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Ein Wochenende zwischen Eselsohren und Schweinenasen

Für manche Menschen ist ein Urlaub erst ein Urlaub, wenn sie einen großen Koffer packen und damit einmal quer um den Globus fliegen – dabei kann man Entspannung und Urlaubsfeelig auch fast direkt vor der Haustür haben. Ich liebe es, besonders in den Sommermonaten, mir einfach mal ein Wochenende freizuschaufeln, um innerhalb Schleswig-Holsteins wegzufahren. Ein paar Sachen zusammenpacken, rein ins Auto, raus aus dem Alltag. Ein Kurzurlaub, der mir ganz besonders viel Spaß gemacht hat, war im Tierpark Arche Warder. Der Park hat sich zum Ziel gesetzt alte Nutztierrassen zu erhalten – so gibt es hier anstatt von Elefanten und Affen viele Ziegen, Schafe, Schweine, Esel und Co zu sehen. Seit ein paar Jahren kann man hier auch in kleinen Holzhütten übernachten, ohne fancy Schnickschnack und ohne Handyempfang. Während im Park noch Hochbetrieb ist, kann man sich schon ein wenig häuslich einrichten, sobald es Abend wird und die Familien mit ihren Kindern nach Hause fahren, hat man den Park für sich ganz alleine. Was ganz besonders beim Streichelzoo extrem super ist – da ging doch glatt ein Kindheitstraum in Erfüllung und ich war nur schwer vom Esel wegzubekommen.

Die kleinen Hütten sind ausgestattet mit einfachen Schaumstoffmatratzen, auf denen es sich aber gut schlafen lässt. Zu zweit hat man mehr als genug Platz – insgesamt sind die Hütten auf 4-6 Personen ausgelegt. Ein Stromanschluss ist ebenfalls vorhanden. Neben den Holzhütten steht einem eine kleine Küche mit Kühlschrank zur Selbstversorgung zur Verfügung, wo man Kochen oder Kaffee machen kann. Dazu stehen noch diverse Grillplätze an den Hütten zur Verfügung (Grillpakete kann man am Eingang erwerben, falls es einen spontan Überkommt). Für das leibliche Wohl ist also gesorgt. Toiletten und Duschen befinden sich im vorderen Teil des Parks. Wer Luxus sucht, der ist hier fehl am Platz – wer entspannen möchte kann das hier sehr gut.

Mein Freund und ich sind insgesamt zwei Nächte in der Arche geblieben, weil es uns so gut gefallen hat. Es macht einfach einen riesigen Unterschied, ob man den Park am Tag besucht, oder aber in den Abendstunden über das weitläufige Gelände steift. Ein bisschen wie Urlaub auf einem riesigen Bauernhof….

Je später es wird, desto ruhiger wird es und man taucht völlig in die Natur ein. Die erste Nacht, von Freitag auf Samstag, waren wir völlig allein in den Hütten und damit auch im Park und ich habe kaum ein Auge zubekommen – das lag aber weder an der Matratze noch daran, dass etwas gestört hätte. Man hörte einfach nichts – komplette Stille und dazu völlige Dunkelheit. Das kennt man als Stadtmensch heute gar nicht mehr und plötzlich ist es ungewohnt. Einen Wecker braucht man am Morgen übrigens nicht: die Esel und Hühner sind morgens spätestens ab Sonnenaufgang wach und machen Rabatz. Aber auch das ist irgendwie schön.  Am zweiten Abend kam noch eine Familie mit ihren Kindern dazu, die eine Radwanderung durch Schleswig-Holstein gemacht haben. Auch mal eine Idee für die Zukunft.

Zum Frühstück gab es Brot und Kaffee, und dazu Besuch von einer Gruppe Hühner, die hofften, dass etwas für sie abfallen könnte. Dann füllt sich langsam der Park mit Familien, Kindern und anderen Leuten und man fühlt sich im bunten Treiben plötzlich völlig entrückt, während man noch im Pyjama da sitzt und am Kaffee nippt. Später wenn man dann bepackt mit Handtuch und Kulturbeutel zu den Duschen schlurft, wird man verdutzt angesehen, tagsüber kommen immer wieder neugierige Besucher zu einem und sind erstaunt, dass man hier auch über Nacht bleiben kann. Und dann wird es plötzlich wieder ganz ruhig und der Abend bricht wieder über den Park herein.

Dadurch, dass die Hütten recht klein sind, verbringt man die meiste Zeit draußen. Hier ein kleines Schweinchen kraulen, einfach zwischen den Schafen auf der Wiese sitzen oder mit einem Buch an der Hütte – herrlich! Man nimmt sich viel mehr Zeit für die einzelnen Gehege und erfährt viel mehr, als bei einem ganz normalen Besuch.

Liebe Arche, wir werden auf jeden Fall wiederkommen! Allein schon, weil mein Freund und ich inzwischen Paten der Turopolje Schweine sind, die mit ihrer Schwimmperformance im Park immer wieder Aufsehen erregen.

Habt ihr auch einen Ort im Land, an den ihr gern fahrt, um einmal kurz eine Pause vom Alltag einzulegen?

 

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