

Moin, mit Jahrgang 1972 bin ich die „Seniorin“ in der Neuen Etage und fühle mich in dieser besonderen WG pudelwohl. Geboren in Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) habe ich mich schon während meines Zeitungsvolontariats in den Norden verliebt. Nach ein paar Umwegen über Köln, Bamberg, Bayreuth und Oldenburg (Nds.) bin ich 2014 samt Mann und Hund (wieder) in Schleswig-Holstein angekommen. Inzwischen leben wir in Harrislee, einer Gemeinde direkt an der dänischen Grenze und nur einen Katzensprung von Flensburg entfernt. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, gehe ich am liebsten direkt vor der Haustür zu Fuß auf Entdeckungstouren oder powere mich im Kajak auf der Förde aus.

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