Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Genossenschaft = Gemeinschaft

Am vergangenen Samstag war der internationale Genossenschaftstag. Das bedeutet, dass Genossenschaften auf der ganzen Welt an diesem Tag etwas zu feiern haben – so auch die Wohnungsbaugenossenschaften in Schleswig-Holstein. Beispielsweise hat in Flensburg der SBV zur Feier des Tages Hausgemeinschaftsfrühstücke organisiert, an denen etwa 500 Nutzer teilgenommen haben. In Kiel hat die WOGE das fünfjährige Bestehen ihres Nachbarschaftstreffs in der Holtenauer Straße mit einem großen Fest gefeiert. Ich war in Kiel bei der Feier dabei und habe viel darüber gelernt, was genossenschaftliches Wohnen so besonders macht.

Prost! Der internationale Genossenschaftstag bot gleich mehrere Anlässe zum Anstoßen.

Nutzer der WOGE und ehrenamtlich aktiv: Jutta Rohmann-Schneider (Handarbeitskurs) und Reinhard Drees (Männerkochen) Foto: Kathrin Romanski

Seitdem ich aus meinem Elternhaus ausgezogen bin, habe ich nur in Wohnungen gewohnt, die entweder durch Hausverwaltungen oder von Privatleuten vermietet wurden. Man zieht ein und abgesehen davon, dass man mal durchruft, wenn der Wasserhahn wieder tropft, beschränkt sich der Kontakt weitestgehend auf einen Vermerk auf dem Kontoauszug, dass die Miete schon wieder abgebucht wurde. Das ich mitbestimmen kann, was mein Vermieter so macht oder das einer meiner Nachbarn mir einen kostenfreien Yogakurs anbietet? Unvorstellbar.

Bei vielen Genossenschaften läuft das etwas anders, der Service geht über das Wohnen hinaus. Hier kann sich jeder, der mag, ehrenamtlich für andere Mitglieder engagieren. Egal ob Yogakurse, gemeinsames Malen, Keyboard-Unterricht, das Betreuen einer Bücherei, Spielenachmittage oder einfach nur ’ne Runde Klönschnack bei Kaffee und Kuchen. Das Angebot ist so breit gefächert, wie die Mitglieder Ideen haben. Und es wird von den Genossenschaften obendrein mit Räumlichkeiten, wie dem „WOGE Treff“ in Kiel oder dem „KommRein“ in Flensburg, unterstützt. Dazu gibt’s Serviceveranstaltungen mit Vorträgen und offene Sprechstunden. Es geht nicht nur um’s Wohnen, sondern auch um die Gemeinschaft, das Zwischenmenschliche.

Das alles wäre allerdings nicht möglich ohne die vielen Ehrenamtlichen, die sich innerhalb der Genossenschaften betätigen. Der internationale Genossenschaftstag war bei der WOGE in Kiel deshalb die perfekte Gelegenheit für den Vorstand einmal „Danke“ zu sagen und die sich ehrenamtlich betätigenden Mitglieder zu würdigen.

Ohne sie wäre die Genossenschaft nicht das, was sie heute ist: die Ehrenamtlichen. Vorstandsvorsitzender der WOGE, Sven Auen, übergibt ihnen zum Dank Geschenke.

Ehrenamtler Klaus Ragusa und Sven Auen, Vorstandsvorsitzender der WOGE Foto: Kathrin Romanski

Anschließend wurde die Gemeinschaft, die man hat gemeinsam gefeiert. Verschiedene Bands sorgten für gute Musik und es gab Attraktionen für Groß und Klein:

Und während ich meine Nachbarn nur dann mit Namen kennenlerne, wenn sie mal wieder ein Paket bei mir einsammeln, gab es beim SBV in Flensburg für die Mieter die Gelegenheit ihre Nachbarn beim Hausgemeinschaftsfrühstück kennenzulernen. 50 Hausgemeinschaften machten mit und organisieren ihr gemeinsames Frühstück – und wenn das Wetter nicht so wollte, wie sie, wurde die Tafel kurzerhand auf den Dachboden verlegt.

Ich habe aus diesem Tag mitgenommen, dass genossenschaftliches Wohnen viel mehr ist, als nur ein Dach über dem Kopf. Es verbindet Menschen miteinander, die ähnliche Interessen haben und regt dazu an sich auch innerhalb der Nachbarschaft mal unter die Arme zu greifen. Das finde ich wirklich bewundernswert.

1 Response

Und was meinst du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.