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Hot or not? Grillmatten im Test.

In meiner Facebook Timeline wird gestritten, was das Zeug hält: Weil ich wohl irgendwann mal einen Spot für Antihaft-Grillmatten angeklickt habe, bekomme ich jetzt regelmäßig entsprechende Werbung präsentiert. Meist grillen darin feiste und beschürzte Männer mittleren Alters auf der besagten Matte Würstchen und Fleisch, aber auch Gemüse, Spiegeleier und Pancakes. In den Kommentaren darunter haben sich zwei Lager gebildet: Die Fans, die Grillmatten für das größte Ding seit der Erfindung des Rades halten, und die Fundamentalisten, für die alles andere als Fleisch auf Rost kein Grillen ist, sondern Kochen – oder Schlimmeres. Ich wollte selber testen, was die Gemüter so erhitzt und habe mir online Antihaft-Grillmatten bestellt. Der Abend ist mild, der Magen leer und der Kühlschrank voll. Perfekte Voraussetzungen also, um schnell mal eine Matte auf den Grill zu schmeißen – und zu testen, ob mir damit die gleichen Kunststücke gelingen wie den Männern im Internet.

Das Produkt

Laut Beschreibung bestehen meine Matten aus teflonbeschichteter Glasfaser, sind lebensmittelecht und hitzebeständig bis 260 Grad. Die offene Flamme sollten sie jedoch nicht berühren. Jede Matte misst 33 x 40 Zentimeter und drei Stück kosten um die zehn Euro. Sie sollen mehrfach verwendbar sein – als Grillunterlage und unter anderem auch als Ersatz für Backpapier im Ofen. Nach dem Auspacken machen sie einen stabilen Eindruck und fühlen sich nicht zu dünn an, trotzdem könnte man sie mit einer handelsüblichen Schere zuschneiden. Das ist bei mir allerdings nicht nötig, weil mein Grill groß genug für die ganze Matte ist.

Bratwurst und Fleisch

Ich starte klassisch. Beim Auflegen von Wurst und Fleisch liefert die Matte die vertraute Geräuschkulisse: Es zischt und brutzelt angenehm. Da ich mit Holzkohle grille, riecht’s natürlich auch nach Rauch – also bis hierhin absolut authentisches Grill-Feeling. Dabei kommt es mir so vor, als würde die Matte die Hitze sogar besser verteilen, sodass das Grillgut gleichmäßiger gart. Die Irritation kommt beim ersten Biss: Dass die Geschmackskomponente Rauch tatsächlich fehlt, wie von vielen Facebook-Kommentatoren behauptet, kann ich zwar nicht feststellen. Aber Wurst und Fleisch lassen trotz perfekter Bräunung den typischen Grill-Crunch vermissen. Kein krosses Fleisch, keine knackige Wurst, die Oberflächen bleiben eher weich. Enttäuschend.

Gemüse

Schluss mit Alu-Päckchen. Ich gebe ein paar Löffel Paprika und Zucchini direkt auf die Matte – kleingeschnitten und mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Rosmarin gewürzt. Das Gemüse verliert zwar Wasser, aber das verdunstet durch die große Hitze sofort. Es bildet sich also keine Pfütze auf der Matte, in der das Gemüse nur noch kocht, sondern alle Stücke nehmen schön Farbe an und sind nach wenigen Minuten gebräunt und gar, aber noch bissfest. Der Vorteil der Matte: Es kann nichts durch den Rost fallen. Der Nachteil: Wenn man das Gemüse wendet, muss man aufpassen, dass einem dabei nicht die ganze Matte verrutscht. Alles in allem aber eine guten Möglichkeit, auch mal eine Gemüsebeilage ohne Extra-Verpackung zu grillen. Gefällt.

Pancakes

Hier muss man schnell sein. Das merke ich, nachdem mein erster Versuch nach Sekunden verkohlt ist. Aber sobald ich am Wender Tempo aufgenommen habe, ist es wie eine Erleuchtung: Teig löffeln, wenden, fertig. Wie am Fließband werden die Pancakes gleichmäßig zartbraun und haften nicht an. Sie sind wunderbar fluffig und in Sekunden fertig. Klasse!

Spiegelei

Das sollte man sich entweder für den Moment aufsparen, an dem der Glut langsam die Puste ausgeht, oder eine Spielegei-Form aus Metall verwenden. Bei voller Power und ohne Umgrenzung ist mein Erfolg durchwachsen: Durch die große Hitze verbrennt das Eiweiß an den äußeren Rändern, bevor der Rest des Eis auch nur gestockt ist. Beim Versuch, es schnell in eine Zone mit weniger Hitze zu schieben, zerfleddert das Ei komplett. Zum Glück bleibt das Eigelb heil. Nach ein paar Sekunden gelingt mir schließlich das Wenden – also „over easy“, wie der US-Amerikaner sagen würde. Am Ende sieht es zwar nicht schön aus, ist aber außen durch und innen noch flüssig. Für Fortgeschrittene.

Reinigung

Vor dem Wechsel von Fleisch zu Pancakes reibe ich die Matte kurz mit einem Papiertuch ab: Dazu Küchenkrepp zusammenknüddeln, mit der Grillzange festhalten und damit ein paarmal über die Matte wischen. Das klappt ganz gut. Nach dem Grillen läuft die Reinigung der Matte allerdings nicht ganz so toll, wie die Werbung verspricht. Mit Spülschwamm und Spüli muss ich schon ein bisschen schrubben, um auch die letzten Grillspuren zu beseitigen. Besonders das angebackene Ei ist hartnäckig. Meiner Meinung nach aber immer noch deutlich angenehmer, als Grillroste zu putzen.

Fazit

Ein nettes Gimmick, aber definitiv nichts für Grill-Puristen, die auf das Zischen tropfenden Fetts und die zugehörigen Rauchsäulen stehen. Das Gemüse-Grillen gefällt mir sehr, von den Ergebnissen bei Fleisch und Wurst bin ich eher enttäuscht. Trotzdem werde ich die Grillmatte ganz sicher wieder einsetzen – allerdings lediglich für Gemüse und für die Pancakes zum Nachtisch. Denn obwohl ich mir damit den Putz-Vorteil kaputt mache, wandern Fleisch und Würste in Zukunft wieder direkt auf den Rost.

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