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Raumklima für Profis: besser lüften und heizen

Der Herbst ist da, die Temperaturen sinken und an den ersten Thermostaten in Schleswig-Holsteins Wohnungen und Häusern wird schon wieder fleißig gedreht. Laut Umweltbundesamt entfielen im Jahr 2013 rund 70 Prozent des Energieverbrauchs im Bereich Wohnen allein auf das Heizen.

Das geht besser: Neben moderner Wärmedämmung und anderen baulichen Maßnahmen ist vor allem das Heiz- und Lüftungsverhalten ein entscheidender Faktor für einen geringeren Energieverbrauch – und ganz nebenbei auch für ein gesünderes Raumklima und die Vermeidung von Schimmel in der Wohnung.

Umfangreiche Hinweise zum virtuosen Umgang mit Heizung und Fenster in der kühleren Jahreszeit haben unter anderem das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit parat. Wir haben die entsprechenden Webseiten durchforstet und die wichtigsten Empfehlungen für euch zusammengestellt.

Zwölf Liter Feuchtigkeit pro Tag

Ohne öfter mal die Fenster aufzumachen, gibt’s kein gesundes Raumklima – auch wenn es draußen kalt ist. Regelmäßiges Lüften verbessert nicht nur die Luftqualität in der Wohnung, sondern verringert auch den Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft.

Das Umweltbundesamt hat dazu eine sehr plakative – und auch ein bisschen eklige – Beispielrechnung parat: Die Menschen eines Vier-Personen-Haushalts geben täglich rund zwölf Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab – einerseits durch Körperfunktionen wie Atmen und Schwitzen, andererseits durch Tätigkeiten wie Duschen, Kochen oder Waschen.

Dazu kommen dann unter Umständen noch Pflanzen, Wäschetrocknen in der Wohnung oder andere Feuchtigkeitsproduzenten.

Schimmel liebt es feucht.

Aber warum ist Feuchtigkeit in der Wohnung überhaupt ein Problem? Wenn die Feuchtigkeit in der Raumluft nicht regelmäßig nach draußen kann, kondensiert sie auf kühleren Oberflächen – und an diesen Stellen steigt dann die Schimmelgefahr. Ein Alarmzeichen für zu viel Feuchtigkeit in der Raumluft sind zum Beispiel beschlagene Fensterscheiben. Die Lösung: Kondenswasser abwischen, Fenster öffnen, Raumtemperatur oberhalb von 17 Grad halten und regelmäßiger lüften.

Fenster lieber aufreißen als kippen.

Ständig gekippte Fenster sind bei Kälte übrigens nicht zu empfehlen (Ausnahme: nachts im Schlafzimmer – siehe weiter unten). Denn ein Austausch der Luft findet bei gekippten Fenstern nur bedingt statt. Dafür kühlen die Räume stark aus, sodass mehr Energie benötigt wird, um sie bei Bedarf wieder auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Gelüftet werden sollte am besten mehrfach über den Tag verteilt, jeweils für wenige Minuten und bei weit geöffneten Fenstern.

Lüften im Schlafzimmer

Hier sollten die Fenster nach Möglichkeit nachts angekippt bleiben, rät das Umweltbundesamt – bei gedrosselter Heizung. Wer lieber bei geschlossenen Fenstern schläft, sollte nach dem Aufstehen bei weit geöffneten Fenstern intensiv stoßlüften, um die nachts entstandene Luftfeuchtigkeit wieder ins Freie zu lassen.

… in Wohnräumen

Kurz gesagt: Je mehr Feuchtigkeitsquellen es gibt, desto öfter und intensiver sollte gelüftet werden. Feuchtigkeit geben zum Beispiel Zimmerpflanzen ab, zum Trocknen aufgehängte Wäsche oder Zimmerbrunnen. Alarmzeichen – wie oben beschrieben: Kondenswasser an den Fensterscheiben.

