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Vier norddeutsche Filmtipps

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Es wird früh dunkel und draußen herrschen Temperaturen um die null Grad. Meine Wohnung bekommt in dieser ungemütlichen, düsteren Jahreszeit eine neue Bedeutung für mich, da ich viel mehr Zeit dort verbringe als im Sommer. Denn drinnen ist es warm und behaglich. Abends kuschle ich mich lieber aufs Sofa, als rauszugehen und etwas zu unternehmen. Dann gibt es nichts Besseres, als unter der Wolldecke liegend mit einem warmen Getränk in der Hand ein Buch zu lesen oder einen Film zu schauen. Im November habe ich bereits Buchtipps verfasst für Bücher, die alle in Schleswig-Holstein spielen und zum Großteil von norddeutschen Autoren stammen. Nun stelle ich euch vier tolle Filme mit norddeutschen Protagonisten, Regisseuren, Autoren oder Schauplätzen vor.

Die Hauptdarsteller von die Flut ist puentklich

Foto: ZDF Stefan Erhard

Die Flut ist pünktlich

Unter norddeutschen Filmtipps darf selbstverständlich ein Insel-Krimi nicht fehlen. „Die Flut ist pünktlich“ basiert auf einer Kurzgeschichte von Siegfried Lenz aus dem Jahr 1953. Der Regisseur Thomas Berger und der Drehbuchautor André Georgi stricken aus Lenz’ Werk einen 90-minütigen Kriminalfilm, der allerdings genauso gut als Liebesdrama durchgehen könnte.

Da Georgi aus nicht einmal zehn Seiten Kurzgeschichte einen kompletten Spielfilm konstruiert, hat er nicht das Problem, Passagen kürzen und komprimieren zu müssen. Im Gegenteil: Der Autor entwirft sogar eine völlig andere Dramaturgie: Während in der Kurzgeschichte die Zeit bis zum Tod einer der Hauptfiguren geschildert wird, klärt der Kriminalfilm rückblickend auf. Die Leiche des Mediziners Alexander Halbach, gespielt von August Zirner, wird im Watt der Nordseeinsel Farland gefunden. Die Todesursache ist zunächst unklar. Ob es ein Unfall war, ist fraglich. Der Hamburger Arzt hat ein Ferienhaus auf der Insel. Die junge Polizistin Maike (Bernadette Heerwagen) soll für Klarheit sorgen. Alexanders Frau, Bettina (Ina Weisse), gilt erst einmal als Hauptverdächtige. Die Ehe ist zerrüttet. Sie unterhält eine Affäre mit Tom (Jürgen Vogel), der ebenfalls in einer unglücklichen Beziehung lebt. Verpackt in einem Krimi erzählt „Die Flut ist pünktlich“ eine Geschichte von Inselbewohnern, von denen jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat.

Besonders toll wirken die norddeutsche Insellandschaft und das raue Meer, die wunderbar zu den Auseinandersetzungen zwischen den Protagonisten und der inneren Leere einiger Charaktere passen. Wer langsame Filme genießt, der hat mit „Die Flut ist pünktlich“ einen Volltreffer gelandet. Die Wiederholung läuft am 10. März um 21:45 auf ZDFneo.

Schwimmer Jacob Heidtmann von dem Film DIE NORM

Foto: DIE NORM / Close Distance Produktions

DIE NORM – ist dabei sein wirklich alles?

Ein Dokumentarfilm über fünf norddeutsche Athleten von den Olympiastützpunkten Schleswig-Holstein und Hamburg auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Der Regisseur von „DIE NORM“, Guido Weihermüller, zeigt intime Momente der Sportler. Er eröffnet, was es für sie bedeutet, an den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen und die Qualifikation zu erreichen – die sogenannte Norm.

Die gezeigten Randsportarten Rudern, Beachvolleyball, Leichtathletik und Schwimmen stehen bei den Olympischen Spielen einmal im Jahr im Vordergrund und erfahren öffentliche Aufmerksamkeit. Lediglich dabei zu sein, ist oft das große Ziel. Doch ist dabei sein wirklich alles? Der Frage geht Guido Weihermüller auf den Grund, indem er das Rudertalent Tim Ole Naske, das Beachvolleyballteam Markus Böckermann und Lars Flüggen, Weitspringer Sebastian Bayer und Schwimmsportler Jacob Heidtmann begleitet. „DIE NORM“ zeigt, wie die Athleten den Alltag bestreiten, was sie antreibt und wie sie Rückschläge verarbeiten. Erfolg und Niederlage liegen dabei nah beieinander. Es gibt Verletzungen, Verzicht, Euphorie und jede Menge Disziplin. Der Zuschauer taucht in die Gefühlswelt der Sportler ein und erhält exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Spitzensports.

