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Selbst ist der Braumeister!

Ich kann es nicht verleugnen: ich trinke sehr gerne mal ein Bier. Wasser, Hopfen und Gerstenmalz ergeben in Kombination einfach ein sehr leckeres Ergebnis. Je nach Kombination der Zutaten und leichten Veränderungen in der Zubereitung entstehen aus den drei Grundzutaten Gerstenmalz, Hopfen und Hefe Biersorten wie Lager, Pils, Pale Ale und Co in den verschiedensten Geschmacksvariationen.

Meistens greife ich zur Flasche aus dem Supermarkt – wenn es mal was richtig gutes sein soll, dann gehe ich aber auch schon mal zum Kieler Laden „Brewcomer„, wo es eine unglaublich große Auswahl an Bieren aus kleinen Brauereien – so genanntem „Craft Beer“ – gibt.

Einen Schritt weiter gehen Michal und Scotty aus Kiel – sie brauen seit einiger Zeit einfach ihr eigenes Bier. Beide arbeiten bei „Brewcomer“ und kennen sich entsprechend bestens mit den einzelnen Biersorten aus. Keine schlechten Vorraussetzungen, um das Wissen sozusagen am „lebenden Objekt“ zu testen und auszuprobieren, was das Zeug hält.

Mit verschiedenen Malzen, Hopfen und Hefen lassen sich nämlich die verrücktesten Biere kreieren, von denen keins schmeckt, wie das andere.

Mit dem Selberbrauen angefangen haben die zwei vor etwa einem Jahr in der Küche von Scottys Wohnung, was jedoch jedes Mal in einer großen Sauerei ausartete. Inzwischen brauen sie ihre Biere im „BrauLabor“ von LilleBräu, in dem Mitglieder des „Brauclub Kiel“ sich ebenfalls ausprobieren dürfen.

Bei ihrem letzten Brautag im November letzten Jahres habe ich Michal und Scotty dort besucht und mir zeigen lassen, wie so ein IPA – also ein Indian Pale Ale – entsteht. Bis zum trinkbaren Bier vergeht von hier an ein guter Monat – etwa 5 Wochen.

Alles beginnt mit der Maische – einem dunkelgrünen Brei aus Malz und Wasser, der etwa eine Stunde lang erhitzt werden muss. Während des Maischens wandelt sich die im Malz enthaltene Stärke in Zucker um, der sich im Gärprozess dann in Alkohol verwandeln wird. Sieht irgendwie noch nicht sooo ansprechend aus – und riecht auch nicht so.

Beim Läutern werden anschließend die festen Bestandteile des Malzes herausgefiltert, sodass nur noch der entstandene Sud übrig bleibt. Dafür wird der Sud durch ein riesiges Sieb gekippt, dass die Reste des Gerstenmalzes auffängt. Spätestens jetzt, wo ab und an mal was daneben geht, verstehe ich, warum das zuhause in der WG-Küche eventuell unvorteilhaft gewesen sein könnte.

Das geläuterte Gemisch wird dann nochmals erhitzt und später mit Hopfen vermengt. Jetzt riecht es auf jeden Fall schonmal so richtig schön nach einem fruchtigen Bier. Je später der Hopfen dazukommt, desto fruchtiger wird das Bier übrigens.

Wieviel von den einzelnen Zutaten in den Bottich kommt, rechnet Scotty auf seinem Laptop mit einer Software durch, damit auch alles im richtigen Verhältnis in den Topf wandert – und damit alle Rezepte für spätere Experimente gespeichert sind.

So, und nun muss das ganze abgekühlt werden – ganz kontrolliert über eine Kühlspirale, die durch den Eimer geleitet wird. Zeit, um mal darüber zu reden, wie die zwei eigentlich zum Craft Beer gekommen sind. Beide arbeiten ja inzwischen bei „Brewcomer“ hier in Kiel, wo Michal eher so reingerutscht ist. „Ich bin kurz vor der Eröffnung am Laden vorbeigegangen und habe gesehen, dass Aushilfen gesucht werden“ – wenig später wurde sie eingestellt und  war mitten drin in der „Craft Beer Szene“ von Kiel. Scotty kommt aus den USA und hat seine Leidenschaft für gutes Bier während einer Exkursion in seinem Bachelorstudiengang entdeckt. Beide beschlossen Ende 2016 nach einem Braukurs dann es auch mal selbst auszuprobieren ein Bier herzustellen.

Da sie gern mal rumexperimentieren brauen sie unter dem Namen „Chaos Kollektiv“ ihre Biere – alle für den Privatgenuss und zum Tauschen mit anderen Heimbrauern.

Nach dem Abkühlen kommt das Bier dann ins Fass und wird – für noch mehr Fruchtigkeit – nochmal ordentlich gehopft. Damit aus unserem Gebräu dann auch noch ein Bier wird, muss nun noch die Hefe mit ins Fass. Die hat Scotty zuhause bereits vorbereitet und auf Malzbierbasis herangezogen. Also rein damit, alles nochmal gut durchschütteln und es kann für eine Woche drauf los gären.

Dann wird es in Flaschen abgefüllt und muss nochmal in etwa vier Wochen lagern. Dieser Zeitraum ist nun vergangen, seitdem ich mit den beiden gebraut habe und gestern habe ich dann meine Flasche „Chaos Kollektiv IPA“ bekommen und direkt probiert.

Ich glaube, ich habe noch nie ein Bier getrunken, dass so unglaublich gut gerochen hat. Als würde man die Nase über einen Korb voll mit tropischen Früchten halten. Geschmeckt hat es auch sehr, sehr lecker.

Vielen Dank für’s mitbrauen lassen, ihr zwei!

Falls ihr auch mal ausprobieren wollt, wie man Bier braut:

Bei „Brewcomer“ oder auch im Internet gibt’s Brau-Sets für verschiedene Biersorten, in denen alle Zutaten mit dabei sind. Wer das mit dem Brauen lieber unter professioneller Beaufsichtigung ausprobieren will, der kann zum Beispiel über Lillebräu einen Kurs buchen.

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