… in Küche und Bad

Die Feuchtigkeits-Produzenten Nr. 1 im durchschnittlichen Haushalt. Bei kurzfristig intensiver Feuchtigkeit durch Baden, Duschen oder Kochen sollte sofort ausgiebig gelüftet werden. Wer nicht über ein Tageslichtbad mit ausreichend großem Fenster verfügt, sollte nach dampfenden Bade- oder Dusch-Sessions die kondensierte Feuchtigkeit von Boden und Wänden entfernen.

Der Lüftungs-Turbo: Durchzug

Für einen besseren Austausch der Luft sorgt ihr, wenn ihr beim Stoßlüften auch die Innentüren geöffnet haltet. Noch besser ist es, wenn dabei Fenster in unterschiedlichen Räumen geöffnet sind, so dass Durchzug entsteht. Der eine oder andere geschickt platzierte Stopper hilft dabei übrigens gegen knallende Türen.

Ausnahme dieser Regel: Wenn ihr den feuchtwarmen Nebel aus Bad oder Küche loswerden wollt, solltet ihr nur die Fenster im jeweiligen Raum weit öffnen und die Türen zu anderen Zimmern verschlossen halten – sonst verteilt sich die Feuchtigkeit erst einmal in der ganzen Wohnung.

Wäsche trocknen in der Wohnung?

Feuchte Wäsche in der Wohnung zu trocknen, ist generell keine Premium-Idee und sorgt für steigende Luftfeuchtigkeit. Wenn möglich, sollten dazu Trockenräume oder der Balkon genutzt werden. Geht das nicht, dann ist ausreichend Lüften oberstes Gebot, um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Empfehlung des Umweltbundesamtes: Während des Trocknens Zimmertür geschlossen halten, Fenster auf Kipp und Heizung nicht ausschalten. Besonders energiesparend ist das allerdings nicht.

Kalte Wände? Möbel rücken.

In Altbauten sind die Außenwände im Winter oft kalt. Auch hier kann sich in Herbst und Winter Feuchtigkeit niederschlagen. Wenn dann noch die Luft schlecht zirkulieren kann, weil Schränke oder Sofas direkt an der Wand stehen, kann schnell ein Feuchtigkeitsproblem und im schlimmsten Fall Schimmel entstehen. Deshalb solltet ihr eure Möbel immer ein paar Zentimeter von kalten Außenwänden abrücken – sodass die Luft auch dahinter noch in Bewegung kommen kann.

Wie warm ist warm genug?

Ich weiß: Die persönliche Wohlfühltemperatur ist eine individuelle und oft hochemotionale Sache. Ich persönlich mag es zu Hause eher kühl, der Rest der Familie tendiert eher zu tropisch. Zumindest was den Energieverbrauch angeht, ist die Sache allerdings eindeutig: Die empfohlene Temperatur für den Wohnbereich liegt zwischen 20 und 22 Grad Celsius. Im Bad sind rund 22 Grad ideal. Im Schlafzimmer und in der Küche kann es mit um die 18 Grad gerne etwas kühler sein. Viel kälter sollte es aber nicht werden, denn sonst steigt das Schimmelrisiko.

Was bedeuten die Zahlen auf dem Thermostat?

Thermostate halten die Temperatur in einem Raum konstant, sodass man nicht ständig nachjustieren muss. Auf den meisten Thermostaten befindet sich dazu eine Skala von 0 bis 5. Dabei entspricht Stufe 3 etwa 20 Grad Celsius. Pro Stufe weicht die Temperatur um vier Grad ab. Stufe 2 sind also etwa 16 Grad und Stufe 4 etwa 24 Grad.

Zum Schluss: Free your Heizkörper!

Wenn Heizkörper ihre Wärme nicht ungehindert an die Raumluft abgeben können, kostet es unnötig viel Energie, die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. In manchen Fällen gelingt das eventuell sogar gar nicht mehr. Also solltet ihr weder Möbel vor die Heizung stellen, noch die Heizkörper durch bodenlange Vorhänge verdecken.

 

Quellen: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, www.bmu.de; Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de

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