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Bier von hier: Brauereien aus der Region

Unbezahlte Werbung / Markennennung / Produktnennung 

Früher war alles einfacher. Welches Bier man in der Kneipe oder im Restaurant bestellte, war völlig egal. Schmeckte schließlich eh alles gleich. Die einzige relevante Frage war: Pils oder Weizen? Heute ist alles besser. Denn das massentaugliche, glattgebügelte und stocklangweilige Industriebier hat endlich Konkurrenz bekommen: Immer mehr Bierfreunde nehmen ihr gehopftes Schicksal selbst in die Hand und brauen individuelle Biere mit Charakter.

Craftbier heißt das Zauberwort: nach traditionellen Rezepturen in überschaubaren Mengen handwerklich zubereitet und in der Regel mit außergewöhnlichem Geschmacksprofil. Wenn das Ergebnis dann auch noch aus der unmittelbaren Nachbarschaft kommt, wird es noch interessanter. Heute stelle ich euch acht regionale Craftbier- oder Micro-Brauereien aus Schleswig-Holstein vor und habe gemeinsam mit Freunden auch ein paar ihrer Kreationen probiert – aus rein professionellem Interesse natürlich.

Beer Brauerei | Schillsdorf

„Das plattdeutsche Original aus Schleswig-Holstein“ steht selbstbewusst auf den Flaschen der Schillsdorfer Beer Brauerei. Schillsdorf? Das liegt gut 10 Kilometer nordöstlich von Neumünster. Dort verfügt der Landgasthof Kirschenholz über seine eigene Brauerei. Den Anfang machte 2006 das „Kirschenholz Landbier“. Mittlerweile verfügt die Beer Brauerei über ein breiteres Sortiment – vom Blonden Beer über das Rubin Beer bis zum Düstern Bock. Und auch ein Hefeweizen und ein alkoholfreies Landbier ist im Angebot. Gebraut wird – nach eigenen Angaben – „nordisch, lecker und mit Leidenschaft“. Die Beer Brauerei kann man übrigens auch besuchen – zum Beispiel für Brauereiführungen oder Brau-Seminare.

Was wir probiert haben:

Blondes Beer | 4,8 %

Hefeweizen | 5,1 %

www.beer-brauerei.de

Czernys Küstenbrauerei | Kiel

In der alten Kieler Seefestung Friedrichsort haben zwei promovierte Meeresbiologen ihr Hobby zum Beruf gemacht: Hier brauen Jasmin und Jan Czerny seit 2017 in ihrer Familienbrauerei quasi direkt am Strand regionale Bio-Biere. Der Ort hat Tradition: Bier wurde hier bereits im Jahr 1871 gebraut. Nach gut 200 Jahren Pause entstehen heute mit modernster Technologie und auf der Basis ausgewählter ökologischer Rohstoffe neue Interpretationen klassischer Bierspezialitäten. Für alle, die schon auf den Geschmack gekommen sind, bietet Czernys sogar einen privaten Lieferservice – allerdings nur im Kieler Umland. Dort gibt’s das Lieblings-Czernys auf Bestellung in der 12er-Holzkiste wöchentlich frisch bis an die Haustür.

Was wir probiert haben:

5 ½ Knoten | Pale Ale | 5,5 %

www.czernys-kuestenbrauerei.de

Klüvers | Neustadt in Holstein

Seit 1973 ist Klüvers Delikatessen-Manufaktur bekannt für handgemachte regionale Spezialitäten. In der Produktion in Gleschendorf werden unter anderem Räucherfisch, Holsteiner Schinken, Hausmacherwurst und eingemachte Speisen produziert, die dann unter der Marke „Klüvers Frische“ in Einzelhandel erhältlich sind. Seit 2004 steht Klüvers auch für regionales Bier aus der eigenen Brauerei. „Klüvers Brauhaus“ liegt direkt am Hafen von Neustadt in Holstein. Pro Jahr werden hier 100.000 Liter Bier gebraut – und ausgeschenkt. Neben den Klassikern Pils, Dunkel und Weizen strömen je nach Jahreszeit auch Spezial- oder Saisonbiere aus dem Hahn: Maibock, Winterbock oder Rauchbier zum Beispiel.

