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Most-have der Saison: Zu Besuch bei der Mobilen Apfelpresse

Moin!

Ich möchte euch heut erzählen, was wir mit unseren Äpfeln aus dem heimischen Garten machen: Wir mosten. Das machen wir allerdings nicht selbst, sondern wir fahren damit zur Mosterei. Normalerweise hängen wir dafür Stunden in der Warteschleife auf dem Parkplatz unseres Supermarktes bis unsere Nummer aufgerufen wird. Jeder, der bis dato dachte, dass man beim Frauenarzt oder im Kieler Rathaus lange warten müsse, den muss ich enttäuschen. Der Endgegner in Punkto Wartezeiten ist die mobile Mosterei auf den nordfriesischen Supermarktplätzen, die zwischen Husum und Niebüll wandert. Letztes Jahr hat mein Mann dort fünf Stunden gewartet – und dann ist die Presse vor ihm kaputt gegangen. Die Stimmung war entsprechend. Hah!

Frisch gepresstes Start-up

Umso erfreulicher, dass es jetzt eine neue mobile Mosterei gibt. Diese befindet sich, wenn sie nicht grad unterwegs ist, auf den Hof von Malin Nissen an der dänischen Grenze in Jardelund. Wenn wir im Saftjargon bleiben möchten, könnte man behaupten, ihr Start-up ist frisch gepresst. Seit diesem September ist sie mit ihrer helping hand Melani im Saftbusiness unterwegs und presst unzählige Liter am Tag. Äpfel, Birne, Quitten und sogar Weintrauben mostet die studierte Logopädin, die sich aktuell in Elternzeit befindet. Wie ihre neue Berufsbezeichnung lautet, möchte ich von ihr wissen. Malin lacht auf und sagt: „Gute Frage, damit hab ich mich noch gar nicht befasst. Ich weiß nur eins: Saftschubse ist es nicht.“ Die Stimmung ist locker und fröhlich in der Scheune des Resthofes.

Auf die Presse, fertig, los!

Dann ist es soweit. Melani nimmt sich unserer Äpfel an. „Hach, die durften schon gut“, sagt sie. Sie ist, genau wie ihre Chefin Malin, komplett in Regenmontur und wasserabweisender Schürze gekleidet. „Noch bin ich trocken, aber wir haben ja erst 10 Uhr. Spätestens zum Mittag ist hier alles nass.“ Sie macht eine kurze Pause und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Und backsig.“ – Ohja, das glaube ich ihr sofort. Melani reinigt unsere Äpfel im Wasserbad vor. Dann füllt sie sie in kleine Körbe und lässt sie abtropfen. Malin kommt dazu. Gemeinsam jagen sie unser Erntegut durch die Häcksler. „Ja, das sieht gut aus. Damit lässt sich ein Durchgang gut pressen“, so die Fachfrau.

„under pressure“

Das Häckselgut wird in Siebe geschichtet. Die faltet Melani wie einen Briefumschlag. Dann kommt eine Platte dazwischen und oben drauf wieder eine Schicht Apfelgehäckseltes bis der Turm hoch genug ist. Dann wird die Presse angeschmissen. „Jetzt wird’s es spannend“, sagt Malin. Langsam fährt der Stempel der Presse nach unten. Die Kinderaugen werden größer. „Mama, da kommt Saft!!“, stellt die Kinderstimme an meiner Hand fest. Während das trübe Naß in ein großes Behältnis fließt, gehen wir an eine Europalette, die Malin als Schautafel umfunktioniert hat. Jeder Prozessschritt ist dort dargestellt. „Wir mosten auch in Kindergärten, Grundschulen oder bei den Pfadfindern. Da sind immer viele interessierte kleine Menschen, die den Prozess ganz genau nachvollziehen möchten.

Ab 500 kg kommt sie auch zu dir

Aber Malin fährt nicht nur zu Kindergärten oder presst bei sich zuhause. Ab 500kg spannt sie ihren Mostanhänger hinten an und fährt auch zu dir. Ich überlege daher grade, ob wir sie nächstes Jahr in unsere Straße rufen. Die 500kg kriegen wir hier locker zusammen – und gesellig ist es dann noch obendrein. „Genau so habe ich mir das auch vorgestellt“, bestätigt sie meinen Gedanken. „Ihr ruft mich, sabbelt, esst Kuchen und wir mosten währenddessen für euch.“ – Hach, ein schöner Plan. Während ich gedanklich schon die Deko für das Apfelfest festlege, legt Malin den Schalter um. „So jetzt pumpen wir euren Saft rüber in den großen Pott und erhitzen ihn.“ Auf 78 Grad wird der Apfelsaft nun erhitzt. Dadurch ist er noch länger haltbar. Wir entscheiden uns für die 5l-Plastiktüten im Pappkarton. Das ist so schön handlich für die Kids. Man kann sich einfach nach Belieben dort was zapfen und der Saft ist nach Anbruch noch 3 Monate haltbar! Unangebrochen bei richtiger Lagerung natürlich noch viel länger.

Trester für die Tiere

Während Malin für uns abzapft, beobachten wir Melani, wie sie den ausgequetschten Apfelrest in einen Big Bag entsorgt. „Und was passiert damit nun?“, wollen wir wissen. Der Trester, so wird der Rest genannt, bekommt der Nachbar. Er mischt das mit in seine Futterration für seine Kühe. „Aber nicht alles. Ein Teil bekommt auch der Jäger. Er füttert damit das Wild. Die Rehe lieben es.“ – „Hah Mama, das ist ja gerecht. So kriegen alle was ab“, resümiert der Drejährige. – „Ganz genau. Ein Most-Have sozusagen.“

Eure Deichdeern

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