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Es summt in der Stadt – Honig aus Kiel

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Während ich diesen Beitrag schreibe, esse ich ein Honigbrot. Und der Honig auf meinem Honigbrot kommt von einem Bienenvolk, das gerade einmal 200 Meter von meinem Frühstückstisch entfernt sein Zuhause hat. Eventuell haben also ein paar der Bienen für ihre Honigproduktion von Blumen auf meinem Balkon genascht. Die Bienen, die hier vielleicht genascht haben, gehören Utha Bonowski, die mit insgesamt 24 Bienenvölkern im Kieler Stadtgebiet den Kieler Honig herstellt, der nicht nur gut schmeckt, sondern auch einen Teil zur Artenvielfalt in der Stadt beiträgt.

Utha, auch bekannt als Honigdeern, imkert seit fünf Jahren und kam damals, auf der Suche nach einem Raum zum Schleudern und abfüllen ihres Honigs, in Kontakt mit den Gründern von Kieler Honig, den es inzwischen seit sechs Jahren gibt. Da dessen Gründer inzwischen alle fest im Berufsleben stehen, hat Utha das Projekt seit nunmehr drei Jahren übernommen und lässt ihre Stadtbienen im Kieler Raum ausschwärmen. Honig von Stadtbienen ist im Übrigen absolut unbedenklich, was Feinstaub oder Schwermetalle angeht. Er hat sogar einen Vorteil: in der Stadt haben die Bienen viel weniger mit Pestiziden zu schaffen, als auf dem Land.

In Kiel gibt es den Schreventeich-Honig, dessen Bienen ihren Standort an der Jakobikirche am Knooper Weg haben, Honig aus dem alten Botanischen Garten, aus dem Dichterviertel, aus Laboe, aus Molfsee und aus dem Schleusenpark in der Wik. Und genau hier waren wir vor einigen Tagen verabredet. An einem Samstagmorgen um sieben Uhr in der Früh. Leicht verschlafen bin ich in den Norden Kiels gefahren und habe mein Auto in der Herthastraße abgestellt. Kaum hatte ich abgeschlossen, hörte ich auch schon das knattern einer kleine Ape, die um die Ecke gedüst kam. „Ape“ ist übrigens Italienisch und bedeutet übersetzt soviel wie Biene und ist ein kleiner Transporter auf drei Rädern – wie passend, dass Utha dieses kleine Gefährt benutzt, um zu ihren Bienenvölkern zu fahren.

Ehe ich mich versehe, stehe ich auch auch schon im Bienen-Overall mit Utha vor den Bienenstöcken und bin quasi als Praktikantin mit dabei. Bienenstock auf, Waben raus und rein in die Kiste – und das möglichst ohne eine Biene mitzunehmen. Die sollen nämlich weiterhin bei ihrem Volk bleiben.

 

In einem solchen Bienenstock, wie wir ihn gerade ernten, leben in den Sommermonaten rund 50.000 Bienen. Davon sind, inklusive der einen Königin, 99% der Bienen weiblich und nur rund 1% ist männlich. Der Bienenstock ist, damit man Honig ernten kann, wie folgt aufgebaut: In den unteren Etagen befindet sich der Brutraum. Hier lebt die Bienenkönigin und hier entwicklen sich in den Waben die Bienen vom Ei ausgehend zur fertigen Biene. In den oberen Etagen, die durch ein Gitter, durch das die Königin nicht hindurchpasst, von den anderen Etagen getrennt sind, befindet sich der Honigraum. Hier werden die Waben von den Arbeiterinnen mit Honig gefüllt, der als Vorrat angelegt wird. Und genau an diesen Vorrat wollen wir ran, denn in diesen Waben schlummert das flüssige Gold: der Honig!

Damit die Bienen nach unserem kleinen Raubzug nicht leer ausgehen, werden sie über den Herbst und Winter von Utha mit einer Zuckerlösung gefüttert werden. Sie gehen also nicht leer aus.

