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Bastelprojekt: Puzzle selbst gemacht

Das tollste Kind der Welt puzzelt für sein Leben gern. Was liegt da näher, als ihm neben all den Elefanten-, Löwen- und Feuerwehrauto-Puzzeln, die es im Spielwarenhandel zu kaufen gibt, auch sein eigenes, ganz individuelles Puzzle zu machen. Kann ja nicht so schwer sein – dachte ich. Ist es auch nicht. Es sei denn, man hätte es gerne einigermaßen schön und haltbar. Das heißt: So, dass die Puzzleteile in den Händen eines Zweijährigen mit ein bisschen Glück zumindest eine Woche lang überleben könnten.

Ich habe das Internet nach Anleitungen durchsucht. Ich habe mir Dutzende DIY-Videos angesehen. Aber ich konnte keine Variante finden, für die man nicht entweder einen Heimwerker-Maschinenpark im Wert von Tausenden von Euro brauchte oder eine professionelle Stanze, wie sie die großen Puzzle-Hersteller verwenden. Und mit einem Ergebnis auf den Niveau von „Wir drucken mal ein Foto aus und schneiden es mit der Schere kaputt. Zack: Puzzle.“ war ich nicht zufrieden.

Also habe ich selbst ein bisschen rumprobiert. Und hier ist das – gar nicht mal so schlechte – Ergebnis.

Das habe ich an Material verwendet:

ein großformatiges Foto (40 x 60 cm)

eine Hartschaumplatte (50 x 50 cm, 3 mm dick)

Sprühkleber

Whiteboard-Marker (schwarz)

Bastel-Skalpell (mit Ersatzklingen)

Lineal

Farbroller

Schneidmatte

Schmirgelpapier (180er Körnung)

Die Formate von Foto und Hartschaumplatte passen aus Kostengründen nicht zusammen: Als erstes habe ich mich auf die Suche nach einem Material gemacht, dass stabil und möglichst feuchtigskeitsresistent ist, sich aber trotzdem gut zuschneiden und bearbeiten lässt. Im Baumarkt hat man mir dann 3 mm starke Hartschaumplatten empfohlen. Die gab es zwar in verschiedenen Farben, aber das einzige Format in einer annehmbaren Größe war quadratisch: 50 x 50 cm. Kostenpunkt: Rund 3,50 Euro pro Platte.

Dazu wollte ich mir im Drogeriemarkt meines Vertrauens das Foto meiner Wahl ausdrucken lassen. Dort galt 50 cm im Quadrat allerdings als Sonderformat und war entsprechend teuer. Also habe ich mich damit abgefunden, Foto und Platte dann eben später passend zuschneiden zu müssen und das Format 40 x 60 cm gewählt. Fotokosten: knapp 5 Euro.

Dann ging’s los: Ich habe das Foto mit Sprühkleber auf der Platte fixiert, mit einem Farbroller blasenfrei gerollt und die Überstände abgeschnitten. So hatte ich schon mal ein auf Platte gezogenes Motiv im Format 40 x 50. Anschließend habe ich das Bild 20 Quadrate unterteilt (jeweils 10 x 10 cm). Dazu habe ich einen Whiteboard-Marker verwendet, da man den später einfach mit einem feuchten Tuch abwischen kann.

Anschließend musste ich die Formen aufzeichnen, mit denen die einzelnen Puzzleteile ineinander greifen. Nach einigem Suchen nach einer geeigneten Vorlage hat sich gezeigt, dass der Boden einer Seifenblasen-Flasche die perfekte Größe hat. Beim Anzeichnen bin ich keinem genauen Plan gefolgt, sondern habe die Ausbuchtungen nach Gefühl mal nach innen und mal nach außen gelegt.

Dann ging’s ans Schneiden. Meine wichtigsten Tipps dazu:

  1. Lieber die gleiche Linie fünfmal mit leichtem Druck schneiden, als einmal mit ganzer Kraft. Denn dadurch ermüdet nicht nur das Handgelenk ziemlich schnell, die ungewohnte Beanspruchung macht auch am nächsten Tag Handmuskelkater. Außerdem: Je mehr Kraft man aufwendet, desto weniger Kontrolle hat man und desto leichter weicht man von der vorgesehenen Linie ab. Wenn man immer wieder über dieselbe Stelle schneidet, ist man auch irgendwann durch – ohne Schmerzen und ohne Verschnitt.

  1. Das Skalpell in den Kurven möglichst senkrecht halten. Denn je größer und schräger die Schnittfläche, desto schwieriger wird es, saubere Kurven zu schneiden. Wie ihr an einigen der ausgefransten Schnittkanten auf den Fotos sehen könnt, habe ich das allerdings auch erst gegen Ende realisiert. Aber dafür gibt’s ja zum Glück Schmirgelpapier – dazu später mehr.

  1. Die Platte leicht anheben. Die Hartschaumplatte ist angenehm stabil und mit 3 mm recht dick, aber dadurch gleitet das Skalpell eben auch nicht so leicht hindurch wie das sprichwörtliche heiße Messer durch die Butter. Etwas besser geht es allerdings, wenn die Platte nicht auf der Schneidmatte aufliegt. Deshalb: Platte leicht anlupfen, dann schneidet es sich deutlich angenehmer.

Als alle 20 Puzzleteile ausgeschnitten waren, habe ich mit Schmirgelpapier (180er Körnung) die ausgefransten Kanten geglättet. Wichtig: Entweder parallel zur Platte schmirgeln oder vom Foto in Richtung Platte, damit sich das Bild nicht wieder vom Untergrund löst. Dabei kann man auch gleich kleine Ungleichmäßigkeiten ausbessern, wegen denen die einzelnen Teile beim Zusammenstecken noch etwas haken.

Das kann zum Beispiel passieren, wenn das Skalpell nicht ganz gerade gehalten wurde und kein senkrechter, sondern ein leicht geneigter Schnitt entstanden ist.

Fertig. Geschenkband drum und der Zielgruppe zum Ausprobieren vorgelegt. Erste Ergebnisse waren schon sehr viel versprechend. Aber ich glaube, bis zum amtlichen Endergebnis, muss noch ein paar Abende lang getestet werden.

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