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Mental Detox: 30 Tage ohne Meckern

Der Hund macht kläffend Klimmzüge an der Fensterbank, weil er dem Postboten ans Leder will. Das Kind brüllt, weil es keinen zweiten Wackelpudding bekommt und draußen mäht der Nachbar seit gefühlten drei Stunden den Rasen. Mit einem Benzin-Mäher in Düsenjet-Lautstärke. Ist es eigentlich schon Gejammer oder Gemecker, wenn ich nur darüber schreibe?

Ich glaube nicht. Schließlich habe ich ganze 30 Tage lang nicht gejammert und nur sehr moderat gemeckert. Kein Genörgel, kein Gemaule. Jedenfalls so gut wie. Inspiration war die Kampagne „30 Dagen Zonder Klagen“ – auf Deutsch in etwa: „30 Tage ohne Klage“ – des Belgischen Gesundheitsministeriums. Die These dahinter: So wie sich eine positive innere Einstellung auch positiv auf die eigene Gesundheit auswirke, so habe eben ständiges Gejammer negative Konsequenzen.

Wer ständig motzt und meckert, hat vielleicht das subjektive Gefühl, damit Stress abzubauen. In Wirklichkeit fördert er die Freisetzung des Stresshormons Cortisol – und erhöht damit das Risiko diverser Erkrankungen: Herzinfarkt, Bluthochdruck und Diabetes zum Beispiel.

Ein guter Grund also, um das eigene Mecker-Verhalten mal zu hinterfragen und besser in den Griff zu bekommen. Um mein persönliches Ergebnis schon mal vorwegzunehmen: Ich selbst habe zwar nur leichte stimmungsaufhellende Veränderungen gespürt, aber meine unmittelbare Umwelt dafür überraschenderweise umso mehr. Egal also, ob die These mit der Gesundheitswirkung stimmt: Weniger zu meckern ist in jedem Fall eine Wohltat für Partner, Familie, Freunde und Kollegen.

Wenn ihr auch mal einen Versuch wagen wollt, hätte ich ein paar unverbindliche Vorschläge:

Frust aussprechen: Das Wetter, der Chef, die Einkommenssteuererklärung, der Typ im Auto hinter euch. Alle nerven. Ständig. Natürlich bedeutet „nicht meckern“ nicht, dass ihr sämtliche negativen Erfahrungen in euch hineinfressen sollt, die ihr im Laufe eines Tages macht. Im Gegenteil: Partner oder Freunden am Abend davon zu berichten, erleichtert und befreit. Allerdings muss es damit auch erledigt und gut sein, sodass ihr euch angenehmeren Dingen zuwenden könnt.

Meckerer meiden: Es ist ja generell eine gute Idee, sich nicht mit Menschen zu umgeben, die überwiegend negative Vibrations vermitteln oder einem Energie absaugen. In lebensbejahender Gesellschaft dreht sich auch die eigene Wahrnehmung leichter in eine angenehme Richtung. So auch hier: Denn wer ständig von Jammerern und Meckerern umgeben ist, der strudelt früher oder später in den Sog ihres negativen Denkens.

Lösungen finden: So simpel – so schwer. Meiner Erfahrung nach jammert man besonders ausgiebig und häufig über Dinge, die man vermeintlich nicht ändern kann. Allerdings ist das oft viel leichter als man denkt – wenn man sich einen Plan macht. Schritt 1: Macht eine Liste der Dinge, über die ihr euch besonders ärgert. Schritt 2: Überlegt – allein oder besser noch mit anderen gemeinsam – was man daran ändern kann. Schritt 3: Wenn es ein großes Vorhaben ist, gliedert es in kleine Abschnitte und schreibt den Weg zum Ziel auf. Schritt 4: Machen.

Wut verschieben: Das klappt nicht beim ersten Mal und braucht ein bisschen Übung. Wenn euch wieder etwas gegen den Strich geht, dann versucht, euch in genau diesem Moment auf etwas zu konzentrieren, was in eurem Leben gerade gut funktioniert, auf das ihr euch freut oder für das ihr dankbar seid. Um den Nervkram könnt ihr euch später immer noch kümmern. Wenn ihr anschließend mit euren Gedanken wieder im Hier und Jetzt seid, ist oft alles nur noch halb so wild. Fortgeschrittene sollen bei dieser Übung sogar schon komplett vergessen haben, worüber sie sich Minuten vorher noch aufgeregt hatten.

Positives Aufschreiben: Klingt erstmal zeitraubend, nervig und für meinen Geschmack auch zu sehr nach Therapie, funktioniert aber tatsächlich: Schreibt an jedem Abend auf, was euch den Tag über Erfreuliches widerfahren ist. Das Ziel: Das Gehirn soll sich daran gewöhnen, bei seiner Wahrnehmung der Welt vermehrt auf positive Aspekte zu achten. Denn die braucht es schließlich am Abend, um schnell mit der Liste fertig zu werden. Nach ein paar Tagen werden ihr sehen, dass positive Erlebnisse in eurer Wahrnehmung automatisch präsenter sind.

Sich gönnen: Vielleicht der wichtigste Punkt von allen. Macht’s euch möglichst nett, dann gibt’s auch weniger zu meckern. Guckt gemeinsam euren Lieblingsfilm, macht eine verlängerte Kaffeepause oder geht bei gutem Wetter an die frische Luft. Egal, was euch zufriedener macht: Versucht, euch so oft wie möglich die Zeit zu nehmen und Gelegenheiten für schöne Erlebnisse zu schaffen. Gönnt euch ein Glas Wein, Kuchen oder Schokolade. Nur nicht zu viel, denn sonst drohen langfristig – ihr ahnt es schon – Herzinfarkt, Bluthochdruck und Diabetes.

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