So ernten wir nach und nach Bienenstock für Bienenstock und machen uns anschließend auf den Weg zum Geomar-Zentrum an der Förde. Hier auf dem Dach stehen die Bienen, die für den Honig aus dem alten Botanischen Garten zuständig sind. Auch Ihnen statten wir einen Besuch ab, sammeln ihren Honig ein und fahren anschließend in die alte Muthesius-Kunsthochschule, wo Utha sowohl ihren Verkaufsraum, als auch einen Raum zum schleudern und für die Reifung des Honigs hat.

Nach einer kurzen Verschnaufpause bei Kaffee und einem kleinen Frühstück machen wir uns hier an die Arbeit. Der Honig aus den einzelnen Waben wird nun in einer Trommel geschleudert. Durch die Zentrifugalkraft fließt der Honig hierbei langsam aus den Waben und zurück bleibt der Holzrahmen mit den Waben aus Wachs. Diese können die Bienen im kommenden Jahr dann – sozusagen als Fertighaus – direkt weiter nutzen und erneut mit Honig befüllen.

Beim Schleudern muss darauf geachtet werden, dass alle Rahmen in etwa da gleiche Gewicht haben, damit die Trommel nicht unrund läuft und alle verschlossenen Waben müssen geöffnet werden. Dazu macht man die Wachsdeckel behutsam mit einer Art spitzer Gabel ab und legt damit den Honig frei.

Diese Ernte ist die dritte in diesem Jahr. Ihr voraus gingen bereits die Frühtracht, die erste Ernte dieses Jahres und die Sommertracht. Nun ist die Spättracht dran – und die ist dieses Jahr, auf Grund des anhaltend trockenen, heißen Wetters, eine ganz besondere. Wir haben hier nämlich keinen Nektarhonig geerntet, sondern Honigtau-Honig. Dieser besteht, im Gegensatz zum Nektarhonig nicht aus dem Nektar der vorhandenen Blüten, sondern aus den zuckerhaltigen Ausscheidungen von Insekten, die auf den Blättern leben – zum Beispiel den Blattläusen.

Dieser Honig zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr dunkel und würzig ist. Und Utha ist, in Anbetracht der Tatsache, dass wir solchen Honig geerntet haben, ziemlich aus dem Häuschen. “ Solcher ein Honig ist in Schleswig-Holstein schwer herstellbar. Außer in diesem Jahr, denn es muss dafür sehr lange sehr warm uns trocken sein. Ich wollte solchen Honig aber schon so lange mal ernten!“

Honigtauhonig ist nämlich ihr absoluter Lieblingshonig. „Am liebsten würde ich dann ganz für mich behalten“ sagt sie grinsend. Das wäre bei der Menge, die wir geerntet haben, aber vielleicht ein wenig viel. Stattdessen wird der Honig im Oktober als Kiellinen-Honig, einer Mischung aus dem Ertrag aller Bienenstöcke im Kieler Raum, auf den Markt kommen. Aus dem Rest, den die Bienen produziert haben – wie zum Beispiel Wachs aus kaputten Waben oder Propolis, stellt Utha dann noch andere Produkte, wie Kosmetik oder Kerzen her.

Jetzt muss unser Honig aber erstmal noch ein wenig reifen. Dann wird er in Gläser abgefüllt und ist fertig für’s Honigbrot.

Die Bienen werden nun, da es in Richtung Herbst geht, ihren Betrieb im Bienenstock. Im Winter werden von den noch 50.000 Bienen nur noch zwischen fünf bis 8000 Bienen übrig bleiben. Sie sorgen in der kalten Jahreszeit mit den Vibrationen ihrer Flügel dafür, dass es im Bienenstock mit rund 25 Grad nicht zu kalt wird. Nach der Wintersonnenwende beginnt die Königin dann wieder damit Eier zu legen und neue Bienen für den kommenden Sommer groß zu ziehen. Und wenn die Temperaturen dann wieder über 12 Grad gehen, werden sie wieder Fliegen und im Frühjahr den Honig für die Frühtracht sammeln.

Wo ihr den Kieler Honig kaufen könnt, lest ihr hier. Auf der Website findet ihr auch weitere Infos zu Untersuchungsergebnissen des Honigs, Workshops und vielem mehr!

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