Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Norddeutsch, nachhaltig und fair: Gallowayfleisch per Post

Unbezahlte Werbung / Markennennung

Als Fleischesser hat man’s nicht immer leicht: Massentierhaltung, Antibiotika-Skandale und andere Unappetitlichkeiten können einem die Freude am Steak schon gründlich vermiesen. Die Alternative? Ganz auf Fleisch zu verzichten? Wäre sicher vernünftig, aber dazu bin ich einfach zu schwach. Also: Fleisch aus artgerechter Haltung muss her, am besten aus der Region. Ich finde: Für den guten Geschmack und das gute Gewissen darf das auch gerne mehr kosten. Es muss ja schließlich nicht jeden Tag ein Schnitzel auf den Teller. Gutes Fleisch aus guter Haltung kann man zum Beispiel auf den Wochenmärkten beim Hofschlachter seines Vertrauens einkaufen – oder mittlerweile sogar online bestellen.

Fotograf: Hinrich Carstensen | www.hinrichcarstensen.de

Vor einigen Wochen bin ich zufällig über EinStückLand gestolpert. Das Unternehmen von Lina Kypke und Hinrich Carstensen liefert bestes Fleisch von norddeutschen Galloways per Post. Die Tiere leben auf der Weide und bei norddeutschen Bauern, die die Galloways mit dem angemessenen Respekt behandeln. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Kälber nicht von den Muttertieren getrennt werden, dass die Galloways sich hauptsächlich von Gras ernähren und dass der Transportweg zum kooperierenden Dorfschlachter möglichst kurz gehalten wird.

Außerdem wird bei EinStückLand nicht auf Vorrat geschlachtet. Das heißt, wenn man online ein Fleischpaket bestellt, kann man genau sehen, welches Tier gerade verkauft wird. Inklusive Ohrmarkennummer, Geschlecht, Alter und Herkunft. Erst wenn das Galloway komplett verkauft ist, kommt der Schlachter ins Spiel. Man teilt sich also ein Rind mit anderen. Wie das Bestellen im Detail funktioniert, könnt ihr ganz unten auf der Seite nachlesen. Aber vorher verraten uns Lina und Hinrich noch, wie ihre Idee geboren wurde, wie sie die Qualität ihres Produkts sicherstellen und warum sie nicht viel von Bio-Siegeln halten.

Ach ja: Natürlich würde ich EinStückLand hier nicht vorstellen, wenn ich nicht schon ein Fleischpaket bestellt, getestet und für besonders gut befunden hätte. In einer Woche gibt’s hier mehr dazu und mein Lieblingsrezept für Galloway-Rouladen.

 

„Wir wollen zeigen, wie verantwortungsvoller Fleischkonsum funktionieren kann.“

Foto: Hinrich Carstensen | www.hinrichcarstensen.de

Fleisch online bestellen. Lina und Hinrich, wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Hinrichs Eltern züchten schon seit vielen Jahren Galloways in Schleswig-Holstein. Allerdings wird der Vertrieb bei steigender Anzahl an Galloways immer problematischer: Die Herde ist zu klein für eine Kooperation mit Großhändlern, aber zu groß, um die Tiere in Eigenregie zu verkaufen. So sind wir auf die Idee gekommen, das nachhaltig und regional produzierte Fleisch über einen Online-Shop anzubieten.

Wie waren die Reaktionen?

Das Ganze war ursprünglich neben unseren eigentlichen Berufen als eine Art Hobby oder langfristiges Zukunftsprojekt geplant. Die vielen positiven Reaktionen und die große Nachfrage haben uns dann ziemlich überrascht. Es gibt offensichtlich einen ausgeprägten Wunsch nach Fleisch von Tieren, die artgerecht aufwachsen und mit denen respektvoll umgegangen wird.

Foto: Hinrich Carstensen | www.hinrichcarstensen.de

Euer Fleisch ist nicht biozertifiziert. Warum nicht?

Wir stehen Bio-Siegeln eher kritisch gegenüber. Die Fülle von Vorschriften, Richtlinien und Auflagen der verschiedenen Siegel sind für viele tierbewusste Landwirte, die eine extensive Weidehaltung betreiben und sehr auf das Wohl der Tiere achten, nicht praktikabel und umsetzbar. Darüber hinaus kosten diese Siegel sehr viel Geld, das kleine Betriebe mit wenigen Tieren oft nicht aufbringen können.

Wie sieht stattdessen euer Ansatz aus?