Das Ziel des Regisseurs Guido Weihermüller ist es, vor allem die Menschen hinter den Spitzensportlern in den Vordergrund zu stellen. Das gelingt ihm. Für alle Sportfans und Sportinteressierte, die den olympischen Spiele alle vier Jahre aufs Neue entgegenfiebern, ist „DIE NORM“ ein Muss.

Dorfpunks ein norddeutscher Heimatfilm

Foto: Julia von Vietinghoff, Schramm Film

Dorfpunks

Auf der Homepage des Films wird „Dorfpunks“ als ein Heimatfilm der besonderen Art bezeichnet und das ist er auch. Nach dem autobiografischen Roman von Rocko Schamoni produzierte Regisseur Lars Jessen einen unterhaltsamen Film über ein Dorf, in dem 1984 – wenn auch langsam – der Punkrock Einzug hält.

Es geht um Malte Ahrens (Cecil von Renner) und seine fünf Freunde Fliegevogel, Sid, Flo, Piekmeier und Günni. Alle sechs begeistert der Punkrock, der von England nach Deutschland herüberschwappt. Im dörflichen Schmalenstedt – das in echt Lütjenburg heißt – rebellieren sie gegen die dörfliche, konservative, CDU-regierte Welt und legen sich unter anderem mit der örtlichen Landjugend an. Für die sechs Dorfpunks besteht ihr Umfeld lediglich aus Spießern. Malte lebt mit seinen Eltern, „68er-Hippie-Lehrern“, in einem renovierten Bauernhaus. Er bricht die Schule ab, fängt eine Töpferlehre an und nennt sich ab jetzt „Roddy Dangerblood“. Die Möchtegern-Punks gründen ein Band, was sich als gar nicht so einfach herausstellt, und liefern sich immer mal wieder Scharmützel mit den örtlichen Rechten, bei denen die „Dorfpunks“ meistens den Kürzeren ziehen.

Der Film ist eine tragikomische Inszenierung, die mit liebenswürdigen und humorvoll in Szene gesetzten Charakteren verschiedene Generationen von Menschen in Schleswig-Holstein abbildet. Für jeden Heimatliebenden mit viel Humor ist „Dorfpunks“ genau das Richtige.

Adam Bousdoukos und Moritz Bleibtreu

Foto: Corazon International

Soul Kitchen

Die Komödie mit deutscher Starbesetzung ist eine Hommage des Regisseurs Fatih Akin an seine Heimatstadt Hamburg. Derber Humor gepaart mit Fremdschäm-Momenten sind die Hauptzutaten, derer sich Akin bedient.

Hauptdarsteller und Co-Drehbuchautor Adam Bousdoukos spielt die Hauptrolle Zinos Kazantsakis, der ein mäßig erfolgreiches Restaurant mit einfacher Currywurst-Pommes-Schnitzel-Küche führt. Der Mittdreißiger ist vom Pech verfolgt. Zuerst geht seine Freundin Nadine Krüger (Pheline Roggan) für einige Zeit beruflich nach Shanghai. Dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall. Als Konsequenz engagiert Zinos den exzentrischen Nobel-Koch Shayn Weiss (Birol Ünel), der die Küche des Soul Kitchen ordentlich auf den Kopf stellt. Als wäre das nicht genug, bekommt Zinos Bruder, Illias Kazantsakis (Moritz Bleibtreu), Freigang aus dem Gefängnis und sorgt für noch mehr Durcheinander. Die Ereignisse überschlagen sich. Das Chaos ist perfekt.

Auch „Soul Kitchen“ ist eine Art Heimatfilm, der die Tragikomik perfekt beherrscht. Abwechselnd wird geweint gelacht und wieder geweint. Wer so eine Gefühlsachterbahn aushalten kann, ist wie gemacht für „Soul Kitchen“.

Für die unter euch, denen der Artikel gefallen hat und die sich für hurmorvolle Filme begeistern, kann ich am Schluss noch eine norddeutsche Serie empfehlen: „Deichbullen“ hat Henning vor einiger Zeit auf Neue Etage vorgestellt.

1 Response
  • Daniel
    17. Februar 2019

    Soul Kitchen ist ein wirklich genialer Film, kann man immer wieder sehen. ist für mich auch ein typischer Film den ich gerne im Winter gucke.

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