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Ich hab‘ jetzt über 50 Autos

Alles fing damit an, dass es ruckelte. Bei voller Fahrt. Als hätte sich das Auto verschluckt. Das Auto, genannt „Autili“, ein circa 7 Jahre alter Peugeot Diesel, musste in die Werkstatt. Nach kurzer Betrachtung stand fest: Hier was kaputt, da was kaputt und für den TÜV im nächsten Jahr müsste auch noch das ein oder andere gemacht werden. Kostenpunkt: circa 2000 Euro – wenn man sonst nichts mehr findet. Oder auch: Wirtschaftlicher Totalschaden.

Und weg war das Auto

Damit war „Autilis“ Schicksal besiegelt und der kleine, blaue Peugeot meines Freundes wechselte für stolze 150 Euro den Besitzer. Und nun? Ganz ohne Auto, so wenig wir es auch nutzen, wäre ja auch irgendwie doof. Aber ein neues Auto, so waren wir uns einig, müsste schon umweltfreundlich sein und das bedeutet gleichsam, das es teuer sein würde.

Was ist eigentlich mit Carsharing?

Mehr nebenbei warf ich, während wir uns durch die Autoportale im Netz klickten, ein, dass es doch auch dieses StattAuto in Kiel gäbe. Carsharing und so. Ob das nicht was wäre, das wäre doch auch gut für die Umwelt. Also auf die Seite geschaut und festgestellt, dass das gar nicht mal so blöd ist. Ganz günstig ist es nicht, aber diverse Auflistungen an Kosten für ein eigenes Auto (Benzin, Steuern, Abtrag der Kaufkosten pro Jahr, einer Pauschale für Reparaturen, etc.) im Vergleich zu den Kosten für ein StattAuto (monatliche Gebühr, Kilometergeld, kosten pro Stunde) ergaben, dass es finanziell durchaus Sinn ergeben würde.

Das Gute ist, dass man den Carsharing Anbieter StattAuto erstmal drei Monate lang testen kann, bevor man sich für oder gegen eine Mitgliedschaft entschließt. Also wagten wir es und meldeten uns an. Das ging sehr unproblematisch. Eine Kaution überweisen, ein paar Prospekte durchblättern, ein kurzes Gespräch, und zwei Unterschriften später hielten wir jeweils eine Zugangskarte in der Hand, die uns die Nutzung des Fuhrparks in Kiel, Lübeck, Altenholz, Kronshagen, Preetz, Stockelsdorf, Bad Schwartau und Bad Segeberg ermöglicht. Insgesamt über 100 Autos – vom kleinsten Kleinwagen bis hin zum großen Transporter, darunter auch Hybride und Elektroautos. Hinzu kommen Nutzungsrechte für Carsharing-Anbieter in anderen deutschen Städten.

Vorrangig wichtig sind aber natürlich immer die Angebote, die direkt vor der Haustür verfügbar sind. Wir wohnen in Kiel am Schreventeich – von dort aus sind fußläufig circa fünf feste Stationen verfügbar, zusätzlich gibt es im Innenstadtbereich noch das zusätzliche Angebot „Car.Los“ – 12 kleine VW Up, die man spontan nutzen kann und die dort verstreut stehen.

Mehr Auswahl – weniger Flexibilität

Um die Wagen an den Stationen nutzen zu können, muss man sich einen Wagen aussuchen, eine Start- und Endzeit festlegen und sich den Wagen reservieren. Das führt natürlich dazu, dass man etwas weniger flexibel ist und mehr planen muss. Sofern der Wagen nach einem nicht erneut reserviert ist, ist es aber auch möglich die Buchung während der Nutzung zu verlängern. Wenn man spontan losfahren will, ohne eine Endzeit angeben zu müssen, kann man sich aber auch immer einen Car.Los schnappen, sofern einer in der Nähe verfügbar ist. Fährt man für ein paar Stunden irgendwo hin, ist es preislich völlig in Ordnung. Ein Wochenende in Hamburg oder Urlaub mit dem Auto gehen dann schon ins Geld und man muss abwägen ob Bus, Bahn oder Mietwagen nicht doch günstiger sind. Alles in allem muss ich aber sagen, dass der Mix aus StattAuto und Car.Los, gepaart mit einer verstärkten Nutzung von Bus und Bahn (zum Beispiel für Fahrten in den Urlaub oder eine Tagestour nach Hamburg), für mich sehr gut machbar ist.

Allein die Tatsache, dass ich mir einfach so mal einen Transporter mieten kann, finde ich zum Beispiel grandios. Letztens musste ich eine alte Matratze innerhalb Kiels von A nach B fahren und zu „Autili-Zeiten“ hätte ich mir vermutlich erstmal einen Transporter mieten oder Freunde mit VW-BUS anhauen müssen. So ging alles ganz schnell. Großes Auto ausgesucht, reserviert, abgeholt, alles eingeladen, weggebracht, Auto zurückgefahren und wieder abgestellt. Fertig. Und wisst ihr, was besonders super ist? Man muss (außer, wenn man den Car.Los nutzt) nicht mehr zehn mal um den Block gurken, um einen Parkplatz finden. Wie gut ist das denn?

Fazit

Ich für meinen Teil bin, froh, dass wir uns für das Konzept Carsharing entschieden haben. Da mein Freund und ich eher wenig Auto fahren, macht es für uns keinen Sinn ein neues Auto zu kaufen, bisher ist bei den Buchungen mit StattAuto auch immer alles glatt gegangen. Man muss sich obendrein auch keine Gedanken mehr über den TÜV, Reifenwechsel, Reparaturen und Steuern machen – das ist sehr angenehm. Grundsätzlich muss jeder selbst sein Fahrverhalten einschätzen und Kosten und Nutzen miteinander abwägen, um zu sehen, ob es sich schlussendlich lohnt, oder ob ein eigenes Auto sinnvoller ist. Ich werde meine Mitgliedschaft nach den drei Probemonaten auf jeden Fall fortsetzen, da es für mich ein durchaus praktikables Konzept ist, das meiner Meinung nach eine großartige Zukunft hat.

Lust auf Carsharing bekommen?

Folgende Anbieter gibt es hier bei uns im Norden (Auswahl):

StattAuto Kiel und Lübeck mit Stationen in Kiel, Lübeck, Altenholz, Kronshagen, Preetz, Stockelsdorf, Bad Schwartau und Bad Segeberg

Flinkster – das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn

Das Dörpsmobil in Klixbüll

Carsharing in Schleswig

Dazu kommen private Carsharing-Seiten wie zum Beispiel snappcar.de, über die man Wagen von Privatpersonen mieten kann.

 

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