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Das Revival der Töpferkurse

Als ich so circa zehn Jahre alt war, hat meine Mutter mich mit zum Töpfern genommen. Während sie kunstvolle Skulpturen schuf, bastelte ich seinerzeit Schalen, Igel und Blumentöpfe, die teilweise noch aus Relikte einer vergangenen Zeit den Garten meiner Eltern zieren.

Links: meine Schale aus dem aktuellen Töpferkurs Rechts: eine Schnecke, die meine Mutter vor rund 18 Jahren getöpfert hat.

Rund 18 Jahre später juckte es mich dann wieder in den Fingern. Ich habe seit Jahren einen Faible für Handgemachte Becher und Tassen – warum also nicht auch mal einen Selbermachen? Von Freunden hatte ich schon gehört welche Freude ihnen die Kurse in ihrer Stadt machten – das sei ja so inspirierend und entspannend. Ein wenig neidvoll betrachtete ich noch einige Zeit deren Werke und langsam wurde mir klar: ich muss das auch ausprobieren.

Denn Töpfern liegt gerade voll im Trend. Wir haben wieder das Bedürfnis Dinge mit unseren Händen zu Formen und Sachen selbst zu machen. Was bis vor kurzem noch einen leicht angestaubten Ruf hatte, ist jetzt wieder ganz oben auf der To-Do-Liste vieler Leute – und zwar aus allen Generationen.

Ich fing also an zu recherchieren und fand einen offenen Töpferkurs an der VHS in Flintbek, der nicht so sehr überlaufen war, wie die in Kiel angebotenen Kurse. Zu meinem Glück dauerte es nicht lange bis auch zwei Freundinnen sich anmeldeten – so war die Fahr- und Töpfergemeinschaft perfekt.

Auf geht’s: ran an den Ton!

Das Problem an einem offenen Kurs ist, dass man quasi ins kalte Wasser geworfen wird. Das Gute ist, dass einem keiner reinquatscht. Nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ formten wir also unseren Ton – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Wir nahmen das mit Humor – schließlich ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nach einer Woche Trockenzeit wurden unsere Werke dann, sofern sie denn beim Trocknen nicht kaputt gegangen waren, geschrüht – also zum ersten Mal gebrannt. Anschließend haben wir sie dann lasiert und nochmals gebrannt. Dann waren sie fertig: unsere ersten, selbstgetöpferten Dinge!

Nicht alles klappt auf anhieb …

… aber wenn die ersten Stücke dann aus dem Ofen kommen …

… und von Hand lasiert wurden …

… dann ist man schon sehr stolz auf seine schiefen Schalen und Becher.

Ich gebe zu: perfekt ist was anderes. Aber man weiß, dass man etwas mit seinen eigenen Händen geschaffen hat und das macht einen tatsächlich ein bisschen stolz.

Mein Können hat sich seit dem Jahr 2000 übrigens nicht allzu sehr verbessert. Ich bin nach wie vor eher der Typ, der Schalen und Becher töpfert. Die kunstvollen Gartenskulpturen habe ich auch in diesem Jahr anderen Kursteilnehmern überlassen. Ist auch besser so. Aber ich muss sagen, es ist wirklich wahnsinnig entspannend. Man knetet so vor sich hin, rollt aus, kratzt an, verschlickert die einzelnen Teile und ist währenddessen in einem totalen Tunnel. Herrlich. Kann ich das jetzt jede Woche machen?

Leider nein,  denn der jetzige Kurs geht leider heute zu Ende. Noch einmal fahre ich nachher hin, um meine letzten Werkstücke abzuholen. Eine Schale und einen Kaffefilter (der hoffentlich etwas geworden ist!) – dann ist erstmal Schluss mit Töpfern. Ist aber auch irgendwie gut so, sonst würde ich bald in Tassen und Schalen ertrinken.

Ich bin mir aber sehr sicher: das war auf jeden Fall nicht mein letzter Töpferkurs. Der nächste wird aber ein geführter Kurs werden. Eine Freundin berichtete kürzlich von einem Töpferkurs an der Drehscheibe, den sie belegt hat. Das werde ich als nächstes ausprobieren!

 

1 Response
  • Britta
    Mai 3, 2018

    Ja, diese (neuentdeckte) Lust des Selbermachens… hier Auslöser für einige selbstgestrickte Pullis, handgesiedete Seifen, allerlei Genähtes, Gebackenes, Experimentiertes… 🙂
    Töpfern… das kenne ich noch aus Jugendtagen. 80er Jahre im Mädchengymnasium, Kunstunterricht bei Schwester Leonie. Unsere Töpfe und Schalen wogen stets mehr, viel mehr, als die Dinge, die man hinein tat und ich glaube bis heute, dass Mütter irgendein Sonder-Gen haben, das es ihnen ermöglicht, die Basteleien der Kinder schön zu finden! Tatsächlich findet sich bis heute ein tönener Aschenbecher im Wohnzimmer meiner Eltern – es raucht zwar keiner mehr, aber er dürfte ein wirksames Wurfgeschoss gegen Einbrecher sein.
    Auch in mir schlummert seit einiger Zeit die Lust, mal wieder zu töpfern. Freundinnen machen das und bringen die tollsten Dinge mit heim. Ich fürchte noch ein bisserl den weiteren Ausbau meiner eigenen Tonklumpen-Serie… aber dank Deines Artikels denke ich da jetzt doch nochmal genauer drüber nach! 🙂

    Danke für die Inspiration und schöne Grüße aus Köln,
    Britta

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