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Eine Zeitreise im Treppenhaus – mit Airbrush-Bildern von Peer Elshoff

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Wenn ich an Airbrush denke, dann kommen mir zu allererst Drachen, Flammen und Pin-ups auf Motorhauben in den Sinn. Dass das aber alles nur Klischees sind, und dass man mit Airbrush noch ganz andere Sachen machen kann, beweist Peer Elshoff, der gerade in einer der Neubauten der WOGE im Anscharpark das Treppenhaus mit historischen Kieler Stadtansichten in Airbrushtechnik verschönert.

Über das dortige Neubauprojekt hat Henning euch ja bereits im vergangenen Jahr berichtet und so langsam biegen die Arbeiten auf der Baustelle auf die Zielgerade ein. In einigen Häusern sind sogar schon Leute eingezogen und im anliegenden Anscharpark tummeln sich bei dem schönen Wetter Gassigeher, Spaziergänger und spielende Kinder. Ein spannendes, neues Viertel im Kieler Norden auf dem ehemaligen Klinikgelände.

Für das Treppenhaus in einem der Häuser der WOGE hat sich diese mit Peer zusammengetan, um dem Raum eine persönliche Note zu verpassen.

Peer ist nämlich Airbrushkünstler und malt bereits seitdem er denken kann. „Damals ist meine Mutter immer Putzen gegangen und hatte mich dabei. Damit ich beschäftigt bin, hat sie mir Zettel und Stift in die Hand gedrückt und ich habe drauf los gemalt.“ erzählt er mir, während wir mit einem Käffchen auf einer der Parkbänke im Anscharpark sitzen. Als Teenie kaufte er sich dann heimlich seine ersten Spraydosen, mit denen er die Jeansjacken seiner Kumpels mit Bandlogos verzierte.

Nach der Schule machte er zunächst eine Ausbildung zum Floristen (deren zweites Gehalt direkt in eine erste Airbrush-Ausrüstung investiert wurde), bevor er zur Bundeswehr und anschließend auf die Fachoberschule für Gestaltung ging. Anschließend hielt er sich mit verschiedenen Jobs über Wasser und begann zu sparen, um sich dann 1998 als Airbrusher selbständig zu machen.

Es folgten, zur Zeit des Handybooms, deutschlandweite Jobs für verschiedene Mobilfunkanbieter, bei denen er die Handyhüllen der Kunden individuell verschönerte. Und auch Wände, Motorradtanks und Co waren nicht mehr sicher vor seiner Airbrushpistole. Mit dem ersten Computer und dem Zugang zum Internet wurde es dann immer einfacher für ihn sich mit anderen Airburshern zu vernetzen. Auf Messen und bei Kursen lernte er dann seine Vorbilder wie zum Beispiel Dru Blair oder Craig Fraser kennen und verfeinerte seine eigene Technik.

Im vergangenen Jahr klingelte dann das Telefon und die WOGE war dran. Es gäbe da ein Treppenhaus, das er verschönern könnte. Er sagte direkt zu und entwickelte ein Konzept.

Die Basis sind alte Stadtansichten hier aus der Wik und dem Anscharpark“ erklärt er mir „die werden so an die Wände gebracht, dass sie aussehen wie vergilbte Fotos. Anschließend setzen wir in diese Szenarien postmoderne Menschen, die mittels einer Schablonentechnik aufgesprüht werden.“ – ähnlich wie bei den Graffitis des englischen Künstlers Banksy.

Und diese postmodernen Menschen sind nicht irgendwelche Menschen von der Straße, sondern allesamt Mitarbeiter der WOGE, die sich für Peer in Pose geworfen haben. „Momentan mache ich noch die Hintergründe und schneide Abends, wenn mein Kind schläft, die Schablonen zu, die dann darüber gelegt werden.“

Für die Hintergründe wirft er sich die Bilder zunächst mit einem Beamer an die Wand, um sich die Umrisse als Hilfslinien an die Wand abzuzeichnen. Sie zeigen unter anderem die alte Holtenauer Hochbrücke, die ehemalige Straßenbahnlinie 4, die Garnisonskirche im Anscharpark und die alte Uniklinik, von der sich noch heute einige Gebäude im Anscharpark finden lassen. Eine Brücke von damals zur heutigen Zeit, ein Stückchen Kieler Geschichte im Neubau.

Foto: Peer Elshoff

Foto: Peer Elshoff

Foto: Peer Elshoff

Anschließend zeichnet er diese mit seiner Airbrushpistole nach. Diese besteht aus einer Art Stift mit einem kleinen Tank für die Farbe an der Spitze. Über einen Schlauch an der Unterseite des Stiftes wird Luft aus einem Kompressor gedrückt, deren Druck sich über einen kleinen Knopf an der Spitze des Stiftes regulieren lässt. So kann Peer mit seiner Airbrushpistole sowohl ganz feine Linien zeichnen, als auch breitere Schattierungen.

Während meines Besuches arbeitet er gerade fleißig an einem Bild der Wiker Garnisonskirche, die im Original nur wenige Meter vom Neubau entfernt steht und aus den Fenstern einiger Wohnungen sogar zu sehen ist.

 

Die vorgezeichneten Linien füllen sich nach und nach mit Farbe und Details – und werden anschließend durch kleine Highlights so bearbeitet, dass eine räumliche Tiefe entsteht.

Vielen Dank, dass ich vorbeischauen durfte und weiterhin frohes Schaffen, Peer. Ich bin schon gespannt, wie es aussieht, wenn es fertig ist!

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