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Unterwegs mit Hund: Spontan-Agility

Wenn es euch wie mir geht, dann ist es euch viel zu langweilig, mit eurem Hund einfach drei- bis viermal am Tag zur nächsten Pipi-Ecke und zurück zu schlurfen. Beim Gassigehen darf durchaus auch mal was passieren. Deshalb machen wir unterwegs gerne ein paar Übungen, an denen nicht nur alle Beteiligten Spaß haben, sondern die ganz nebenbei auch noch Victors Geschicklichkeit und Konzentration fördern – und ihn anschließend besonders entspannt schlafen lassen.

Wann? Wie oft? Wie lange? Unsere einzige feste Regel: Wenn beide Lust haben, ist es o.k. Bei uns ist das ungefähr ein- bis zweimal pro Woche während der Mittags- oder Nachmittagsrunde der Fall – vorausgesetzt es regnet nicht gerade in Strömen. Auf einem Spaziergang, der gut eine Stunde dauert, üben wir dann ungefähr drei- bis fünfmal für je 2-3 Minuten. Übrigens: Entspannt und bei Fuß an Radfahrern, Fußgängern und anderen Hunden vorbei zu gehen, ist auch Training – und für mein Nervenbündel von Hund sogar deutlich anstrengender als jede Such-, Sprung- oder Balance-Übung.

Aber zur Sache. Alles, was ihr für ein bisschen spontane Wald-und-Wiesen-Action braucht, sind Hundekekse als Belohnung und ein Stück Natur, in dem bestenfalls noch ein paar Bäume stehen – oder liegen. Für alle folgenden Übungen gilt: Wenn euer Hund zu Beginn noch unsicher ist oder nicht genau weiß, was ihr von ihm wollt, könnt ihr ihn mit einem Keks in der Hand durch die Übung führen. Wenn das klappt, gibt es bei jedem neuen Versuch ein bisschen weniger Unterstützung, bis er es schließlich auf Kommando von alleine hinkriegt.

Balancieren

Die Mutter aller Geschicklichkeitsübungen. Alles was ihr dazu braucht, ist ein liegender Baumstamm. Der sollte ausreichend Halt bieten und nicht glatt oder rutschig sein. Den Durchmesser könnt ihr nach dem Leistungsniveau eures Hundes auswählen. Für den Anfang gilt: je breiter, desto besser. Ganz wichtig: Achtet immer darauf, dass die Herausforderung für euren Hund nicht zu groß wird. Ein bisschen neugierige Unsicherheit ist o.k., aber mutet ihm auf keinen Fall zu viel zu. Für totale Neulinge ist es völlig ausreichend, nur ganz kurz auf dem Stamm zu stehen. Dann gibt’s einen Keks und fertig. Wenn euer Hund sicherer wird, könnt ihr die Schwierigkeit nach und nach steigern. Und ganz routinierte Balance-Profis kann man später auch mal vor schwierigere Aufgaben stellen: zum Beispiel bei einem Parcours über Steine in einem (nicht zu tiefen) Bach.

Drunter & drüber 

Sind die Gelenke gesund und ist der Hund nicht zu schwer, dann sind Sprung-Übungen ein großer Spaß. Wir haben einen dermaßen leidenschaftlichen Sprinter und Springer, dass wir eigentlich eher ein bisschen bremsen müssen. Als Sprung-Hindernis kann man in Wald und Feld so gut wie alles nutzen: Parkbänke, Wassergräben, schmale Bäche oder liegende Baumstämme. Wir machen es so, dass Victor vor dem jeweiligen Hindernis warten muss und dann auf Handzeichen und Kommando losjumpen darf.

Achtet dabei zum Beispiel auf spitze Äste oder auf Löcher im Boden, damit sich euer Hund nicht verletzt oder vertritt. Und: Wer über Bäume springen kann, kann natürlich auch darunter durch kriechen. Dabei ist – je nachdem, wie eng oder niedrig die Passage ist – eine Portion Mut und ausreichendes Vertrauen in den Menschen gefragt.

