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Logistik? Das geht doch auch per Rad!

[Werbung|unbezahlt und unbeauftragt] Wer von euch in Kiel wohnt, hat in den letzten Monaten bestimmt schon einmal die große Carla durch die Stadt fahren sehen. Übersehen kann man sie mit ihren knapp vier Metern Länge im Gespann jedenfalls unmöglich!  Carla ist der größte Baustein im Fuhrpark des Kieler Start-Ups „noord transport“, ein Fahrradanhänger mit einem Ladevolumen von 1,5 m³ und einer möglichen Zuladung von rund 150 Kilogramm. „noord transport“ geht mit seinem Konzept nämlich über das hinaus, was man von einem Standard-Fahrradkurierdienst erwartet: Sie transportieren nicht nur Dokumente und Kleinigkeiten mit dem Rad durch die Stadt, sondern auch größere Gegenstände, für die sonst eher ein Auto herhalten würde.

Foto: noord transport

Bräuchte ich zum Beispiel ein paar Säcke Rindenmulch für meinen Schrebergarten,  könnte ich diese per Rad direkt bis zur Gartenpforte bringen lassen. Aber auch meinen Wocheneinkauf könnte man mir hinterherfahren. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch um einiges umweltfreundlicher, als hierfür das Auto anzuwerfen. Und genau deshalb wollte ich die beiden Gründer mal treffen und erfahren, wie sie „noord transport“ ins Leben gerufen haben.

Gegründet wurde das Start-Up Anfang diesen Jahres von der Rechtsanwältin und Radsportlerin Kim Kohlmeyer und dem Velostyle-Inhaber Alexander Sonders. Beide sind beruflich und privat fahrradverrückt, hatten bisher aber keine Erfahrung im Bereich Logistik. 

Warum also baut man neben Job, Leistungssport und Familie noch ein Start-Up auf? Ich habe mich mit Kim auf einen Kaffee getroffen, um das zu beantworten und ihre Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Weil Kiel es braucht.“ sagt sie strahlend. „Wir haben ein Verkehrsproblem und ein Luftproblem in der Stadt.“ erklärt sie. Die Lösung: Weniger Autos und mehr Fahrräder auf die Straße!

In Kiel gab es bis Anfang diesen Jahres nichtmal einen ‚normalen‘ Fahrradkurierdienst. Diese Lücke ist nun gefüllt – aber eben auch mehr als das. Als ich Kim und Alexander treffe, kommt gerade einer ihrer drei Fahrer mit dem Lastenrad auf den Hof im Grasweg gefahren. Geladen hat er einen ganzen Batzen Magazine, die gerade ausgeliefert werden. Normalerweise müsste hierfür ein Auto durch die Straßen fahren. In der Transportbox des Fahrrads ist aber fast genauso viel Platz, wie in dem Kofferraum eines Kleinwagens. 

Das Fahrrad ist innerhalb der Stadt obendrein um einiges flexibler, stößt keine Abgase aus und findet schneller einen Platz zum parken, als ein Auto. Damit können Dinge wie Blutproben, Druckerzeugnisse oder Produkte schneller und einfacher von A nach B transportiert werden. Besonders in die Karten spielt den beiden Gründern dabei auch die neue Veloroute der Stadt. Auf dieser Fahrradautobahn kommt man binnen weniger Minuten vom einen Ende der Stadt zum anderen. Mit ihrer Basis im Kieler Grasweg ist das Unternehmen damit fast genau in der Mitte und kann von dort aus schnell agieren.

Inzwischen fahren drei Mitarbeiter für die Unternehmer „Wir wollen mit unserem Startup nicht nur ein nachhaltiges Transportmittel nutzen, sondern auch unsere Arbeitsplätze sollen nachhaltig sein“ erklärt Kim – und so wächst das Unternehmen organisch und stellt nur so viele Menschen ein, wie auch dauerhaft beschäftigt werden können.

Wir haben im Grunde zwei Standbeine. Einmal sind das die Cargo-Fahrten“, erklärt Kim. „Dazu gehören zum Beispiel Biokisten, die wir ausliefern.“ Das zweite Standbein sind die klassischen Kurierfahrten, die beispielsweise Dokumente oder Fahrten für Apotheken mit einschließen. Darüber hinaus beraten die beiden Betriebe, die sich vorstellen in einigen Bereichen auf’s Rad umzusteigen.

In einem knappen haben Jahr haben die Fahrer mit den Rädern übrigens bereits an die 4.000 Kilometer abgefahren. Das Entspricht in etwa der Strecke von Kiel bis ans Kaspische Meer. Und es sollen noch viel mehr kommen – vielleicht ja auch in anderen Städten!

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