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Städterin sucht Grün – Willkommen im Schrebergarten

Imke hat uns bereits im letzten Jahr von ihrer Suche nach einem Fleckchen Grün außerhalb der Stadt erzählt. Für sie endete diese Suche mit ihrem kleinen Wohnwagen im Grünen.

Mir geht es da wie Imker: Ich wohne gern in der Stadt. Ich liebe es, dass alles, was ich brauche, direkt um die Ecke ist. Ich kann zu Fuß einkaufen gehen, habe den Wochenmarkt um die Ecke, brauche kein Auto, weil Carsharing um die Ecke ist und zum Kaffee mit Freunden ist es auch nich weit. Aber im Herzen bin ich dann doch irgendwie noch ein Landkind. Ich bin in einem Haus mit Garten aufgewachsen und seien wir mal ehrlich: ein Balkon ersetzt das nicht!

Im letzten Jahr habe ich dort zwar auch ein wenig Gemüse angebaut, aber der Platz und die dortigen Möglichkeiten sind inzwischen ausgeschöpft. Es wurde Zeit für eine Vergrößerung!

An einen Balkon anzubauen ist allerdings – besonders im dritten Stock – ein wenig schwierig. Ebenso kompliziert gestaltet es sich zentrumsnah eine Wohnung mit Garten zu finden, die bezahlbar ist. Also musste eine Alternative her und was ist da besser geeignet, als ein Schrebergarten? Ich informierte mich Anfang letzten Jahres also, welche Kolonien es hier in Kiel gibt und fand recht schnell eine Anlage, die gerade einmal 20 Minuten Fußweg und etwas mehr als 5 Fahrradminuten von meinem Zuhause weg liegt.  Einen Spaziergang durch die Kolonie später war mir klar: hier will ich meinen Garten haben!

Was Schrebergärten angeht, gibt es gerade allerdings – besonders unter den jüngeren Erwachsenen – einen kleinen Hype um die Oase im Grünen. Daher ist die Nachfrage gerade recht groß – das Angebot allerdings eher gering. Ich fragte also beim örtlichen Verein nach und bekam eine Liste der freien Gärten in der Anlage zugeschickt. Darüber hinaus habe ich mir für die Schlagworte „Kleingarten“, „Schrebergarten“, „Pachtgarten“ und „Parzelle“ Suchaufträge auf einer Kleinanzeigen-Seite eingerichtet. Über diese wird man sofort per Mail informiert, wenn eine neue Anzeige zu dem Thema online geht.

Als Einsteiger-Gärtner war es mir wichtig, dass mein zukünftiger Garten nicht komplett verwildert, und die Laube gut in Schuss ist. Denn mir war klar: Laube und Garten fit machen? Das würde mich überfordern. Ich schaute also die freien Gärten vom Verein an und wusste ziemlich schnell, dass ich auf diesem Wege nicht meinen Traumgarten finden würde. Die Gärten waren größtenteils verwildert und die Lauben verfallen.

Also lagen all meine Hoffnungen auf meinem Suchauftrag. Den ganzen Sommer über schaute ich immer mal Gärten an, die sich gut anhörten. Ich besichtigte Lauben ohne Boden und Gärten, die so voll mit Müll waren, dass man einen ganzen Container hätte bestellen müssen. Was diese Gärten dennoch kosten sollten, das erzähle ich euch lieber nicht. Anfang August ploppte dann eine Benachrichtigung auf meinem Handy auf: „Neues Ergebnis für ihren Suchauftrag ‚Schrebergarten'“. Ich öffnete die Nachricht, schaute ein paar Bilder an und sah, dass der Garten in meiner bevorzugten Kolonie lag. Ich rief sofort an (und der Herr, der den Garten verkaufen wollte war etwas verwirrt, dass 2 Minuten, nachdem die Anzeige online war, schon jemand anrief) und vereinbarte einen Termin. Der Garten war schön, die Laube klein aber fein und trocken, die Lage unbeschreiblich gut. Zwischen unserem Interesse am Garten und der Zusage lag dann noch eine kurze Zitterpartie, aber schlussendlich bekamen wir die Zusage für unser kleines Schwendenhaus im Grünen – mit allen dazugehörigen Verpflichtungen.

Ein paar Tage später wurde ich dann Mitglied im Verein und bekam eine Liste mit all den Dingen, die ich nun würde umsetzen müssen. Unkraut entfernen, Hecken auf 120 bzw. 80 Zentimeter kürzen und ganz viel Gemüse anpflanzen. Denn im deutschen Kleingartengesetz sind so einige Dinge strikt vorgeschrieben: wie zum Beispiel die einheitliche Höhe der Hecken und die Tatsache, dass der Garten zu mindestens 30% „kleingärtnerisch genutzt“ werden muss. Denn so ein Garten ist keine reine Spaßveranstaltung, sondern eben auch eine Verpflichtung. Kurzzeitig fragte ich mich bei all diesen Auflagen, wie man das denn schaffen soll. Und ob ich in diesem strengen Kleingarten-Rahmen glücklich werden würde.

Anstrengend ist das Gärtnern alle mal. Das merke ich gerade jetzt im ersten Frühjahr. Wir müssen Beete anlegen, uns überlegen was angepflanzt werden soll und den Garten in Schuss kriegen. Aktuell müsste ich eigentlich mindestens jedes Wochenende im Garten verbringen – am besten wäre es aber, wenn ich auch unter der Woche noch einen Nachmittag opfern könnte. Die Arbeit ist zudem körperlich relativ anstrengend und das Anlegen von Hochbeeten ist nicht gerade günstig.

Trotzdem macht es mir riesigen Spaß. Unsere Nachbarn sind ähnlich lockere Kleingärtner, wie wir und wedeln nicht bei allem, was wir tun, mit der Gartenordnung vor unserer Nase. Und auch die berühmt berüchtigten Gartenzwerge sieht man in den umliegenden Gärten eher selten. Ich empfinde das Gärtnern als tollen Ausgleich neben meinem Job, der sich größtenteils am Schreibtisch abspielt. Und ich kann es gar nicht erwarten im Sommer mit meinem Laptop unter unserem Kirschbaum zu sitzen und Artikel für die neue Etage zu schreiben.

 

 

 

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