Wir wollen ganz offen und ehrlich zeigen, wie verantwortungsvoller Fleischkonsum funktionieren kann. Dazu sind wir so transparent wie möglich. Denn nur wenn wir den Ursprung unserer Nahrungsmittel kennen, können wir als Gesellschaft ja überhaupt auf einer realistischen Basis über bewusste Ernährung, Nachhaltigkeit und eine respektvolle Tierhaltung nachdenken.

Wie stellt ihr die nötige Qualität sicher?

Als erstes arbeiten wir nur mit Landwirten zusammen, die Respekt gegenüber den Tieren haben. Davon überzeugen wir uns persönlich, bevor wir einen Landwirt als Partner annehmen. Wir schauen uns die Höfe ganz genau an, gehen auf die Weide und nehmen uns Zeit, um das Wohlbefinden der Tiere einschätzen zu können. Wir lassen uns auch die Zucht sehr ausführlich erklären und zeigen. Erst wenn wir ein vollständiges Bild haben, entscheiden wir, ob unsere Vorstellung einer artgerechten und natürlichen Haltung erfüllt ist.

Foto: Hinrich Carstensen | www.hinrichcarstensen.de

Worauf achtet ihr da genau?

Ganz allgemein bewerten wir erst mal den Gesamteindruck, den die Tiere machen: Wirken sie gesund und vital? Dann achten wir natürlich auch auf die Beschaffenheit des Hofes: auf Größe und Art der Weideflächen, auf die Herdengröße und auf die Ausstattung, wie Zäune und Trinkwasserversorgung. Die Galloways unserer Partnerlandwirte grasen zum Beispiel ausnahmslos das ganze Jahr unter freiem Himmel und werden im Winter mit natürlichem Futter durch die kalte Jahreszeit gebracht, wie Gras, Heu oder Rübenschnitzel. Kraftfutter oder Mastprodukte sind tabu.

Das heißt, ihr habt gar keine eigenen Tiere?

Wir besitzen persönlich keine eigenen Galloways, arbeiten aber mit ausgewählten Landwirten und mit Hinrichs Eltern zusammen, denen wir einen Vertriebsweg für ihre Tiere bieten.

Foto: Hinrich Carstensen | www.hinrichcarstensen.de

Wo lasst ihr schlachten?

In einer kleinen familiengeführten Landschlachterei in Kalübbe – in der Nähe des Plöner Sees. Dort ist man sich der besonderen Verantwortung gegenüber Umwelt und Tier bewusst. Es wird nur an einem Tag in der Woche geschlachtet, an dem sich alle viel Zeit lassen. Keines der Galloways wird dabei getrieben oder unnötig gestresst.

Wollt ihr euer Angebot noch erweitern?

Verantwortungsvoller Genuss bedeutet für uns auch, das gesamte Tier zu verwerten. Daran arbeiten wir. Wir sind zum Beispiel schon in Gesprächen mit Schlachtereien, die für uns Hundefutter herstellen können. Außerdem stellen wir unseren eigenen Galloway-Rinderfond aus den Knochen her und produzieren unsere eigene geräucherte Galloway-Salami. In Zukunft kommen noch viele weitere Produkte. Ihr dürft gespannt sein.

 

Galloway online bestellen: So funktioniert’s:

Beim Kauf könnt ihr zwischen zwei Paketen wählen: dem Filet-Paket „Lina“ und dem „Hüftsteak-Paket „Hinrich“. Beide haben ein Gesamtgewicht von 6,5 kg und unterscheiden sich in der Zusammenstellung der Galloway-Cuts – von Braten, Gulasch und Rouladen bis zu Hackfleisch und Bratwurst.

Gezahlt wird per Vorkasse. Wenn das gesamte Tier verkauft ist, werden die Käufer per Mail über Schlachtungs- und Versandtermine auf dem Laufenden gehalten. Nachdem das Fleisch für bis zu drei Wochen gereift ist, wird es per Kurierdienst versendet. Die Versandboxen sind mit gepresstem Stroh verkleidet und das Fleisch kommt dank wiederverwendbarer Kühlpacks gut gekühlt beim Käufer an.

Pro Woche wird nur eine bestimmte Anzahl an Tieren vermarktet. Es kann also sein, dass für ein paar Tage keine Bestellungen möglich sind. Dann heißt es, kurz warten. Jeden Sonntag um 16 Uhr startet eine neue Verkaufsrunde. Was es sonst bei Lina und Hinrich Neues gibt, erfahrt ihr auf ihrer Website oder auf Facebook.

1 Response

Und was meinst du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.