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Projekt fürs pralle Leben – der Kieler Anscharpark

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In Kiel realisieren vier schleswig-holsteinische Wohnungsbaugenossenschaften ein ehrgeiziges Neubauprojekt, das eigentlich auch ein soziales Projekt ist: Auf dem denkmalgeschützten Gelände eines ehemaligen Marine-Lazaretts im Stadtteil Wik entstehen bis Anfang 2018 neun neue Gebäude mit insgesamt 155 Wohnungen. Ab Anfang 2018 sollen hier Mieterinnen und Mieter unterschiedlicher Einkommensklassen in einem Quartier mit Hauseigentümern und Künstlern, Studenten und Menschen mit Behinderungen in guter und bunter Nachbarschaft zusammenleben. Ich durfte Dr. Ulrik Schlenz, Vorstand der Wankendorfer Baugenossenschaft, bei einem Rundgang über die Baustelle begleiten.

„Das wird toll“, Dr. Ulrik Schlenz lässt seinen Blick zufrieden über die rot geklinkerten Rohbauten am östlichen Rand des Kieler Anscharparks schweifen, die noch komplett eingerüstet sind. Hinter den Häusern stehen in Reih und Glied Dutzende brandneuer Fenster, die nur noch darauf warten, eingebaut zu werden. Links und rechts von uns wuseln Arbeiter zwischen Materialpaletten und schwerem Gerät hin und her und in der Mitte der Baustelle ragt ein Kran schlank und majestätisch in den bleigrauen Kieler Himmel.

 „Der Grundgedanke genossenschaftlichen Handelns“

34 Mio. Euro investieren vier Genossenschaften hier, um rund 11.000 m2 Wohnraum entstehen zu lassen. Die Baugenossenschaft Mittelholstein eG (BGM) und die Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG sind jeweils zu rund einem Drittel, das Genossenschaftliche Wohnungsunternehmen Eckernförde eG (GWU) und die Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG (WOGE) jeweils zu rund einem Sechstel beteiligt. „In diesem Neubauprojekt steckt der Grundgedanke genossenschaftlichen Handelns“, sagt der Vorstand der wankendorfer: „Was für eine Genossenschaft alleine nicht zu machen gewesen wäre, das schaffen wir gemeinsam.“

Die Vision der vier Investoren: ein Quartier mit hoher Lebensqualität, erschwinglichen Mieten und einer besonderen Mischung aus kreativem Arbeiten, gemeinsamem Leben und außergewöhnlichem Wohnen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das „Atelierhaus im Anscharpark“ – das von Grund auf sanierte ehemalige Wirtschaftsgebäude ist heute Heimat bildender Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Malerei und Grafik, Keramik und Fotografie, Installation und Objekt. Außerdem arbeiten hier Freiberufler aus den Bereichen Design, Beratung und Projektentwicklung, Ökologie und Bildung. Wenige Meter weiter, am westlichen Rand des Parks, wechseln sich historische Fassaden aus der Kaiserzeit und moderne Stadthäuser in Privatbesitz ab.

Wie die Stadthäuser sollen sich auch die Neubauten der Genossenschaften harmonisch in die bestehende Bebauung einfügen. Deshalb sind sie optisch ähnlich gehalten: klare Linien und dezente Details, rote Klinker und maximal vier Geschosse. Rund ein Drittel der hier entstehenden Wohnungen wird mit öffentlichen Geldern gefördert und steht ab 2018 als besonders günstiger Wohnraum mit Mieten zwischen 5,65 und 7 Euro pro m2 zur Verfügung. Die übrigen werden frei finanziert.

„Ein wichtiger Aspekt unseres Konzepts ist es, eine lebendige Vielfalt innerhalb des Quartiers zu erhalten“, sagt Dr. Schlenz. Das heißt: Nur weil es im Anscharpark besonders schön ist, weil die neuen Häuser entsprechend höchster energetischer Standards gebaut wurden und weil sie zum Beispiel über Fußbodenheizungen und eine eigene Tiefgarage mit 128 Plätzen verfügen, bedeutet das noch lange nicht, dass sich das Leben hier nur Menschen mit dicker Brieftasche leisten können. Im Gegenteil: Bunt, lebendig und für jedermann erschwinglich soll es sein.

Begegnung, Inklusion und Lebensqualität

Auf die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner warten nicht nur ein traumhaft schönes Zuhause, sondern auch eine vielfältige Nachbarschaft und beste Voraussetzungen für das wirklich pralle Leben: Der großzügige Platz zwischen den Häusern, auf dem wir gerade stehen, wird als begrünter Raum für Begegnungen gestaltet. In einem von der wankendorfer errichteten Inklusionshaus werden 14 von der Stiftung Drachensee betreute Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt wohnen. Darüber hinaus entsteht eine inklusive Wohngruppe für Studenten mit und ohne Behinderung. Und im ehemaligen Kesselhaus soll neben weiteren Ateliers auch ein Ableger des Kieler Restaurants „Freistil“ einziehen – einem Projekt der Stiftung Drachensee, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten.

Foto: AnscharArchitekten SCHNITTGER|b.s.p

Das alles klingt für mich nach einer wirklich guten Idee und nach einem Quartier, in dem es sich bestimmt ausgezeichnet leben lässt. Was genau es mit der Zusammenarbeit von wankendorfer und Stiftung Drachensee auf sich hat, mehr zum Inklusionshaus und zu den Plänen für „Freistil 2“ gibt’s im zweiten Teil der Reportage zum Kieler Anscharpark am nächsten Sonntag hier auf Neue Etage.

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