Was wir probiert haben:

Heimat | Mild süsslich & leicht herb | 5,2 %

Rotbier | Hopfenbetont & leicht malzig | 4,7 %

www.kluevers.com

Knust Braumanufaktur | Fehmarn

Kerstin Serck-Scheel und Jonathan Grünitz brauen auf Fehmarn nach eigener Aussage „Bier mit besten Zutaten und einer Prise trockenem Humor“. Nachdem das Duo einige Jahre lang Biere in Kleinstmenge gebraut hatte, hat das erste Craft-Bier von der Insel Fehmarn mittlerweile Marktreife erlangt. Auch große Pläne für die Zukunft gibt es schon: Als „Craft-Bauern“ wollen Kerstin und Jonathan einige der benötigten Rohstoffe selbst anbauen. Außerdem soll im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens der Energiebedarf der Braumanufaktur weitestgehend über eine Biogasanlage gedeckt werden. Apropos Braumanufaktur: Auf dem Blog knustbier.blogspot.com kann man den Baufortschritt ihrer brandneuen Micro-Brauerei beobachten.

Was wir probiert haben:

Pils | Vollbier | 4,7 %

www.knustbier.de

lille | Kiel

Im Dezember 2018 eröffnete lillebräu seine eigene Craftbeer-Brauerei im Kieler Eichhof-Quartier. Nachdem Max Kühl und Florian Scheske drei Jahre lang die freien Kapazitäten anderer Brauereien genutzt haben, um ihre Vorstellung vom perfekten Bier in die Flasche zu bringen, werden die Biere von lille jetzt direkt im Herzen von Kiel gebraut. Mitten in der Brauerei hat man vom Schankraum aus die gesamte Produktion im Blick und kann von Donnerstag bis Samstag aus 12 Zapfhähnen lille-Kreationen und Biere befreundeter Brauereien verkosten. Dazu sorgen draußen vor der Tür wechselnde Foodtrucks für das leibliche Wohl. Wer es nicht persönlich bis nach Kiel schafft: lille Biere können auch im Online Shop bestellt werden.

Was wir probiert haben:

HELLES | 2. Sud | 5,1 %

www.lillebraeu.de

Simian Ales | Elmshorn

Geboren auf St. Pauli, heute zu Hause in Elmshorn: Das ist Simian Ales. Gründer Ian Faulkner war die Bier-Auswahl in deutschen Bars und Kneipen viel zu eindimensional. Also begann er einfach, sein eigenes Bier zu brauen – erst in seiner Küche in der Hamburger Balduinstraße, dann in den Räumen einer Bar auf der Reeperbahn und in Kooperation mit einer Brauerei auf der dänischen Insel Fanø. Nach dem Ursprungsort benannt, wurden seine Biere als „Balduin Ales“ verkauft. Mittlerweile hat er neue Räumlichkeiten in der Langelohe 65a in Elmshorn gefunden und betreibt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Anne dort eine kleine Brauerei inklusive Schankraum. Aktuell können sechs unterschiedlichen Biere unter dem neuen Namen „Simian Ales“ verkostet werden.

Was wir probiert haben:

Extra Stout | 6,3 %

www.simian-ales.com

Sudden Death Brewing | Timmendorfer Strand

Oliver Schmökel und Jan Eric Nagel aus Timmendorfer Strand sind nicht nur eishockeybegeistert und Fans der Boston Bruins, sondern waren auch gelangweilt vom Einheitsgeschmack deutscher Biere. Inspiration kam in den regionalen Craft Beer Brauereien rund um Boston: fruchtige IPAs, hopfige Pale Ales und saisonale Kreationen, wie Kürbisbier zu Halloween oder Lebkuchenbier zu Weihnachten sorgten sofort für Begeisterung. Heute brauen sie ihre eigenen Biere in regionalen Brauereien mit freien Kapazitäten. Der Markenname hat seinen Ursprung ebenfalls im Eishockey: Sudden Death – also die Verlängerung, bei der der erste Treffer über Sieg oder Niederlage entscheidet – ist einer der spannendsten Momente des Spiels überhaupt. Und so spannend sollen auch ihre Biere sein.

