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5 Gründe für ein Leben mit Hund

Ich wollte schon ewig einen Hund. Aber irgendwas hatte bisher immer nicht gepasst: zu kleine Wohnung in der Stadt, zu wenig Zeit bei einem Vollzeit-Job mit Überstunden-Garantie oder Vermieter ohne Haustier-Toleranz. Jetzt leben wir in einem Haus mit Garten, ich habe mein Büro zu Hause und neben mir schnarcht Victor zufrieden in seinem Korb.

Victor ist Ungar, wurde uns über eine Tierschutz-Organisation vermittelt und gehört seit eineinhalb Jahren zur Familie. In den ersten Monaten war es anstrengend und manchmal absolut frustrierend. Victor war das erste Jahr seines Lebens alleine angekettet und hat wohl auch einiges an Schlägen einstecken müssen. Die Folge: ein kaum sozialisierter, hypernervöser Flipper, der vor allem und jedem Angst hatte.

Nach monatelangem Training, viel Geduld und noch mehr Hundekeksen ist Victor jetzt nicht nur der tollste Hunde der Welt, sondern für uns auch ein echter Quell der Freude. Natürlich hat er immer noch seine Macken – aber wer auf vier oder zwei Beinen hat die nicht? Kaum auszudenken, dass wir mal keinen Hund hatten. Fünf von tausend Gründen, warum ich einen haarigen Mitbewohner auf vier Pfoten nur empfehlen kann:

 

1. Neue Welten tun sich auf.

Mich hat es überrascht, wie sehr sich der eigene Horizont und das soziale Umfeld verändert, wenn man – gewollt oder nicht – Teil der regionalen Hunde-Szene wird: Wir sind mittlerweile Mitglied im Hundeverein, gehen regelmäßig zur Hundeschule und haben Hundesitter, Fleisch-Dealer und Hundepensionen auf unserer Payroll. Wir haben uns in mühevoller Kleinarbeit an Erziehungs- und Trainingsmethoden herangetastet, die für uns und Victor funktionieren und ich bilde mir ein, mittlerweile eine leise Ahnung von Hundeverhalten und -kommunikation zu haben oder zumindest zu begreifen, wie mein Hund in bestimmten Situationen tickt – und warum. Noch vor zwei Jahren hatte ich von alldem keinen blassen Schimmer.

2. What you see is what you get.

Wem das künstliche Getue einiger Mitmenschen auf die Nerven geht, der wird an Hunden mit hoher Wahrscheinlichkeit seine helle Freude haben. Hier ist alles echt, unmittelbar und absolut: Freude, Angst und Stress, Aufgeregtheit, Liebe und Entspannung – und Appetit. Das kann herzerwärmend schön sein, dass einem die Augen feucht werden, aber manchmal auch so unglaublich anstrengend, dass man die Grenzen der eigenen Nervenkraft kennenlernt. Allerdings sind genau das die Situationen, aus denen heraus die wirklich wichtigen Fortschritte entstehen, wenn man einen Weg findet, sie sinnvoll zu lösen: Nicht nur die Beziehung zum Tier wird enger, auch man selbst wächst irgendwie.

3. Meditation mit Leine

Eine der wichtigsten Lektionen, die ich während vieler, vieler Stunden in der Hundeschule und auf Spaziergängen mit unendlichem Gekläffe, Gezappel und Gezerre gelernt habe: Der wichtigste Faktor, damit mein Hund weniger Stress hat, Orientierung findet und entspannter durch die Welt gehen kann, bin ich: Konsequent bleiben, wenn man Regeln aufstellt; cool bleiben, wenn’s unterwegs mal Stress gibt; dem Hund auch mal die Chance geben, eine Situation selbst zu lösen, bevor man vorschnell eingreift. Damit das klappt, muss man aufmerksam sein (unterwegs keine Mails checken), ab und zu einen kleinen Vertrauensvorschuss gewähren (auch wenn’s schwer fällt) und vor allem locker bleiben. Denn Victor ist clever und erkennt genau, ob ich nur bluffe und in Wirklichkeit denke „Oh Gott, das geht doch gleich schief“, oder ob ich tatsächlich gelassen bleibe. Und wenn ich gestresst bin, dreht mein Hund natürlich auch auf. Besonders das innerliche Loslassen musste ich lange trainieren und tue es noch täglich. Sozusagen Meditation mit Leine.

 

4. Fit- und Wellness

Bevor Victor zu uns kam, war ich weder ein leidenschaftlicher Spaziergänger noch ein besonders großer Naturfreund. Heute kenne ich jeden Knick, jeden Bach und jeden Waldweg im Umkreis von mehreren Kilometern aus dem FF. Ich kenne die Namen der meisten Hunde, die wir unterwegs treffen und halte häufig ein kurzes Schwätzchen mit den Besitzern: „Na, Gartenhaus schon fertig gebaut?“ „Was macht das Knie?“. Man kennt sich in der Hood. Wir sind auch bei Schietwetter mehrmals täglich draußen unterwegs und gefühlt bin ich in meinem Leben noch nie soviel gelaufen wie in den letzten eineinhalb Jahren. Das nervt bei Regen, tut aber insgesamt schon ziemlich gut. Eine frühe Morgenrunde bei Sonnenschein wirkt bei mir mittlerweile schon besser als jeder Kaffee und Stimmungstiefs haben spätestens dann keine Chance mehr, wenn Victor seinen ersten Sprint über die morgenbetauten Wiesen ansetzt.

5. Kamin mit Fell

Egal, ob ich am Schreibtisch bin, auf dem Sofa oder im Garten: Wenn ich neben mich blicke und dort meinen Hund zusammengerollt liegen sehe, spüre ich eine wohlige Entspannung. In den ersten Wochen mit Victor ist mir das noch nicht so aufgefallen, denn dieses Gefühl schleicht sich erst ganz heimlich, still und leise ein – über Monate. Und wie bei so vielen tollen Dingen im Leben nimmt man es erst so richtig wahr, wenn es plötzlich fehlt. Bei uns war das so, als wir Victor zum ersten Mal für zwei Nächte in einer Hundepension unterbringen mussten. Wir waren unterwegs, saßen abends im Hotel und fühlten uns irgendwie merkwürdig. Alles war toll, aber etwas fehlte – das pelzige, schnarchende, grunzende Wohlfühl-Etwas, das normalerweise neben uns liegt und an das wir uns mittlerweile so gewöhnt hatten. Ein Hund – unserer jedenfalls – verbreitet einfach eine ursprüngliche, behagliche Zuhause-Atmosphäre – wie ein Kamin mit Fell.

 

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