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Junge LandFrauen im Land: Ein frischer Wind weht durch das Ehrenamt

Moin,

Sie sind der eigentliche Motor des ländlichen Raumes – ohne Sie läuft garnichts: Die LandFrauen. Deutschlandweit zählt der Frauenverein über eine halbe Million Mitglieder. In Schleswig-Holstein sind es laut Landesgeschäftsstelle rund 30.000 Frauen. Doch wie auch in vielen anderen Vereinen rutscht das Durchschnittsalter der Mitglieder von Jahr zu Jahr nach oben. Das ist Schluss damit! Die bestehenden Strukturen haben einen Wingman gebraucht – und einen bekommen: Die Jungen LandFrauen. Dank dieser Bewegung weht ein frischer Wind durch das ländliche Ehrenamt und verleiht dem Mutterverband einen frischen Anstrich.

Doch wie kam es überhaupt zu der jungen Bewegung?

Ich möchte euch meine persönliche Story aus Nordfriesland erzählen. 2018 hat mich eine persönliche Nachricht über meinen Blog erreicht. Es war eine liebevoll geschriebene Nachricht von einer Frau Ende 20, die neu nach Nordfriesland gezogen war und mich fragte, ob es in Nordfriesland eigentlich auch möglich sei „Gleichaltrige kennenzulernen ohne dafür gleich ein Kind zu bekommen“. Ich lachte erst kurz auf, erkannte aber schnell den Ernst der Lage. Ich wollte ihr ihren hiesigen Landfrauen-Ortsverein vorschlagen, checkte aber vorab nochmal deren Internetpräsenz. Dort zu sehen: Tortenbuffetimpressionen vom letzten Kaffeenachmittag und Treppchenbilder des Vorstandes. Einheitliche Seideschals – pfiffig geflochten – rundeten den tradierten Gesamteindruck ab. Mir wurde klar, dass mir der Rat sich an diesen Verein zu wenden möglicherweise unter Ironie verbucht werden könnte. Das wollte ich in keinem Fall – wusste ich doch, dass die LandFrauen weitaus mehr sind als die besten Kuchenbäcker im Land. Am selben Tag stolperte ich über einen Artikel im Bauernblatt. „Junge LandFrauen gründen sich in Stormarn“ stand in fetten Lettern in der Headline. Das ist es! Sowas brauchen wir auch.

Ausgebremst

Es war ein Tag im April und ich griff zum Hörer, um unsere Kreisvorsitzende zu erreichen. Ich berichtete ihr, wie klasse es wäre ein Junge-LandFrauen-Netzwerk für Nordfriesland zu errichten. Alles was ich dafür bräuchte, sei eine Facebookgruppe sowie einen Instagramaufruf auf meinem Kanal. Das Gespräch verlief positiv, gleichzeitig bat mich die Vorsitzende mit meinem Vorhaben eine Gruppe zu gründen noch zu warten. Sie wolle das mit bei der nächsten Kreisverbandssitzung auf die Agenda nehmen. In sechs Wochen. „6 Wochen?“ platze es irritiert aus mir heraus. -„Ja, solange musst du warten. Erst dann können wir dir sagen, ob du eine Gruppe gründen darfst.“ Ich legte auf und sah die Nachricht der jungen Frau nochmal an. Unmöglich könne ich sie auf sechs Wochen vertrösten.

3 Tage – 430 Mitglieder

Eine Mischung aus Tatendrang und Trotz ließen mich noch am selben Tag die Gruppe „Junge LandFrauen Nordfriesland“ gründen. Binnen drei Tagen waren wir 430 Mitglieder – allesamt junge Frauen aus Nordfriesland, die Lust haben sich zu vernetzen. Ich griff erneut zum Hörer und erreichte die Kreisvorsitzende. „Ja, ich weiß, wir hatten sechs Wochen vereinbart… Problem ist nur, wir haben jetzt 430 Damen in einer Facebookgruppe, die voller Tatendrang sind. Die Iriitiertheit am anderen Ende des Hörers hielt genau drei Sekunden an und die Kreisvorsitzende schaltete um in den bewährten Landfrauenmodus und sagte „Ok, dann los. Wie gehen wir vor? Wen sollen wir ansprechen?“ – Na garkeinen. Ich füge dich in der Gruppe hinzu und wir fragen dort, wer mit im Orgateam sein möchte, um mit zugestalten. Einfach so – ohne persönliche Ansprache.“ – „Das ist neu für mich, aber klingt gut. So machen wir das. Ich informiere umgehend die anderen Vorstandsmitglieder.“ Am selben Abend fanden sich neun weitere junge Frauen aus ganz Nordfriesland, die Lust hatten das Orgateam mit zu bilden. Wir trafen uns eine Woche später im Wohnzimmer der Kreisvorsitzenden und legten los. Alle wussten nicht, was sie erwartete. Ungefähr so muss sich ein Tinder-Gruppendate anführen. Hah. (Ich frage mich gerade, ob es sowas überhaupt gibt?!)

Startschuss mit dem Midsommarfest im Juni

Bei dem ersten Treffen einigten wir uns auf einen zeitnahen ersten Termin, damit die digitale Gruppe auch reale Begegnungen ermöglichen kann. Weil es zeitlich gut ins Jahr passte, bat ich ein Midsommarfest bei uns im Garten an. Knapp 70 junge Frauen aus ganz Nordfriesland fanden den Weg in unseren Garten. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Wir haben eine Homepage (junge-Landfrauen.de) erstellt, werden oft für Vorträge angefragt, besuchen auch die Kurse der Ortsvereine und sind mittlerweile richtig bekannt geworden – auch weit über die Grenzen Nordfrieslands hinaus. In Schleswig-Holstein hat mittlerweile JEDER Kreisverband (bis auf Ostholstein) eine Junge LandFrauen-Sparte. Ich bin froh und dankbar ein Teil dessen zu sein und darüber viele neue Freundinnen gefunden zu haben. Und nicht nur ich – auch die junge Dame, von der ich euch eingangs erzählt habe, hat eine Freundin gefunden.

 

Eure Deichdeern

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