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Der Mud Run in Kiel 2018: Matsch, Wasser, Dreck und Hindernisse

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Joggen ist für mich persönlich nur ein Mittel zum Zweck. Es hilft mir, außerhalb der Basketballsaison fit zu bleiben und nicht zuzunehmen. Denn Joggen ist einfach langweilig: einen Schritt vor den anderen zu setzen, das stumpfe Geräusch der eigenen Füße auf dem Asphalt, der ständige Gedanke daran, wie viel der Strecke noch vor einem liegt, um am besten noch von schnelleren Läufern überholt zu werden. Das einzig Gute am Joggen: das Gefühl danach.

Als innerhalb meiner Basketballmannschaft die Idee aufkam, an einem zehn Kilometer langem Matschlauf in Kiel teilzunehmen, habe ich logischerweise erst einmal abgewunken. Zehn Kilometer war ich das letzte Mal vor zwei Jahren gelaufen und ganz günstig war die Teilnahme auch nicht: Ein „Early Bird Ticket“ kostete satte 47 Euro. Aber letztendlich siegten das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation, auch nach dem Ende der Saison als Team fit zu bleiben. Außerdem hatte die Aussicht, durch den Matsch zu kriechen und über Hindernisse zu klettern, irgendwas von Abenteuer und schien eine willkommene Abwechslung zu meinen langweiligen Joggingrunden zu sein. Der Veranstalter bot übrigens keine Rückerstattung an. Als das Ticket also erstmal gekauft war, gab es kein Zurück

Dann war der Tag des Rennens gekommen. Als Voraussetzung hatte der Veranstalter festgelegt, dass man in der Lage sein sollte, jede der unterschiedlichen Strecken auch im Joggingtempo zu bewältigen. Mein Lauftraining war bis dahin leider nicht so umfangreich ausgefallen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Zum Glück ging es aber dem Rest meines Teams ähnlich. Wir waren uns einig: Alles, was wir wollen war, gemeinsam ins Ziel zu kommen. Um uns auch richtig als Team zu fühlen, banden wir uns vorher grüne Tücher um die Stirn und malten uns grüne Streifen ins Gesicht. Die Startzeiten waren gestaffelt, sodass wir um 11:45 Uhr mit circa 20 bis 30 anderen Läufern starteten. Bevor es aber losgehen durfte, heizte uns eine Aerobic-Trainerin mit lauter Musik und einer lockeren Aufwärm-Choreographie ordentlich ein.

Die Laufstrecke führte uns erst einmal aufs Kieler Nordmarksportfeld. Es ging los mit ein paar kleineren Hindernissen, bei denen wir über Reifen oder Baumstämme klettern mussten. Dann kam das sogenannte „Bullauge“, hochgestellte Treckerreifen, durch die wir uns gezogen oder gerobbt haben. Auf das Bullauge folgte eine Station, an der Reifen und Seile hingen, an denen man sich entlanghangeln musste. Für mich als großen Menschen mit kaum vorhandener Oberkörpermuskulatur stellte sich das als wirklich schwierig heraus.  Immerhin: Ich schaffte drei Ringe, bevor ich ins Schaumbecken fiel. Eine aus meiner Mannschaft bewerkstelligte es tatsächlich, sich bis ans Ende durchzuhangeln.

Es folgten eine zu durchquerende Matschgrube und ein Kletterhindernis, bevor wir an der unscheinbaren „Küstenwand“ ankamen. Die Wand sah zwar harmlos aus, hatte es aber in sich. Mit Räuberleitern kämpften wir uns als Team auf die andere Seite. Als wir nach zwei weiteren Hindernissen erst den zweiten Kilometer erreicht hatten, waren wir etwas ernüchtert. Das Ganze kam uns doch deutlich länger vor. Weiter ging es über eine Schaumrutsche, nach der wir alle aussahen, wie frisch aus der Badewanne. Nach einem Erdhügel folgte ein Hindernis, das wahrscheinlich jeder kennt, der bei der Bundeswehr war: Über einem Wasser- beziehungsweise Matschbecken war ein Zaun gespannt, unter dem wir uns durchrobben mussten – super cool und weitaus weniger dramatisch als es klingt. Weiter ging es über mehrere Hindernisse bis wir zurück auf den Sportplatz der Uni geleitet wurden. Nach Reifenziehen und weiteren Kletterhindernissen folgte eine Schwimmeinheit. Mit Klamotten ging es ab ins Wasser. Danach war eh alles egal, verschlammt, nass und dreckig wie wir waren.

Fünf Kilometer hatten wir an diesem Punkt geschafft. Hätten wir den fünf Kilometerlauf gebucht, wären wir durch gewesen. Aber für uns Zehn-Kilometer-Profis ging es wieder von vorne los: zweite Runde auf der selben Strecke. Währenddessen wurden wir übrigens fleißig von Freunden, die sich das Spektakel ansehen wollten, angefeuert. Zum Glück ging die zweite Runde deutlich schneller herum als die Erste. Nach der zweiten Schwimmeinheit kam schließlich das große Finale: Das Küstenviertel. Wir mussten eine ziemlich steile, glatte und rutschige Wand hochkommen. Mit gegenseitiger Hilfestellung und der letzten mobilisierten Energie klappte dann auch das.

Im Ziel waren wir alle einfach nur kaputt, müde und durchgefroren, aber echt glücklich und auch ein bisschen stolz, weil wir kein Hindernis ausgelassen hatten. Es war mittlerweile fast 14:00 Uhr. Der Lauf hatte also gut zwei Stunden gedauert. Die warme Dusche danach war wundervoll. Mit blauen Flecken und kleinen Blessuren im Gepäck gab es dann Curry und alkoholfreies Weizen. Gemeinschaftlich amüsierten wir uns über die geschossenen Fotos und Videos und genossen das wohltuende Gefühl nach dem Sport.

Nächstes Jahr sind mein Team und ich auf jeden Fall wieder dabei. Alle von Euch, die ich jetzt nicht abgeschreckt habe und die Lust bekommen haben, sich mal richtig schmutzig zu machen, können sich übrigens noch für den Dirty Coast Run in Lübeck am 19. Mai anmelden. Auch dort wird es wieder unterschiedlich lange Strecken von zweieinhalb bis 20 Kilometer geben.

http://www.dirtycoast.de/events/luebeck2018

 

3 Responses
  • Manfred
    8. Mai 2018

    Ich find den Text super und dich ganz sweet.
    Gruß

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