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Von Heissluftballons und schwimmenden Bananen – Kunst am Bau in den Wohnungbaugenossenschaften

Die Geschichte der Kunst am Bau ist lang. Sie geht zurück bis in die Zeit der Weimarer Republik, als der Reichswirtschaftsverband bildender Künstler, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Stellung der Künstler im Land, dafür plädierte, dass der Staat Kunst in seine öffentlichen Bauten integrieren solle, um die Kunst im Land zu fördern.

Was damals begann, ist auch heute noch aktuell. In Deutschland ist es seither vorgesehen, dass öffentliche Träger rund 1% der Baukosten für die Kunst am Bau verwenden mögen – hierzu haben sich Bund und Länder entsprechend verpflichtet. Die Kunst am Bau befindet sich in der Regel am oder im Bauwerk oder in seiner unmittelbaren Umgebung und soll der breiten Öffentlichkeit einen Zugang zu Kunst und Kultur zu gewähren. Und so bringen große Wandbilder, Skulpturen und auch Plastiken etwas Leben in öffentliche Gebäude und anliegende Grünanlagen.

Doch auch nicht öffentliche Träger, wie beispielsweise die Wohnungsbaugenossenschaften hier im Land, wissen den Wert von der Kunst am Bau zu schätzen und kombinieren ihre Wohnanlagen gern mit ein wenig künstlerischem Einfluss. Hier kommt ein kleiner Überblick über die Kunst am Bau in unseren Genossenschaften:

Mit etwas Kunst wird sterilen Neubauten eine Seele gegeben, wie zum Beispiel im Fall des Neubaus der WOGE am Kieler Anscharpark, wo ich vor einigen Monaten den Airbrush-Künstler Peer Elshoff dabei begleitet habe, wie er die Geschichte des Anscharparks mit seinen Bildern in das Treppenhaus des Neubaus gebracht hat.

Doch nicht nur in Häusern punkten die Wohnungsbaugenossenschaften mit Kunst am Bau, sondern auch Fassaden werden mit großflächigen Kunstwerken zum Hingucker gemacht. So plant die Baugenossenschaft Hansa aktuell ihren Neubau in der Kieler Lindenstraße mit diesem Wandbild zu verschönern, um den angrenzenden Nachbarn einen schönen Blick auf den Neubau zu geben.

Grafik: Baugenossenschaft Hansa

Das solche Fassadenbilder die Optik von Häusern aufwertet, hat bereits der SBV in Flensburg vorgemacht. Hier wurden nach einer Bestandssanierung in der Engelsbyer Mozartstraße passend zum Straßennamen Wandbilder von Mozarts Werken an die Wände gebracht.

Foto: Marcus Dewanger

Wandmalereien in der Mozartstraße in Engelsby. Foto: Marcus Dewanger

Doch nicht nur die Bauwerke selbst, sondern auch die unmittelbare Umgebung werden durch den Einsatz von Kunst am Bau aufgewertet. Durch Skulpturen in den Innenhöfen von Wohnanlagen, werden diese zu Parkähnlichen Anlagen, die zum Verweilen einladen.

So ist der Skulpturenpark des SBV im Flensburger Stadtteil Fruerlund zwischen Trave- und Eiderstraße nicht nur für Bewohner der Genossenschaft, sondern auch für die breite Bevölkerung zugänglich. Geschaffen haben die Skulpturen Auszubildende sowie Ehemalige der Eckener-Schule im Fachbereich Holzbildhauerei. Ihr Thema war: „Seltsame Begegnungen“ – und so werden Bananen zu Delfinen und stachelige Bürstenköpfe kommen als Igel daher.

Foto: SBV

Foto: SBV

Bei der bgm wurde in Büdelsdorf mit dem Kunstwerk „der Stangenwald“ eine künstlerische Ergänzung zum angrenzenden Spielplatz geschaffen, die nicht nur gut aussieht, sondern auch zur Interaktion einlädt.

Mit dem Kunstwerk soll genau das gezeigt, werden, was die Wohnanlage „Konrad A Hof“ an der Büdelsdorfer Konrad-Adenauer-Straße ausmacht: das bunte Leben! Denn hier wohnen insgesamt rund 150 Menschen aus acht Nationen Tür an Tür. Ein bunter Mix aus Mitgliedern der Genossenschaft und Geflüchteten lebt hier zusammen und trifft sich im für alle zugänglichen Innenhof zum Spielen und Verweilen.

Die Idee für das bgm-eigene Kunstwerk stammt von bgm-Vorstand Stefan Binder und Architekt Dieter Hellwig.

Der Stangenwald der bgm in einem Neubaugebiet in Büdelsdorf Foto: bgm/Bernd Perlbach

Der Stangenwald der bgm in einem Neubaugebiet in Büdelsdorf Foto: bgm/Bernd Perlbach

Weniger Abstrakt kommt die Kunst am Bau des Lübecker Bauvereins im Stadtteil Herrenwyk daher. Die figürlichen Darstellungen aus Bronze in der Kupferstraße nehmen Bezug auf die Geschichte des Lübecker Stadtteils Herrenwyk, der bis in die 1980’er Jahre hinein Standort eines großen Hüttenwerkes war. Neben Straßennamen, wie Erz- oder Silberstraße, sollen auch die hier platzieren Figuren aus Bronze an die Vergangenheit des Stadtteils erinnern.

foto: SILZ & SILZ „Die Eisengießer“ von Karlheinz Goedkte

Weitere Figuren von Künstler Karlheinz Goedkte finden sich auch im Umfeld anderer Bauten des Lübecker Bauvereins, beispielsweise in der Theodor-Heuss-Straße, wo die Skulptur „Nachbarn im Gespräch“ eine alltägliche Szene darstellt.

foto: SILZ & SILZ

Weitere Bronzeskulpturen finden sich auch rund um den 2012 fertiggestellten neuen Kaufhof der NEUE LÜBECKER, wo wohnen und Nahversorgung der Bewohner Hand in Hand gehen. Im ummittelbaren Umfeld des Gebäudes finden sich insgesamt 13 Bronzefiguren des Künstlers  Sven Schöning. Sie alle stehen in Beziehung zueinander und bilden zusammen das Kunstwerk „Miteinander“.

Foto: Neue Lübecker

Foto: Neue Lübecker

Foto: Neue Lübecker

Aber die Kunst am Bau muss nicht immer plakativ und großflächig daherkommen. Sie kann auch ganz dezent im privaten Bereich vorhanden sein. Wie in dieser Gästewohnung der bgm in Büdelsdorf. Hier verschönern Grafiken des Kieler Künstlers Rainer Gröschl die Räumlichkeiten. 

Foto: bgm 

Foto: bgm

Gästewohnungen finden sich übrigens, genauso wie die Kunst am Bau, bei vielen Genossenschaften hier im Norden. Imke hat euch darüber auch schon berichtet.

Kunst am Bau kann auch Streetart sein. Die besten Werke von Streetart-Künstlern aus Kiel stellt aktuell die IHK in der Kieler Merkur-Gallerie aus. Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. Juni und der Eintritt ist kostenfrei.

 

 

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