Interaktion

Ich finde, auch bei körperlicher Action kann der Hundekopf zwischendurch ruhig mal wieder auf Empfang schalten. Deshalb streuen wir unterwegs gerne Übungen ein, bei denen es nicht nur auf’s Rennen oder Springen ankommt, sondern auch auf Aufmerksamkeit und die Interaktion Mensch-Hund. Eine schöne Möglichkeit im Wald: den Hund einen Baum umrunden lassen. Am Anfang haben wir Victor ein paarmal mit dem Keks in der Hand um den Baum herumgeführt, bis er es verstanden hatte. Mittlerweile haben wir das Ganze etwas ausgebaut, suchen uns auch mal eine Stelle mit mehreren Bäumen und lassen ihn dann per Kommando (bei uns ist das „Runde“) und Handzeichen bestimmte Bäume im Wechsel umrunden. Und zur Belohnung gibt’s Kekse – ist ja klar.

Suchen

Eigentlich kein Agility-Element, aber bei uns trotzdem der absolute Renner: Kekse in Bäumen verstecken. Sucht euch einfach einen Baum mit besonders schroffer Rinde, in der viele Ritzen und Spalten sind. Dann könnt ihr euren Hund ein paar Meter weiter sitzen lassen oder ablegen und den Baum mit Keksen präparieren – in unterschiedlicher Höhe und auch mal ein bisschen festgesteckt, damit es nicht zu einfach wird. Auf Kommando darf der Hund sich dann die Kekse aus dem Baum pulen.

Kleiner Hinweis: Einige Halter machen mit ihren Hunden unterwegs keine Futter-Such-Spielchen, weil sie fürchten, der Hund würde dadurch lernen, auf jedem Spaziergang und überall nach Fressbarem zu suchen. Den Gedanken kann ich nachvollziehen, aber wir haben diese Erfahrung nicht gemacht – vielleicht, weil die Suchspiele bei uns nach festem Ritual und mit entsprechenden Kommandos ablaufen. Aber auch hier gilt wie bei allen Vorschlägen: Wenn ihr kein gutes Gefühl dabei habt, dann solltet ihr es auch nicht tun.

Zum Schluss: drei goldene Regeln.

1. Locker bleiben.

Was immer ihr mit eurem Hund unterwegs veranstaltet, denkt immer dran: Es gibt keine Titel und keine Pokale. Es geht um Spaß und ums Zusammensein. Ihr könnt die Sache also ganz entspannt angehen. Startet erstmal langsam und habt immer ein Auge darauf, dass euer Hund sich bei den Übungen wohlfühlt, keine Angst hat und mit Freude dabei ist. Auch solltet ihr zwischendurch immer wieder Pausen einstreuen, damit das Ganze für euren Hund nicht in Stress ausartet. Wenn ihr den Eindruck habt, dass er das alles ganz locker aus dem Pfotengelenk schüttelt, könnt ihr Intensität und Schwierigkeitsgrad langsam steigern.

2. Gesundheit geht vor.

Bevor ihr euren Hund herumklettern oder über Baumstämme hüpfen lasst, sollte ihr euch vom Tierarzt eures Vertrauens bestätigen lassen, dass er körperlich absolut gesund ist. Sollte er bereits Wehwehchen haben, könnt ihr die Übungen entsprechend anpassen oder bestimmte Aktivitäten einfach weglassen. Bei Problemen mit Hüften oder Gelenken ist es zum Beispiel sinnvoll, auf Sprünge zu verzichten.

Aber auch die fitteste Sportskanone kann mal unglücklich abrutschen. Deshalb solltet ihr vor jeder Übung die Umgebung auf spitze Äste und andere Gefahren checken und euch – wenn möglich – so platzieren, dass ihr euren Hund abfangen könnt, falls er zum Beispiel beim Balancieren den Halt verliert.

3. Positiv enden.

Das Ende einer Veranstaltung bleibt immer am besten im Gedächtnis – da ticken Hunde und Menschen ganz ähnlich. Deshalb solltet ihr euren Spaziergang unbedingt mit einer positiven Erfahrung für euren Hund beenden. Selbst wenn vorher zwei oder drei Sachen nicht so gut geklappt haben: Macht zum Schluss noch eine ganz einfache Übung, die er in jedem Fall erfolgreich meistert. Dann feiert ihn dafür ordentlich ab und spendiert den einen oder anderen Keks, sodass er euren Ausflug mit einem Erfolgserlebnis und in bester Laune beendet. Denn dann hat er beim nächsten Mal garantiert auch wieder Lust.

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