Was wir probiert haben:

Steven Seagull | India Pale Ale | 6,5 %

www.suddendeathbrewing.de

Wittorfer Brauerei | Neumünster

Mit dem Ziel, an die gute alte Neumünsteraner Brautradition anzuknüpfen, gründeten Torsten Behrend und Henning Freese 2017 die erste Brauerei in Neumünster seit 1986. Seitdem entstehen im Gewerbehof Hermann G. Schmid an der Wrangelstraße auf der Basis traditioneller Rezepturen neue Interpretationen von Pils bis India Pale Ale. Die können im Brauereiausschank vor Ort verkostet und per Direktverkauf ab Kühlhaus erworben werden. Für angehende und fortbildungshungrige Hobbybrauer gibt es Braukurse für Einsteiger oder Seminare für Fortgeschrittene. Wer sich lieber aufs Trinken konzentrieren möchte, der kann seinen Gaumen bei einem der regelmäßigen Craft Beer Tastings ausgiebig schulen.

Was wir probieren:

Hochstapler | Helles Hefeweizen | 5,3 %

Haarige Zitrone | West Coast India Pale Ale | 7,2 %

www.wittorfer-brauerei.de

Unsere Favoriten:

Wie so oft im Leben, sind die Geschmäcker nun mal verschieden. So hat sich im Laufe der Verkostung herauskristallisiert, dass es zum Beispiel passionierte Pilstrinker gibt, die sich auch durch ausgefuchste Grapefruit-Noten nicht von Alternativ-Bieren überzeugen lassen. Und bei der Frage herb oder mild war die Gruppe in zwei unversöhnliche Lager gespalten. Zum Schluss wurde per Punktesystem abgestimmt. Unser Top 3:

Platz 1:

Klüvers | Heimat: Mildes und gefälliges Holsteiner Landbier. Leicht hopfig und insgesamt mit eher dezentem Profil.

Platz 2:

Simian Ales | Extra Stout: Wie der große Bruder eines Guinness. Kräftig, malzig und mit präsenten Noten von Kaffee und dunkler Schokolade.

Platz 3:

lille | HELLES: Mildes und süffiges Helles. Blumig, aber mit präsenter Hopfennote und auffälliger Kohlensäure.

Beer Brauerei | Blondes Beer: Ein Helles, aber alles andere als blond im Geschmack. Angenehm würzig mit dezenter Süße und leichten Whisky-Noten.

 

Mein Bierberater: Brewcomer | Kiel

Zum Thema schleswig-holsteinische Biere habe ich mich bei Brewcomer in Kiel beraten lassen. Ihr erinnert euch vielleicht: Das sind die Craftbier-Spezialisten, die Johanna vor rund einem Jahr beim Bierbrauen begleitet hat. Kurz gesagt: Ich wurde nicht enttäuscht. Riesenauswahl, sehr freundliche Beratung mit großem Hintergrundwissen und zu jedem Bier eine Geschichte auf Lager – sodass ich nach einer Viertelstunde mit einer Kiste voller Empfehlungen nach Hause gegangen bin, die nicht enttäuscht haben. Die Biere aller hier vorgestellten Brauereien sind auch bei Brewcomer erhältlich: vor Ort in Kiel oder im Online Shop.

www.brewcomer.com

3 Responses
  • Börge Lumma
    19. Februar 2019

    Hi Henning, wenn ich mich recht entsinne, hatten wir mal in Sachen Nahverkehr miteinander zu tun. Schaue doch zum Thema Craftbeer gerne mal auf meinem Blog doppeltgehopft.de vorbei.

  • Sebastian Riemichen
    20. Februar 2019

    Moin,
    Schön kompakte Übersicht aber ich vermisse die Ricklinger und die Wacken Brauerei.
    Oder war es eine bewusste Entscheidung die wegzulassen?

    Viele Grüße
    Sebastian

    • Henning
      20. Februar 2019

      Moin Sebastian,

      keine vorsätzliche Entscheidung. Das Ganze soll nur ein Auszug sein und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
      Ich habe mich einfach vor dem Schleswig-Holstein-Bierregal inspirieren lassen – und das ist dabei rausgekommen.

      Viele Grüße

      Henning

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